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Der Schock wirkt : Besonderes Turnier für aussortierte Erdmann/Dollinger

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Beim Welttour-Finale in Hamburg wird nicht nur über den aktuellen Sport diskutiert. Der nationale Verband sortiert seine Spitzenteams neu - was auch im Fall der aussortierten Erdmann/Dollinger zu einer besonderen Konstellation führt. Ein bisschen Hoffnung spielt mit.

svz.de von
erstellt am 24.Aug.2017 | 11:33 Uhr

Jonathan Erdmann und Armin Dollinger taumeln derzeit irgendwo zwischen Schock, Unverständnis und Hoffnung. Das deutsche Beachvolleyball-Nationalteam mischt beim Welttour-Finale in Hamburg dank einer Wildcard beim Aufeinandertreffen der Crème de la Crème der Sandwühler mit.

Und das Duo sorgte dann mit einem Sieg gegen Brasilien schon mal für eine Überraschung. Auf der anderen Seite wurden Erdmann/Dollinger nach nur acht Monaten im neuen zentralen Stützpunkt in Hamburg vom Deutschen Volleyball-Verband (DVV) für die kommende Saison schon aussortiert. «Das ist ein Brett», sagte der davon überraschte Erdmann: «Wir lernen gerade damit umzugehen.»

Bei der EM in Lettland «haben wir das noch nicht so gut weggesteckt», berichtete der aus Potsdam stammende Erdmann. Mit seinem Partner flog er schon zeitig aus dem Turnier. «Der Zeitpunkt war unglücklich vor den drei schönsten Turnieren für uns», erklärte Erdmann zur Entscheidung des Verbandes. Nach Hamburg folgen noch die deutschen Meisterschaften in Timmendorfer Strand. Danach ist alles offen für Dollinger (27) und Erdmann (29), die eigentlich zusammen Olympia 2020 angehen wollten.

«Es ist nicht immer alles gut zusammen gelaufen», räumte Erdmann ein: «Ich bin ein Freund davon, alle Sachen ehrlich anzusprechen. Deshalb bin ich vielleicht ein unangenehmer Athlet.» Und Dollinger sagte: «Wir hätten eine bessere Saison spielen können, aber man hätte uns auch mehr Zeit geben können.»

Mit der Berufung des Duos Ende vorigen Jahres war der DVV einem internationalen Trend gefolgt, zwei große Athleten in einem Team zusammen spielen zu lassen. Erdmann (1,94 Meter) war zuvor wie Dollinger (2,02) Blockspieler, musste dann zum Abwehrmann umschulen. Beide hätten sich gewünscht «langfristig Vertrauen geschenkt zu bekommen», bemerkte der gebürtige Dachauer Dollinger: «Vor allem, wenn man alles aufgibt und nach Hamburg geht.»

Doch der verantwortliche Bundestrainer Martin Olejnak entschied sich gegen das Duo. Jüngere Spieler wie Lorenz Schümann (Kiel), der beim Welttour-Finale mit Markus Böckermann (Hamburg) im Sand steht, hoffen auf den Aufstieg in die optimale Förderung. «Die Berufung zum National- oder Perspektivspieler erfolgt jeweils für eine Saison. Dieser Umstand war und ist allen Athleten bekannt», erklärte Andreas Künkler, DVV-Vizepräsident Beachvolleyball.

Dollinger widersprach: «So bekannt war uns das nicht.» Und Erdmann ergänzte: «Die Kommunikation kann man verbessern.» Das Turnier in Hamburg ist für das Duo nun ein ganz spezielles. «Wir können uns zeigen. Und wir können offenbar nicht nur mithalten, sondern solche Teams schlagen», sagte Erdmann nach dem Sieg gegen das an Position drei gesetzte brasilianische Duo Alvaro Fiho und Saymon.

Ein bisschen Hoffnung, auch 2018 weiter international spielen zu können, ist noch da. «Vom Gefühl her ist der Drops noch nicht gelutscht», meinte Erdmann. Der Verband hatte zumindest in Aussicht gestellt, dass man über weitere mögliche Unterstützung noch sprechen wolle: «Wir sind gespannt, wie das aussehen könnte», sagte Erdmann.

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