Leichtathletik-WM : „Das Niveau war zu erwarten“

4,70 m – rechts unten fällt die Latte – waren für Martina Strutz gestern leider zu hoch.
4,70 m – rechts unten fällt die Latte – waren für Martina Strutz gestern leider zu hoch.

Martina Strutz vom Schweriner SC im Stabhochsprung-Finale der Leichtathletik-WM mit 4,60 Metern Achte

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26. August 2015, 21:00 Uhr

Bei 4,70 m war das Feld halbiert, bei 4,80 m wurden die Medaillen verteilt. Zu diesem Zeitpunkt war Martina Strutz nur noch Zuschauerin im „Vogelnest“. Wenn auch ohne Frage auf einem VIP-Platz. Die 33-Jährige vom Schweriner SC kam bis 4,60 m – Rang acht im Stabhochsprung-Finale der Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Peking. Sie konnte von ihrem Platz in der ersten Reihe hautnah miterleben, wie mit der Kubanerin Yarisley Silva, der Brasilianerin Fabiana Murer und der Griechin Nikoléta Kyriakopoúlou drei Athletinnen 4,80 m überquerten und die Medaillen unter sich ausmachten. Am Ende triumphierte Silva mit 4,90 m.

Nachdem die beiden Konkurrentinnen um Gold an dieser Höhe gescheitert waren, ließ sich die neue Weltmeisterin erst kurz feiern und dann 5,01 m auflegen. Issinbajewa’sche Höhen – nur die russische dreifache Weltmeisterin und zweifache Olympiasiegerin ist bisher über fünf Meter gesprungen. Dabei bleibt es auch vorerst. Silva, die auch die Weltrangliste mit 4,91 m anführt, scheiterte dreimal. Murer holte mit 4,85 Silber. „Dieses hohe Niveau war zu erwarten“, sagt Martina Strutz, die bei den absoluten Spitzenspringerinnen in diesem Jahr nicht ganz mithalten konnte. „Für eine Bestleistung bei einer WM fehlen ihr nach der Verletzung ein paar Prozent“, so Bundestrainer Jörn Elbering, der sie vor Ort betreute.

Es war ein schöner Abend im weiten Rund des Pekinger Olympiastadions, der stimmungsvollste der WM bisher. Usain Bolt hatte wie üblich seinen Anteil mit seinem Auftritt im Halbfinale über 200 Meter. Das Speerwurf-Finale begeisterte die Zuschauer ebenso wie der Stabhochsprung, obwohl, und das war neu, keine chinesischen Athleten um die Medaillen kämpften. Bisher hatten die Fans primär die heimischen Sportler mit Applaus bedacht. Martina Strutz konnte das durchaus genießen. Sie habe keinen Tunnelblick während eines Wettkampfes.
„Ich kann nicht die ganze Zeit unter Anspannung stehen und muss zwischendurch mal runterkommen.“

Die 33-jährige Polizistin war bei 4,35 m eingestiegen und packte auch die weiteren Höhen 4,50 und 4,60 m im ersten Versuch. „Ich bin teilweise angelaufen wie der erste Mensch“, haderte sie mit sich selbst. Als der Anlauf dann beim dritten Versuch über 4,70 endlich wie gewohnt funktionierte und sie entsprechend schnell war, war wiederum der Stab zu weich. „Der Sprung war schön“, stimmten die Athletin und der Bundestrainer überein. Nur halt nicht hoch genug.

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