Eindringlicher Appell der Stars : Weltklasse-Handballer sorgen mit Video-Hilferuf für Aufsehen

Nora Mørk (oben l.), Cristina Neagu (unten r.), Uwe Gensheimer (o.r.) und Nikola Karabatic (u.l.) machen bei dem Protest neben anderen Weltklasse-Handballern mit.
Nora Mørk (oben l.), Cristina Neagu (unten r.), Uwe Gensheimer (o.r.) und Nikola Karabatic (u.l.) machen bei dem Protest neben anderen Weltklasse-Handballern mit.

Die weltbesten Handballerinnen und Handballer haben sich zusammen getan, um zu protestieren.

von
03. April 2019, 17:37 Uhr

Paris | Aktuell sind sie die besten Handballerinnen und Handballer, ihr Anliegen hingegen ist schon alt. Mit einem Video haben etliche Weltklasse-Spielerinnen und -Spieler gegen die zunehmende Belastung durch immer mehr Spiele und Turniere protestiert. In dem 1:43 Minuten langen Stück treten Profis wie der deutsche Nationalmannschafts-Kapitän Uwe Gensheimer, die Kieler Patrick Wiencek und Domagoj Duvnjak, der dänische Welthandballer und Weltmeister Mikkel Hansen, die rumänische Welthandballerin Cristina Neagu oder die norwegische Champions-League-Gewinnerin Nora Mørk auf.

"Don't play the Players"

Sie wollen auf die Folgen der Termin-Hatz für die Gesundheit der Spieler und für die Sportart selbst hinweisen. Zudem kritisieren sie, dass die Interessen der Spieler nicht berücksichtigt werden. "Die gesamten Konsequenzen für die Spieler sind, immer mehr zu spielen, ohne dass die Anzahl der Spiele in der gesamten Saison und der Druck auf die Spieler berücksichtigt wird", sagt Gensheimer in dem Video, das am Mittwoch unter dem Hashtag #DontPlayThePlayers (Spielt nicht mit den Spielern) über das soziale Netzwerk Twitter verbreitet wurde.

"Die Folgen sind zahlreich und unverantwortlich gegenüber der Gesundheit der Spieler und letztlich schlecht für unseren Sport, den Handball", klagt der französische Olympiasieger Nikola Karabatić. Mikkel Hansen fordert: "Mit mehreren Ruhetagen stellen wir sicher, dass die Spieler physisch bereit sind und somit ihr Maximum auf dem Platz zeigen können."

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen relevanten Inhalt einer externen Plattform, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich einfach mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder ausblenden.

 Externen Inhalt laden

Mit Aktivierung der Checkbox erklären Sie sich damit einverstanden, dass Inhalte eines externen Anbieters geladen werden. Dabei können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen

Initiator der Aktion ist die europäische Vereinigung der Handballer (EHPU), zu deren Mitgliedern auch die deutsche Vertretung Goal zählt. "Wir sind im zehnten Jahr mit dem Thema unterwegs. Die Erfolge sind überschaubar", sagte der deutsche EHPU-Vizepräsident Markus Rominger, selbst mehrere Jahre Bundesliga-Torwart.

Mitglieder und Migration: Handball will vielfältiger werden

Die Idee zu dem Video entstand bei der Männer-WM in Deutschland und Dänemark im Januar. "Das war ein Selbstläufer", meinte Rominger. Mit dem Video ging zugleich auch eine Einladung an die Präsidenten und Generalsekretäre des Weltverbandes IHF und des europäischen Verbandes EHF zu einem Gespräch anlässlich des Final Fours in der Champions League am 1. und 2. Juni. Laut Rominger hat die EHF schon zugesagt. Mit der EHF sei der Kontakt ohnehin sehr gut, meinte der Ex-Profi. In Köln sollen die Funktionäre direkt die Spieler anhören.

Seit Jahren wird über die Belastung im Handball diskutiert, zuletzt während und nach der Männer-WM. So mussten viele der Bundesliga-Spieler nach zehn WM-Partien in 18 Tagen bereits anderthalb Wochen später mit ihren Vereinen um Punkte in der Liga und im Europapokal spielen.

Zurück nach Deutschland: Handballer Gensheimer verlässt Paris Saint-Germain

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen