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Überraschung bei den US Open Australischer Nobody besiegt Top-Favorit Roger Federer

Von dpa und Alexander Barklage | 04.09.2018, 09:33 Uhr

Das Traum-Viertelfinale zwischen Djokovic und Federer ist geplatzt. Der Schweizer ist sensationell ausgeschieden.

Mit dem überraschenden Achtelfinal-Aus für Roger Federer ist bei den US Open in New York der erste Titel-Favorit gescheitert. Der langjährige Tennis-Weltranglisten-Erste aus der Schweiz unterlag im Achtelfinale in der Nacht zum Dienstag in New York dem australischen Außenseiter John Millman. Federer verlor 6:3, 5:7, 6:7 (7:9), 6:7 (3:7) gegen den Weltranglisten-55., der damit den größten Erfolg seiner Karriere feierte und an diesem Mittwoch im Viertelfinale auf Wimbledonsieger Novak Djokovic trifft.

Nach dem zügig gewonnenen ersten Satz blieb Federer über weite Strecken unter seinem normalen Niveau, schlug schlecht auf und erlaubte sich bei drückender Schwüle insgesamt 77 leichte Fehler. Dennoch hatte der 37 Jahre alte Grand-Slam-Rekord-Turniersieger seine Chancen: Doch bei einer 5:4-Führung im zweiten Satz vergab er mit eigenem Service zwei Satzbälle. Im Tiebreak des dritten Durchgangs konnte der fünfmalige US-Open-Champion einen Satzball nicht nutzen.

Der 29-Jährige Millman biss sich wie im ersten Vergleich der beiden, den er nur knapp verloren hatte, ins Match und witterte seine Chance. Der Australier kämpfte an der Grundlinie um jeden Ball, schlug gut auf und spielte mutig. Federer hatte bisher bei den US Open alle 40 Spiele gegen Profis außerhalb der Top 50 gewonnen, gab aber im vierten Satz ein Break zum 4:2 umgehend wieder ab.

Nach 3:35 Stunden machte Millman den Triumph perfekt, ohne danach zu feiern. "Ich kann es kaum glauben, ich habe so viel Respekt vor Roger, er ist ein Held von mir", sagte Millman bescheiden. "Heute war er sicher nicht in Bestform - aber ich nehme das mit."

Djokovic locker weiter

Wimbledonsieger Novak Djokovic bleibt im Rennen um seinen dritten US-Open-Titel. Der frühere Tennis-Weltranglisten-Erste zog am Montag mit 6:3, 6:4, 6:3 gegen den Portugiesen João Sousa ins Viertelfinale ein.  "Es war viel schwieriger, als es das Ergebnis sagt", meinte Djokovic angesichts der feuchten Hitze.

Zuvor war Philipp Kohlschreiber als letzter Deutscher mit 3:6, 2:6, 5:7 gegen den Japaner Kei Nishikori ausgeschieden. Der Ex-Finalist trifft entweder in einer Revanche für das Endspiel von 2014 auf den Kroaten Marin Cilic oder den Belgier David Goffin.

Vorjahres-Finalistin im Viertelfinale

Bei den Damen zog die letztjährige Finalistin Madison Keys in das Viertelfinale ein. Die Amerikanerin siegte 6:1, 6:3 gegen die Slowakin Dominika Cibulkova, die sich in der Runde zuvor gegen Angelique Kerber durchgesetzt hatte. Keys spielt am Mittwoch entweder gegen die einstige Weltranglisten-Erste und frühere US-Open-Siegerin Maria Scharapowa aus Russland oder die Spanierin Carla Suarez Navarro. Die Japanerin Naomi Osaka schaltete die Weißrussin Aryna Sabalenka mit 6:3, 2:6, 6:4 aus und trifft am Mittwoch auf Lessia Zurenko aus der Ukraine oder Marketa Vondrousova aus Tschechien.

Scharapowa am Geburtstag geschlagen

Die frühere Tennis-Weltranglisten-Erste Maria Scharapowa ist im Achtelfinale gescheitert. Die Russin, die 2006 in New York den Titel geholt hatte, verlor am Montag (Ortszeit) 4:6, 3:6 gegen die Spanierin Carla Suarez Navarro. Die Weltranglisten-24. durfte sich an ihrem 30. Geburtstag danach noch über ein Ständchen von den Fans im Arthur-Ashe-Stadium freuen.

Bereits am Dienstag trifft Titelverteidigerin Sloane Stephens aus den USA auf die Lettin Anastasija Sevastova, die langjährige Nummer eins Serena Williams spielt dann gegen die Tschechin Karolina Pliskova.