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Boxen : Brähmer schlägt „Einäugigen“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Halbschwergewichts-Weltmeister verteidigt seinen Titel in Rostock gegen Enzo Maccarinello souverän – und auch noch vorzeitig

Nein, er ist nicht der Zwillingsbruder von Arthur Abraham. Enzo Maccarinelli sah vor 4500 Zuschauern in der Rostocker Stadthalle in seinem Kampf gegen Weltmeister Jürgen Brähmer nur so aus wie „King Arthur“ vor einem Jahr nach dessen zweitem Duell mit Robert Stieglitz.

Dort, wo am Samstag eigentlich das rechte Auge des Herausforderers aufmerksam jede Bewegung des Titelverteidigers beobachten sollte, gab es ab Mitte der ersten Runde nur noch einen Schlitz, viel enger als bei einer Sparbüchse. Eine krachende Linke Brähmers hatte dafür gesorgt, dass das rechte Auge zusehends auf Tennisballgröße an- und später mehr und mehr die ganze Gesichtshälfte zuschwoll.

Nichts für zarte Seelen, aber für Maccarinelli kein Grund zur Aufgabe. „Ich kann sehen“, schwindelte er zweimal den Ringarzt an. „Stimmte natürlich nicht“, gab er später mit Eisbeutel auf dem Gesicht in der Pressekonferenz zu.

Gut vier Runden kämpfte der italienischstämmige Waliser tapfer weiter – um den einen entscheidenden Schlag, der Brähmer vom Thron des WBA-Champions im Halbschwergewicht stoßen sollte. Zu dem Zeitpunkt war Abraham seinerzeit übrigens schon fast mit dem Duschen fertig.

Doch in der Pause zur sechsten Runde kam die Ecke des früheren Cruisergewichts-Weltmeisters zur gleichen Erkenntnis wie die Abrahams einst in der vierten: Die Gesundheit geht vor, mit einem Sieg wird es eh nichts mehr.

Zumal Jürgen Brähmer nicht viel zuließ und seinerseits darauf drang, Maccarinellis Kalamitäten noch zu vergrößern. „Dabei wollte ich ein bisschen zu viel und verließ zeitweise meine taktische Linie“, bekannte der erfolgreiche Titelverteidiger. „Aber ich habe dann umgestellt. Und mit linken Aufwärts- statt Seitwärtshaken ging es besser.“

Weil nach dem Kampf bekanntlich vor dem Kampf ist, schauen der Weltmeister und seines Managements bereits wieder nach vorn. „Bernard Hopkins zum Titelkampf nach Deutschland zu holen, das ist unser großer Traum“, verriet Promoter Kalle Sauerland. Und Brähmer fügte hinzu: „Das sehe ich genauso.“

Dem bereits 49-jährigen IBF-Weltmeister aus den USA steht am 19. April in seinem Heimatland ein Kampf gegen den kasachischen Superchampion der WBA, Beibut Shumenow, bevor, „für den Hopkins aber als Favorit gilt“, so Sauerland. Auch die anderen beiden Weltmeister, WBC-Champion Adonis Stevenson (36) aus Kanada und WBO-Champion Sergej Kowalew (31/Russland) wären attraktive Gegner. Sauerland: „Beide werden jedoch aktuell in den USA mächtig gepusht, so dass Hopkins sogar die am leichtesten zu realisierende Option wäre. Aber erst nach der Sommerpause.“

 

 

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erstellt am 06.Apr.2014 | 20:15 Uhr

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