Hamilton, Rosberg, Schwarzenegger vor Ort : Trauerfeier für Formel-1-Legende in Wien: "Lieber Gott, pass gut auf Niki auf"

Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton geht neben dem Sarg der verstorbenen Motorsport-Legende Niki Lauda vor dem Stephansdom.
Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton geht neben dem Sarg der verstorbenen Motorsport-Legende Niki Lauda vor dem Stephansdom.

Neun Tage nach seinem Tod findet in Wien die Trauerfeier für den dreimaligen Formel-1-Weltmeister Niki Lauda statt.

von
29. Mai 2019, 16:09 Uhr

Wien | Vor dem Stephansdom in Wien bildete sich am Mittwochmorgen eine lange Schlange. Zahlreiche Fans warteten im Regen darauf, sich von Formel-1-Legende Niki Lauda zu verabschieden. Als erster Sportler überhaupt wurde der ehemalige Rennfahrer und Luftfahrtunternehmer im Wiener Stephansdom für die Fans im geschlossenen Sarg öffentlich aufgebahrt.

Ein Helm der verstorbenen Motorsport-Legende Niki Lauda liegt während der öffentlichen Aufbahrung im Wiener Stephansdom, auf dem geschlossenen Sarg. Foto: imago images / ZUMA Press
imago images / ZUMA Press
Ein Helm der verstorbenen Motorsport-Legende Niki Lauda liegt während der öffentlichen Aufbahrung im Wiener Stephansdom, auf dem geschlossenen Sarg. Foto: imago images / ZUMA Press

Auf der gefühlvoll gestalteten Trauerfeier gedachten viele Prominente der Formel-1-Legende: Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton, die Ex-Rennfahrer Nico Rosberg, Alain Prost, Gerhard Berger, Marc Webber und David Coulthard, Motorsport-Weltverbandschef Jean Todt, Ferrari-Grande Luca di Montezemolo, Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff, die Schauspieler Arnold Schwarzenegger und Daniel Brühl sowie Ex-Kanzler Sebastian Kurz waren unter den Trauergästen. "Er hat uns gezeigt, wie weit ein Mensch es bringen kann", sagte Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen dabei über Lauda. "Goodbye, great Champion."

Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton neben Laudas Frau Birgit sowie Mercedes-Teamchef Toto Wolff. Foto: afp/Roland Schlager
afp/Roland Schlager
Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton neben Laudas Frau Birgit sowie Mercedes-Teamchef Toto Wolff. Foto: afp/Roland Schlager
Der deutsche Schauspieler Daniel Brühl spielte Niki Lauda im Film über dessen Leben. Foto: afp/Roland Schlager
AFP/Roland Schlager
Der deutsche Schauspieler Daniel Brühl spielte Niki Lauda im Film über dessen Leben. Foto: afp/Roland Schlager
Arnold Schwarzenegger und seine Freundin Heather Milligan. Foto: afp/Roland Schlager
afp/Roland Schlager
Arnold Schwarzenegger und seine Freundin Heather Milligan. Foto: afp/Roland Schlager
Der österreichische Sänger Andreas Gabalier sowie Ex-Formel-1-Fahrer Nico Rosberg. Foto: afp/Roland Schlager.
afp/Roland Schlager.
Der österreichische Sänger Andreas Gabalier sowie Ex-Formel-1-Fahrer Nico Rosberg. Foto: afp/Roland Schlager.
Österreichs Ex-Kanzler Sebastian Kurz mit Partnerin Susanne Thier. Foto: afp/Roland Schlager
afp/Roland Schlager
Österreichs Ex-Kanzler Sebastian Kurz mit Partnerin Susanne Thier. Foto: afp/Roland Schlager

Weiterlesen: Trauer um Formel-1-Legende Niki Lauda: "Mutigster Mann, den ich je kennenlernte"

Kurz erzählte in seiner Rede von der ersten Begegnung mit Lauda, der er aufgeregt entgegengefiebert habe. "Niki Lauda war einfach in allen Lebensbereichen einer, der früher da ist und gleichzeitig schneller am Ziel", sagte der 32-Jährige. Besonders emotional war die Rede des österreichischen Rennfahrer-Kollegen Gerhard Berger, der sichtlich ergriffen Anekdoten über die aus seiner Sicht uneitle, geradlinige und auch sehr direkte Motorsport-Legende erzählte: "Niki, ich würde lieber mit Dir persönlich sprechen, als über Dich."

Dompfarrer Toni Faber, der die Trauerzeremonie leitete und Lauda als Freund bezeichnete, lobte den Toten als "unprätentiösen, bescheidenen, strahlenden Stern am Rennfahrer-Himmel". "Wie ich selbst einmal persönlich krank war und er mich gesehen hat, mit etwas gelbem Gesicht, da war er liebevoll, empathisch, fast wie ein Seelsorger zu mir. Das werde ich ihm immer danken", sagte Faber am Morgen vor der Trauerfeier, bei der unter anderem "Amazing Grace" und der Tracy-Chapman-Song "Fast Car" gespielt wurden.

Foto: afp/Joe Klamar
JOE KLAMAR
Foto: afp/Joe Klamar

Nach der Trauerfeier im Stephansdom geleiteten unter anderen die Rennfahrer Rosberg, Hamilton, Prost und Valtteri Bottas Laudas Sarg nach draußen, ehe "Niki Nazionale" seine letzte Reise antrat. Das Ziel blieb dabei bis zuletzt geheim, das Angebot für ein Ehrengrab am Wiener Zentralfriedhof lehnte die Familie ab. In einer der Fürbitten gab es bereits einen guten Tipp: "Lieber Gott, pass gut auf Niki auf. Aber gib acht, er war immer schon der Schnellste."

Immer wieder gesundheitliche Probleme

Der dreimalige Formel-1-Weltmeister starb am 20. Mai in einer Klinik in Zürich. Zum Tode Laudas sagte der Mediziner Walter Klepetko vom Wiener Allgemeinen Krankenhaus: "Niki Lauda hat gekämpft. Er war ein toller Mann. Aber es war seit einiger Zeit klar, dass wir ihn nicht mehr auf die "Rennstrecke" zurück bringen können", sagte Klepetko gegenüber APA. "Es gibt keine Todesursache. Es war ein langer Prozess, an dessen Ende der Patient gegangen ist."

Der 70-Jährige mit der roten Kappe als Markenzeichen hatte seit seinem schweren Unfall auf dem Nürburgring 1976 immer wieder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Im August 2018 erhielt er eine Spender-Lunge, nachdem sich sein Zustand wegen einer Entzündung der Lungenbläschen dramatisch verschlechtert hatte.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen