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Meisterparty mit den SSC-Volleyballerinnen Diesmal mit dem Original auf Tour

Von Martina Kasprzak | 24.05.2011, 09:24 Uhr

Ehre, wem Ehre gebührt: Schwerin feierte gestern ausgiebig seine Meisterspielerinnen vom SSC. Erst erfolgte der offizielle Teil. Danach ging es zur riesigen Saisonabschlussfeier mit den Fans in die Arena.

Ehre, wem Ehre gebührt: Schwerin feierte gestern ausgiebig seine Meisterspielerinnen vom SSC. Gut 500 Fans fanden sich am Abend in der Arena ein. Ein Kurzfilm vom Meisterstück in Dresden stimmte alle noch einmal auf das furiose Finale ein, was die SSC-Volleyballerinnen am Samstag abgeliefert hatten. Riesiger Beifallssturm noch einmal in derArena. Die Mannschaft bedankte sich bei ihren treuen Anhängern für die tolle Unterstützung während der letzten Monate. „Was gerade während der Play-offs an Zuspruch kam, war einfach toll. Egal wo wir hinkamen, wir hörten immer: ,Ihr schafft das schon, wir drücken euch die Daumen.’ Natürlich haben wir die ganze Saison immer an uns geglaubt. Aber wenn es von außen kommt, ist es viel schöner“, wandte sich SSC-Kapitän Julia Retzlaff unter großem Jubel an die Fans.

In alle Feierstimmung mischte sich auch Wehmut

Doch in alle Feierstimmung mischte sich auch Wehmut. Denn es war auch die Stunde des großen Abschieds. SSC-Präsident Johannes Wienecke hatte die schwere Aufgabe Meistertrainer Tore Aleksandersen zu verabschieden. Er würdigte das Engagement des Norwegers, der noch einmal frenetisch gefeiert wurde. „Danke an die Teamleitung, ihr habt mich zweimal nach Schwerin geholt. Als ich 2008 gegangen bin, hätte ich nie gedacht, dass ich noch einmal als Trainer nach Schwerin komme. Es war super. Am Anfang dieser Saison habe ich gesagt, wenn wir unsere beste Leistung bringen, kann uns keiner schlagen. Ich habe Recht gehabt“, so der Meistermacher, der immer wieder feuchte Augen bekam und mit zittriger Stimme sagte: „Na klar ist da Wehmut dabei, wenn man etwas verlässt, was man so gern gehabt hat.“

Nicht nur der Erfolgscoachs geht, auch Diagonalspielerin Maja Pachale (Laufbahn-Ende), die Mittelblockerinnen Sandra Gutsche (Laufbahn-Ende, arbeitet künftig in einer Werbeagentur in Hamburg) sowie Nadja Schaus (wechselt zu einem anderen Bundesligisten), Außenangreiferin Vendula Adlerova, Zuspielerin Marie Frick (beide Ziel unbekannt) und Libero Janine Völker (Laufbahn-Ende, Studium der öffentlichen Verwaltung) verlassen den Sportclub, der in der nächsten Saison in der Champions League spielt. „Wir mussten uns ja schon frühzeitig melden. Das wird eine Herausforderung – sportlich, aber auch finanziell“, sagte Wienecke.

Vor der großen Feier am Abend standen schon zwei Empfänge auf dem Programm. Erst der bei Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD). „Vor zwei Jahren waren sie schon einmal hier, da habe ich mich schon gefreut. Aber diesmal ist die Freude noch größer, da ich viele Heimspiele auf der Tribüne miterlebt habe. Herzlichen Glückwunsch. Sie sind die erfolgreichste Mannschaft des Landes“, empfing der Regierungschef die SSC-Volleyballerinnen. Und die 20,2 Kilogramm schwere Meisterschale durfte er dann auch mal halten. „Diesmal ist es ja das Original“, staunte Sellering in Anspielung auf 2009. Damals brachte das Team ein Duplikat mit, stellte es an der Wand ab, und prompt ging es, als jemand dagegenstieß, kaputt. „Diesmal können wir sie ja abstellen“, scherzte denn auch Mittelblockerin Sandra Gutsche.

„Schwerin – 3; Dresden – 0; danke, bitte“

Die Mannschaft bedankte sich beim Ministerpräsidenten mit einem Ball, Wimpel und Trikot, die alle mit den Unterschriften der Spielerinnen und des Trainerstabes versehen waren. „Das war das schönste Geburtstagsgeschenk, das ich bekommen habe“, freute sich Britta Sellering, die am Sonnabend auf ihrer Feier immer über die Zwischenstände informiert war. Knapp eine Stunde plauderte die Mannschaft mit Ehepaar Sellering. Und immer wieder warf das Team seinen neuen Slogan nach dem tollen 3:0 beim DSC ein: „Schwerin – 3; Dresden – 0, danke, bitte.“

Dann ging es weiter zum Marktplatz. Dort empfingen rund 200 Schweriner das Erfolgsteam. Die Stadtvertretung um Stadtpräsident Stephan Nolte unterbrach sogar ihre Sitzung, um zu gratulieren. „Solche Momente gibt es nicht oft, lassen sie uns den neuen deutschen Meister feiern“, so Schwerins Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow (Die Linke), die den SSC als Botschafterin für die Landeshauptstadt bezeichnete. Auch sie erhielt Ball, Trikot und Wimpel. Nach dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt ging’s zum Feiern in die Arena.