Bloß nicht Röwer als Beifahrer…

Im Boxen ein starkes Team: Trainer Karsten Röwer (l.) und Jürgen Brähmer.
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Im Boxen ein starkes Team: Trainer Karsten Röwer (l.) und Jürgen Brähmer.

Boxweltmeister Jürgen Brähmer spricht über seine Titelverteidigung am nächsten Sonnabend und über seinen Trainer

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27. März 2014, 14:59 Uhr

Jürgen Brähmers Vorbereitung geht in die entscheidende Phase. Momentan stehen für den WBA-Weltmeister die finalen Sparringseinheiten an, um am 5. April bestens für die erste Titelverteidigung gegen Ex-Champion Enzo Maccarinelli gerüstet zu sein. Trotz dieses harten Programmes hat sich Jürgen Brähmer die Zeit genommen, mit Thomas Schlabe über seinen anstehenden WM-Kampf in der Stadthalle Rostock zu sprechen.

Herr Brähmer, was fällt Ihnen zum Thema Boxen in Rostock spontan ein?
Brähmer: Dass man auf seinen Körper hören und nur topfit in den Ring steigen sollte.
Bezieht sich Ihre Aussage auf die vergebene WM-Chance in der Hansestadt vor sechs Jahren?
Ja, genauso ist es. Ich habe mich von meinem damaligen Management und Promoter breitschlagen lassen, trotz Krankheit zu boxen. Der Rest ist Geschichte – Geschichte, die sich nie wiederholen wird. Das habe ich mir geschworen.
Jetzt kehren Sie als Weltmeister nach Rostock zurück. Ist es eigentlich ein Unterschied, ob man als Champion oder Herausforderer antritt?
Nun ja, als Titelverteidiger muss man sich nicht so lange die Füße platt stehen. In der Vorbereitung macht das keinen großen Unterschied. Es ist halt eine Weltmeisterschaft – der eine will den Gürtel verteidigen, der andere ihn erringen. Wer seinen Stil eher durchsetzen kann und am Ende mehr Körner hat, wird der Sieger sein.
Einen großen Anteil an Ihrem Erfolg hat mit Sicherheit Ihr Trainer. Fühlen Sie sich auch dieses Mal perfekt auf Ihren Gegner von Karsten Röwer eingestellt?
Auf jeden Fall. Die Arbeit unter Karsten macht nicht nur Spaß, sondern hat mich wieder zurück in die Weltspitze geführt. In den Rundenpausen hat er meist die richtigen Worte parat – ihm fallen Dinge auf, die bei mir im Eifer des Gefechtes manchmal untergehen. Wir sind einfach ein eingespieltes Team.

Nur beim Autofahren möchte ich ihn nicht auf dem Beifahrersitz neben mir haben – da laufe ich lieber zu Fuß!
Ihr Gegner Enzo Maccarinelli behauptet, durch sein Sparring mit dem legendären Joe Calzaghe mehr über Rechtsausleger zu wissen als jeder andere. Bereitet Ihnen das Sorgen?
Total! Jetzt aber mal ernsthaft: Wann soll das denn gewesen sein? Vor knapp einem Jahrzehnt? Und selbst wenn er Calzaghes Stil in- und auswendig kennt, wird ihn das gegen mich nicht weiterbringen. Ich bin zwar ebenfalls Rechtsausleger, habe jedoch einen ganz anderen Stil. Das wird er noch früh genug herausfinden.
Wo sehen Sie denn den Schlüssel zum Erfolg am 5. April?
Ich glaube, meine Variabilität wird den Ausschlag geben. Nicht nur die Auswahl meiner Schläge, sondern auch deren Härte. Maccarinelli kommt aus dem Cruisergewicht – das liegt mehr als zehn Kilo über dem Halbschwergewichtslimit. Irgendwo muss da ja die Substanz auf der Strecke bleiben. Dass ich gut zum Körper schlagen kann, ist ja kein Geheimnis. Ich werde ihn schon zermürben.
Sie sind jetzt 35 Jahre alt – ist das für Sie ein Alter, in dem man langsam an das Karriereende denkt?
Keinesfalls! Man muss sich doch nur mal anschauen, wie alt die anderen Weltmeister in meiner Gewichtsklasse sind – in dem Vergleich bin ich ja fast noch das Küken. Hopkins ist fast 50, Stevenson 36. Nur Kovalev ist jünger als ich. Solange ich mich körperlich auf der Höhe fühle und es mir Freude bereitet, mich im Training zu quälen, werde ich weiterboxen.

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