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Leichtathletik : Abschiedstour für Denise Hinrichs

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Aus Schwaan stammende Kugelstoßerin plant nur noch bis zur DM, will aber um Olympiaticket kämpfen.

von
erstellt am 28.Mai.2016 | 05:00 Uhr

Bei den 42. Halleschen Werfertagen am vergangenen Wochenende, dem weltweit sportlich bestbesetzten Meeting für Kugelstoßer, Speer-, Diskus- und Hammerwerfer, stand auch die aus Schwaan stammende Denise Hinrichs (TV Wattenscheid) im Ring. Nach drei ungültigen Versuchen mit dem Vier-Kilo-Stahl schied die gebürtige Rostockerin allerdings zeitig aus. SVZ-Redakteur Eckhard Rosentreter sprach anschließend mit der knapp 29-Jährigen Obermeisterin der Bundespolizei über ihre aktuellen Ziele und Pläne für die Zukunft.

Denise Hinrichs, wir haben drei Stöße gesehen, die um die 16 Meter landeten, und Sie haben die alle ungültig gemacht. Was war los?

Hinrichs: Mir war klar, dass das alles nicht für den Endkampf reichen würde, deshalb bin ich über den Balken getreten. Es ging mir gestern nicht gut: Kopf, Hals… alles schmerzte. Als wäre der Stecker gezogen. Ich wusste aber, dass heute Freunde extra wegen mir hier sind, und da wollte ich es wenigstens versuchen und mich zeigen. Es ist aber alles nicht weiter schlimm. Für die deutschen Meisterschaften Mitte Juni in Kassel liege ich voll im Zeitplan.

Zwei Kreuzbänder gerissen, Meniskus lädiert, Seitenbänder… Sie hatten mehrere Jahre einen wahren Leidensweg durchmachen müssen. Vergangenes Jahr sahen wir Sie wieder aktiv, bei der Hallen-EM als Sechste. Wie ist es jetzt um den Körper bestellt?

Da ist alles okay. Aber weitere vier Jahre Leistungssport, also noch einen Olympiazyklus, kann ich mir ganz sicher nicht vorstellen.

Das hört sich nach einem nahen Karriereende an…

Ja, dieses wird mein Abschiedsjahr vom Sport.

Und was haben Sie 2016 noch vor? Ist Olympia in Rio eine reale Option – es wären nach Peking 2008 ihre zweiten Olympischen Spiele?

Erst mal plane ich bis zu den deutschen Meisterschaften. Hinter Christina (Schwanitz – die Weltmeisterin fehlte in Halle noch verletzt/Red.) geht es knapp zu. Ich denke, vier bis fünf Athletinnen können die Norm noch erfüllen.

Bisher hat die geforderten 17,75 m in diesem Jahr aber noch niemand erreicht. Sie selbst waren unter dem Dach mit 17,76 m dabei, doch das zählt nicht…

Entscheidend wird Kassel sein. Und da bin ich bereit! Ich denke, für Rio werden 18 Meter nötig sein. Die will ich schaffen.

18 Meter – wann hatten Sie die zuletzt gestoßen?

Seit 2012 nicht mehr. Deshalb plane ich auch erst mal bis zur DM, und wenn es dann eine Zugabe gibt – um so schöner.

Also deutsche, vielleicht auch Europameisterschaft oder sogar noch einmal Olympia… Was haben Sie dann beruflich vor?

Ich bin ja Beamtin bei der Bundespolizei. Meine konkrete Verwendung nach dem Ende der sportlichen Laufbahn steht noch nicht fest. Etwas in der Öffentlichkeitsarbeit würde mich reizen. Das erfordert natürlich noch Fortbildung.

Und privat? Sie sind fast 29, wohnen seit einigen Jahren mit Ihrem Freund in Grünheide…

Privat wird es ein schönes Jahr! Nach der deutschen Meisterschaft wollen wir heiraten.

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