Den Auswärtsfluch gebrochen

Schweriner Volleyballerinnen holen erstmals nach über drei Monaten Punkte in der Fremde: Klarer 3:1-Erfolg über Allianz MTV Stuttgart

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09. März 2014, 14:34 Uhr

Der Kampf um Platz vier, also die bessere Ausgangsposition in den Play-offs, ist für den Schweriner SC weiter offen. Nach dem 3:1 (14, 21, -18, 18)-Erfolg über Allianz MTV Stuttgart kehrte die Mannschaft von Trainer Felix Koslowski erstmals seit über drei Monaten mit drei Punkten im Gepäck von einer Reise zurück.

Laura Pihlajamäki, die finnische Mittelblockerin des Schweriner SC, hatte 2011 mit Stuttgart den DVV-Pokal gewonnen und begab sich voller Freude in Richtung Scharrena, der Volleyball-Halle im Bauch des Stadions des VfB Stuttgart. „Ich habe mich die ganze Fahrt lang auf die vielen bekannten Gesichter in Stuttgart gefreut“, sagte sie vor dem Spiel und wollte keinen Tipp abgeben. „Wir können gewinnen, aber dazu müssen wir gut spielen“, sagte die 23-Jährige.

Dies kann man dem SSC nach der 99-minütigen Partie problemlos bescheinigen. In den ersten beiden Sätzen haderte Stuttgart vor allem mit sich selbst und einer schwachen Annahme. „Dazu kam, dass wir keinen einzigen Fehler im Angriff gemacht haben“, sagte Koslowski nach dem Spiel erfreut. „Und wir haben unglaublich gut im Block gearbeitet.“

Seine Mannschaft hat das anstrengende Mittwochsspiel mit dem 2:3 gegen den Dresdner SC und den Ausfall von Zuspielerin Danica Radenkovic perfekt kompensiert. Nach der Zehn-Minuten-Pause kamen die Gastgeber allerdings wie verwandelt aus dem Kabinengang. „Stuttgart agierte super aggressiv, da haben wir die Linie ein bisschen verloren“, meinte Koslowski.

Dann kam es zu einer Schrecksekunde, als Denise Imoudu beim Stand von 9:4 für Stuttgart mit schmerzverzerrtem Gesicht ausgewechselt wurde. Sie hatte sich bei einer Aktion am Sprunggelenk verletzt, konnte aber wenig später weiterspielen.


Für Denise Imoudu gab es ein Sonderlob


„Kompliment! Denise ist gerade mal 18 Jahre alt und hat das alles toll gemacht“, sagte Koslowski, der auch nach dem Satzverlust nie das Gefühl hatte, die Siegerstraße zu verlassen. Schließlich hat er einen qualitativ deutlich breiteren Kader zur Verfügung als der Tabellenneunte aus dem Süden, der nach einem wechselhaften Saisonverlauf in die Pre-Play-offs muss.

Kein Wunder, dass Stuttgarts Trainer Guillermo Naranjo Hernández gar nicht so sehr mit seiner Mannschaft haderte. „Um so ein gutes Team wie Schwerin zu schlagen, muss man sehr sehr gut spielen. Wir waren nur gut“, meinte der Spanier. In Zahlen drückte sich das folgendermaßen aus: Lousiane Penha Souza Ziegler wirbelte wie gewohnt und sorgte für 27 Punkte, was ihr wieder einmal die Auszeichnung zur wertvollsten Spielerin einbrachte. Tatyana Mudritskaya (12) und Jana Poll (10) folgten direkt hinter der sprunggewaltigen Angreiferin.

Während die Statistik im Blockspiel nahezu ein Unentschieden ausweist (12 Blockpunkte Stuttgart, 13 für den SSC), waren die Schweriner in den anderen Elementen deutlich überlegen: Sieben direkte Aufschlagpunkte, eine bessere Annahme und eine bessere Angriffsquote runden das Bild ab. „Wir haben uns alle Chancen gewahrt“, fasste Koslowski zusammen. „Aber ich blicke mehr auf unser Spiel als auf die Tabelle. Wir müssen in den Play-offs auf den Punkt fit sein.“

Die Entscheidungen über die bessere Ausgangsposition im Viertelfinale fällt erst am letzten Spieltag der Normalrunde. Am Mittwoch empfängt der Schweriner SC den USC Münster (19.30 Uhr, Arena), der sich gestern mit 3:0 gegen Aachen durchsetzte. Die Ladies in black sind nur noch aufgrund der mehr errungenen Siege vor dem punktgleichen SSC und empfangen am Mittwoch den SC Potsdam.




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