Boxen in Schwerin : Brähmer: N’olympia

Späte Auszeichnung:Während seiner Pressekonferenz in Schwerin nahm Jürgen Brähmer (l.) den Pokal für den zweiten Platz in der Männerwertung von SVZ-Sportkoordinator Ralf Herbst entgegen.
Späte Auszeichnung:Während seiner Pressekonferenz in Schwerin nahm Jürgen Brähmer (l.) den Pokal für den zweiten Platz in der Männerwertung von SVZ-Sportkoordinator Ralf Herbst entgegen.

Der Profiboxer lehnt das Angebot des Olympia-Verbandes für eine Rio-Qualifikation ab, weil er das als „ungerecht“ empfindet.

svz.de von
03. März 2016, 21:00 Uhr

„Es ist den Amateuren, die sich jahrelang darauf vorbereitet haben, gegenüber nicht in Ordnung, wenn sie auf einmal Profis vor die Nase gesetzt bekommen und sie sich noch einmal für die Olympischen Spiele qualifizieren müssen!“ Der Schweriner Boxprofi Jürgen Brähmer bezieht ganz klar Position, wenn es um die Zulassung von Berufsboxern zu den Spielen im Sommer in Rio geht. Und hat auch schon ganz persönlich Konsequenzen gezogen: „Der Boxverband hat bei mir angefragt, ob das eine Option für mich wäre. Ich habe abgelehnt, denn die Kehrtwende des Amateurlagers, plötzlich Profis bei Olympia zuzulassen, halte ich für einen Schnellschuss. Und um ehrlich zu sein: Ein Start in Rio reizt mich nicht mehr als mein Kampf in einer Woche in Neubrandenburg gegen Eduard Gutknecht.“

Rückendeckung für seine Ansicht erhält der 37-Jährige von seinem Arbeitgeber, dem Promoter Sauerland Event. Dessen Manager Peter Hanraths sagt klipp und klar: „Ein Profi trainiert ganz anders als ein Amateur. Der eine bereitet sich auf zwölf Runden vor, der andere auf drei. Wenn du in einem Amateurkampf die erste Runde verlierst, ist meist der ganze Kampf verloren. Als Profi hast du dann noch viele Möglichkeiten, das Blatt zu wenden. Und es ist nahezu unmöglich, sich in so kurzer Zeit, wie sie bis zu den entsprechenden Qualifikationsturnieren verbleibt, noch umzustellen.“

Neben dem sportlichen sieht Hanraths aber auch noch andere Aspekte, die gegen eine Teilnahme von Profis am olympischen Turnier sprechen: „Die Boxer haben Verträge mit ihren Promotern, die ihnen Kämpfe garantieren und für die TV-Übertragungen sorgen. Dadurch sind die Boxer an ihre Sender gebunden. Wer soll nun einen Kampf beim olympischen Turnier übertragen? Wer übernimmt in der Zeit die Verdienstausfälle von Boxer und Promoter? Und wer will im Falle einer Verletzung für die wirtschaftlichen Folgen aufkommen?“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen