Nach Eklat um Serena Williams : Von Beleidigungen und Psychospielen: Die skurrilsten Tennis-Ausraster

Der Argentinier David Nalbandian verletzte einen Linienrichter.
Der Argentinier David Nalbandian verletzte einen Linienrichter.

Der sonst so faire Tennissport bringt immer mal wieder Ausraster hervor – eine Auswahl legendärer Auftritte.

svz.de von
10. September 2018, 12:21 Uhr

Hamburg | Sie schimpfte, weinte und zerschlug ihren Tennisschläger – Serena Williams. Die US-Amerikanerin sorgte während des US-Open-Finales, welches sie gegen Naomi Osaka verlor, für einen Skandal. Nun wurde sie für ihre Aktionen zu einer Geldstrafe verdonnert.

Williams ist nicht die erste Sünderin im weißen Sport. Ganz im Gegenteil: In der Vergangenheit konnten sich etliche Profis auf dem Court nicht beherrschen – wir haben einige der skurrilsten Aufreger der Tennisgeschichte im Folgenden aufgelistet.

Der Ausraster von Serena Williams im Video:

 

Denis Shapovalov bricht Schiedsrichter die Augenhöhle

Der Kanadier Denis Shapovalov gilt als sehr sympathischer, angenehmer Tennisspieler. Sein Ärger über einen verlorenen Punkt beim Davis Cup 2017 hatte jedoch fatale Folgen. Shapovalov schlug den Ball frustriert und ohne hinzuschauen von sich weg. Das Problem: Der Ball erwischte den Schiedsrichter so hart am Kopf, dass seine Augenhöhle brach. Shapovalov sah man den Schrecken im Gesicht an, im Anschluss wurde der Kanadier disqualifiziert.

Rafael Nadal trifft Novak Djokovic im Gesicht

Im Tennis vermeiden es die Athleten, den Ball in Richtung Kopf des Gegners zu schlagen. Schlimme Verletzungen wären die Folge. Dass diese Etiquette nicht immer eingehalten wird beziehungsweise werden kann, erfuhr auf schmerzhafte Art und Weise Novak Djokovic beim ATP-Turnier in Montreal. Sein Gegenüber Rafael Nadal schlug den Ball aus kürzester Distanz an den Kopf von Djokovic. Dieser zeigte sich alles andere als begeistert.

Viktor Troicki rastet (mal wieder) aus

Rumschreien und Diskussionen mit dem Schiedsrichter gehören zum Repertoire von Viktor Troicki. Kaum ein anderer Tennisspieler beherrscht das so gut wie Troicki. In Hochform präsentierte sich der Serbe bei einem ATP-Turnier in Wien. Der Ablauf? Klassisch. Sein Gegner Kevin Anderson bekommt einen Punkt zugesprochen, Troicki selbst sah den Ball jedoch im Aus. "Warum immer ich", fragt sich der Serbe fortwährend. Er lässt nicht locker und fragt unentwegt nach dem Supervisor – ohne Erfolg

Morddrohung von Serena Williams?

Serena Williams leistete sich bei den US-Open in New York nicht ihren ersten Ausraster. Während des Duells mit Kim Clijsters beim Turnier in den USA im Jahr 2009 wird ihr ein Fußfehler angekreidet – ausgerechnet beim Matchball. Williams sieht das naturgemäß anders und legt sich mit einer Linienrichterin ein. "Bei Gott, ich schwöre, dass ich dir einen dieser verdammten Bälle in den Hals schiebe. Ich schwöre es.“ Nur 120 Sekunden später wird das Match nicht mehr weitergeführt, Clijsters stand plötzlich im Finale.

David Nalbandian verletzt Linienrichter

Was hat sich David Nalbandian dabei gedacht? Im Spiel gegen Marin Cilic in 2012 rastet der Argentinier aus und kickt einem Linienrichter aus kürzester Distanz eine Art Absperrung mit voller Kraft gegen das Schienbein. Der Linienrichter blutet sofort und muss behandelt werden, Nalbandian wird disqualifiziert.

Einer für die "Hall of Fame" der Ausraster: John McEnroe in Stockholm

Natürlich darf John McEnroe nicht fehlen. Der "Bad Boy" des Tennissports hatte seinen berühmtesten Ausraster in Stockholm. 1984 legt sich der temperamentvolle Brite mit dem Schiedsrichter an. Unter anderem brüllt ihn McEnroe mit dem Wort "Jerk" (deutsch: Vollidiot) an. Im Anschluss schlägt er wild um sich und trifft dabei Becher und andere Behälter neben seiner Bank.

John McEnroes Hattrick

Drei Code Violations handelte sich John McEnroe bei den Australian Open im Jahr 1990 ein. Nach einer Entscheidung, die dem US-Amerikaner gar nicht schmeckte, stellte er sich wortlos ganz nah vor den Linienrichter, blickte ihn drohend an und spielte mit den Tennissbällen vor dessen Nase herum. Den Punktabzug erhielt McEnroe, nachdem er seinen Schläger aus Frust zu Boden warf. Ebenfalls nicht zufrieden mit dieser Entscheidung fluchte der Brite lautstark. Das hörte natürlich der Schiedsrichter und disqualifizierte McEnroe.

Andre Agassi und Karol Kucera leisten sich Psychospielchen

Natürlich kommt es beim Tennis vor, dass ein Spieler ein zweites Mal zum Aufschlag ansetzen muss. Doch was sich Karol Kucera bei den US-Open 1998 leistete, kann kein Zufall gewesen sein. Immer wieder warf er den Ball zum Aufschlag in die Höhe, um diesen dann wieder zu Boden fallen zu lassen. Kontrahent Andre Agassi, sichtlich genervt, geht zum Schiedsrichter und fragt: "Wie oft lässt du ihm das durchgehen?" Der Referee reagiert offensichtlich nicht wie gewünscht, sodass Agassi selbst seine Rache vollzieht. Er tut es Kucera gleich und provoziert mit derselben Aktion – immer und immer wieder.


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