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Rostock Packung für Hansa nach drittklassiger Leistung

Von Peter Richter | 26.11.2011, 09:18 Uhr

Der FC Hansa unterlag gestern am vorletzten Spieltag der Hinrunde der 2.Fußball-Bundesliga nach einer drittklassigen Leistung dem 1.

FC Union Berlin mit 2:5 (0:0).

Es war die zweite Heimpartie binnen einer Woche. Gegenüber dem 1:3 im Duell mit dem FC St. Pauli musste Coach Vollmann drei Mann ersetzen. Für den erkrankten Pelzer sowie die gesperrten Peitz und Weilandt bot er Perthel, Jänicke und - zum ersten Mal von Beginn an in der 2. Liga - Albrecht auf. Blum spielte wieder Linksverteidiger, Perthel gab den zweiten "Sechser" im defensiven Mittelfeld neben Robert Müller, Mintál übernahm in der offensiven Dreierreihe die zentrale Position, und Albrecht war alleinige Spitze. Erstmals im Kader stand nach überzeugenden Trainingsleistungen der 20-jährige Deutsch-Namibier Manfred Starke.

Die Partie begann - weil netterweise gewartet wurde, bis auch der letzte Union-Fan eingetroffen war - mit einer Viertelstunde Verspätung. Zum "Dank" entfachten die Gäste-Anhänger in der Halbzeit ein Feuer, das eine gewaltig stinkende Rauchwolke nach sich zog.

Die Berliner waren von Beginn an kreuzgefährlich und früh dem 1:0 nahe. Rechtsverteidiger Schyrba musste kurz raus, um sich von Mannschaftsarzt Bartel eine Platzwunde am Kopf tackern zu lassen. Mitten in die Unterzahl-Ungeordnetheit hinein kam Silvio frei zum Zuge, aber nicht an Kevin Müller vorbei (6.). Auch nachdem die Weiß-Blauen wieder vollzählig waren, verhinderte der Keeper stark gegen Mosquera und Quiring einen Rückstand (13.).

Hansa kam über Ansätze nicht hinaus (Jänicke holt eine Ecke heraus, die Blum ins Toraus zirkelt statt in den Strafraum/7., Mintál dribbelt sich fest/9. bzw. fabriziert nach Freistoß von Jänicke ein Luftloch/19.). Ursache für die Wirkungslosigkeit der Rostocker war, dass ihre Offensivaktionen zu durchsichtig und von technischen Unfertigkeiten durchwoben waren (Ball zu weit vorgelegt, Fehlpässe zuhauf). Gleichwohl steigerten sich die Gastgeber etwas und holten endlich auch eine gute Chance heraus, als Perthel nach Vorbereitung von Robert Müller und Albrecht mit der Picke abschloss - Torwart Glinker hielt (42.). Union besaß aber nach wie vor die besseren Möglichkeiten (Koštál rettete gegen Quiring/28. und Silvio/42.).

Nach Wiederanpfiff ging es ganz schnell. Durch Tore in der 49., 54. und 59. Minute führten die Gäste die Vorentscheidung herbei. Wobei die defensiv völlig überforderten Rostocker das Pech hatten, das zwischendurch nach einer Flanke Albrecht von Glinker angefaustet wurde, die Kugel aber von seinem Körper nur an den Pfosten sprang (51.).

Nach dem 1:3 durch Jänicke (63./schöne Vorlage von Albrecht) reduzierte Vollmann aufeinen "Sechser", brachte mit Schied für Perthel einen zweiten Stürmer. Sekunden später stand es 1:4, und die einheimischen Fans waren endgültig bedient. "Wir haben die Schnauze voll", ertönte es im Chor, und erstmals war auch der Trainer nicht nur vereinzelt Gegenstand von Unmutsbekundungen. Das 2:4 von Albrecht (74./Vorarbeit per Kopf von Jänicke) - sein erstes Tor in der 2. Liga - brachte noch einmal eine kleine Hoffnung. Bis Mintál und insbesondere Albrecht die Riesenmöglichkeit zum 3:4 vergaben (80.). Dafür schlug Union in der Nachspielzeit zum 5:2 durch Zoundi zu.