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Zwei Mal Gold : Biathleten räumen bei WM groß ab

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Laura Dahlmeier eilt von Erfolg zu Erfolg: drittes Rennen, zweites Gold, dazu Silber. Benedikt Doll siegt im Sprint und wird erstmals Weltmeister

svz.de von
erstellt am 12.Feb.2017 | 21:00 Uhr

Sensations-Titel für Benedikt Doll, Gold-Gala von Laura Dahlmeier: Angeführt von ihren überragenden Weltmeistern machen die Biathleten die Titelkämpfe in Hochfilzen zu deutschen Festspielen. Dreimal Gold, einmal Silber – nach fünf von elf Wettkämpfen sind die DSV-Asse in Österreich das Maß aller Dinge. Nie waren die Skijäger seit Einführung des neuen Wettkampfprogramms 2011 in der ersten WM-Woche erfolgreicher.

„Das ist echt phänomenal. Es freut mich, dass die ganze Mannschaft so stark ist – Damen wie Herren“, sagte Dahlmeier, die aus dem großartigen Team des Deutschen Skiverbandes (DSV) noch herausragte. Nach Gold mit der Mixed-Staffel und Silber im Sprint krönte die 23-Jährige gestern ihre beeindruckenden Auftritte mit dem Titelgewinn in der Verfolgung.

Für Dahlmeier war es die achte WM-Medaille in Serie. Die Überfliegerin fühlte sich danach wie im Traum. „Wenn mir das jemand vor zwei, drei Jahren gesagt hätte, ich hätte es nicht geglaubt“, sagte Dahlmeier nach ihrem überlegenen Triumph vor Darja Domratschewa (Weißrussland): „Ich habe schon sehr viel geschafft bei dieser WM. Zweimal Gold, einmal Silber – die Wand bei uns im Hotelzimmer wird voller.“ Und die Gier nach weiteren Großtaten größer. „Ich habe bei allen Rennen die Chance, dass es zu einer Medaille reicht“, sagte Dahlmeier.

Sollte das gelingen, könnte sie einen Rekord für die Ewigkeit aufstellen. Die Norwegerin Tora Berger schaffte 2012 und 2013 das Kunststück, neunmal in Serie auf einem WM-Podest zu stehen.

Die bescheidene Dahlmeier wollte sich aber nicht allein im Glanzlicht sonnen, denn „wir treten als eine Mannschaft auf. Die bisherigen Ergebnisse geben allen Auftrieb, und ich hoffe, dass in beiden Lagern noch einige Medaillen hinzukommen.“

Zur Halbzeit sind auch die Männer im Soll, obwohl der vermeintliche Medaillenlieferant Simon Schempp nach wie vor auf seine erste Einzelmedaille warten muss. Schempp, Neunter im Sprint und Zehnter in der Verfolgung, lieferte ebenso wie Arnd Peiffer gute Rennen ab – Edelmetall aber holte einer, den kaum jemand auf der Rechnung hatte.

„Als ich die Nationalhymne hörte, war mir klar, dass ich der Beste der Welt war. Das ist wunderschön“, sagte Benedikt Doll, seit Samstag der Sprint-König unter den Biathleten.

Weil er zum erst zweiten Mal in seiner Karriere alle Scheiben abgeräumt hatte, stürmte der laufstarke Schwarzwälder in einem packenden Krimi zu Gold. Dass es gestern in der Verfolgung nur zu Rang elf reichte, störte ihn kaum. „Seit 17 Jahren trainiere ich für diesen einen Moment. Jetzt habe ich nichts hinzuzufügen, es war schlichtweg ein perfektes Rennen“, sagte Doll, der bei seinem Erfolg vor Johannes Thingnes Bö (Nor) landete und zudem den dann gestern in der Verfolgung siegreichen Superstar Martin Fourcade (Fra) in Schach hielt.

Kein Wunder, dass Doll bei der Siegerehrung völlig losgelöst feierte und sich sowie seine Rivalen mit Sekt begoss. „Ich musste einfach mal die Korken knallen lassen. Das können ja nicht nur die Rennfahrer“, sagte Doll und ergänzte: „Es hat richtig Spaß gemacht.“

Es ist nicht unwahrscheinlich, dass es auch in der zweiten WM-Woche Medaillen für das deutsche Team regnen wird. Nach zwei Ruhetagen greifen die Frauen am Mittwoch im Einzel (14.30/ ARD und Eurosport) wieder zum Gewehr – Dahlmeier hat bereits beide Klassiker in diesem Winter gewonnen. „Es kommt darauf an, wer bis dahin am besten regeneriert und dann wieder alles geben kann“, sagte sie. Einen Tag mehr Zeit, die Akkus aufzuladen, haben die Männer, die am Donnerstag den nächsten Start absolvieren.

 

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