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Artem Harutyunyan : „Da boxten zwei Weltklasse-Leute“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Halbweltergewichtler Artem Harutyunyan hat gegen Europameister Armen Zakarjan WM-Titel der APB-Serie nur hauchdünn verpasst

Artem Harutyunyan vom Bundesstützpunkt Schwerin hat es trotz bravouröser Leistung verpasst, als zweiter Deutscher nach Erik Pfeifer Profiweltmeister des olympischen Boxverbandes AIBA zu werden und sich damit schon das Olympiaticket für 2016 zu lösen. Der Schützling von Trainer Michael Timm verlor am Samstag in Nowosibirsk das Finale im Halbweltergewicht (64 kg) gegen Europameister Armen Zakarjan aus Russland einstimmig nach Punkten (74:78, 74:78, 74:78).

Harutyunyan konnte gegen den starken Lokalmatadoren aus der größten Stadt Sibiriens, der bereits das erste Duell der beiden in der APB-Vorrunde im Dezember 2014 gewonnen hatte, zwei der acht sämtlichst sehr engen Runden für sich entscheiden. Im ersten Duell – in der Vorrunde wurden „nur“ sechs Runden geboxt – hatten die Punktrichter den Schweriner noch in keiner Runde des auch damals schon engen Kampfes vorn gesehen.

„Ich habe bis zur letzten Sekunde gekämpft und an den Sieg geglaubt“, sagte Artem: „Der Kampf war jede Runde sehr eng, aber mein Trainer, mein Team und meine Familie sind zufrieden mit meiner Leistung. Es war mit dem Heimvorteil von Zakaryan sehr schwer, deshalb bin ich zufrieden. Ich hätte mir den Titel und das Ticket nach Rio gewünscht, aber der Titel ,Vize-Weltmeister‘ macht mich überaus stolz.“

Mit Recht, wie auch Trainer Timm bestätigt. „Da boxten zwei Weltklasse-Leute“, schwärmte der 52-Jährige gestern nach der Rückkehr und strich heraus, dass das Finale sportlich weit, weit über den Kämpfen um Platz sieben, um Platz fünf und Platz drei stand, die zuvor in der gleichen Veranstaltung ausgetragen worden waren. „Es war ein Wahnsinns-Finale“, sagte Timm. „Und was ich noch nie erlebt habe: Als nach dem Schlussgong beide Boxer in ihre Ecke gingen, hätte man eine Stecknadel fallen hören können in der vollen Halle. So gespannt waren wir am Ring und ebenso das faire Publikum, wer denn nun gewonnen hätte.“

Dass schließlich nicht der Arm seines Boxers gehoben wurde, kann der erfahrene Coach akzeptieren. „Da ist schon alles normal und sauber abgegangen“, sagt Michael Timm, ergänzt aber sofort: „Es war insgesamt Runde für Runde eine sehr enge Kiste. Artem war noch viel dichter dran als im Dezember. Er hat sehr hart gearbeitet, unser Konzept und die Trainingspläne voll umgesetzt. Und wenn die Punktrichter ihm die sechste Runde gegeben hätten – was vollauf verdient gewesen wäre – dann hätte die Sache auch umgekehrt ausgehen können.“

Einer der aufmerksamen Beobachter am Ring war übrigens Artems Schwiegervater in spe, der Profi-Exweltmeister Artur Grigorian, als Amateur Auswahlboxer Russlands. „Er wurde mit viel Beifall begrüßt und ans Mikro gebeten. Das war schon Gänsehaut pur“, erzählte Artem gestern.

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