Paracycling-WM : Bronze trotz eines Sicherheitsstarts

Stefan Nimke (l.) und Kai Kruse auf ihrer 1000-Meter-Strecke bei der Paracycling-WM in Apeldoorn Fotos: Oliver Kremer
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Stefan Nimke (l.) und Kai Kruse auf ihrer 1000-Meter-Strecke bei der Paracycling-WM in Apeldoorn Fotos: Oliver Kremer

Schweriner Tandem Stefan Nimke/Kai Kruse schafft es über 1000 Meter erstmals aufs Treppchen bei der Paracycling-WM

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27. März 2015, 20:50 Uhr

Das Schweriner Tandem mit Olympiasieger Stefan Nimke und seinem sehbehinderten Hintermann Kai Kruse hat sich endgültig in der Weltspitze des Behinderten-Radsports – im Fachjargon Paracycling – etabliert. In 1:03,450 Minuten gewannen die Nordlichter am Donnerstagabend bei der WM im holländischen Apeldoorn die Bronzemedaille und verbesserten sich gegenüber ihrer WM-Premiere 2014 in Mexiko um zwei Ränge. Nur den britischen Titelverteidigern Neil Fache/Peter Mitchell (1:01,787 min) und den holländischen Lokalmatadoren Tristan Bangma/ Teun Mulder (1:03,115) mussten die Schweriner (noch?) den Vortritt lassen.

„In Mexiko 2014 waren wir zwar sogar noch einen Tick schneller (damals 1:03,206 – d.A.), aber das kann man nicht vergleichen, weil Mexiko in der Höhe ist. Dort sind ja auch etliche Weltrekorde gefahren worden. Von daher ist unsere Zeit hier sehr gut“, berichtete gestern Stefan Nimke per Telefon. Um ungefähr zwei Sekunden haben sich Nimke/Kruse verbessert, wenn man den Quervergleich zu Fache/Mitchell zugrunde legt. Die waren in Mexiko in 59,460 Sekunden Weltmeister geworden.

Und die Schweriner sind noch längst nicht am Ende ihrer Möglichkeiten angekommen. „Vor allem in der ersten Runde haben wir noch große Reserven. Speziell im Anfahren hatten wir im Vergleich zur Konkurrenz schlechte Zeiten“, so Nimke weiter.

Das allerdings lag auch an den Materialproblemen, die sich für die Schweriner schon durch die Vorbereitung zogen und im Vorbereitungslager Anfang März mit einer zerschlissenen Kette sowie gebrochener Achse und kaputtem Tretlager ihren Tiefpunkt fanden. Aus Vorsicht hatte das Duo zuletzt im Training auf volle Antritte lieber verzichtet.

„Im Wettkampf wollten wir am Start dann aber doch voll ,rauflatschen‘ – egal was passiert. Aber es wurde dann doch ein Sicherheitsstart“, berichtet der Teamsprint-Olympiasieger von 2004.

Dass sie dennoch schon so weit vorn dabei sind, lässt für das große Ziel der beiden, die Paralympics 2016 in Rio de Janeiro, hoffen. Zuvor aber müssen sie sich für Rio qualifizieren. Dafür haben sie bei dieser WM Punkte gesammelt, „aber wirklich entscheidend wird dafür erst die WM im kommenden Jahr. Da muss man vorn dabei sein“, weiß Stefan Nimke.

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