Davis Cup : Kohlschreiber zittert, Zverev souverän: Tennisherren starten mit Siegen gegen Ungarn

Alexander Zverev überzeugte bei seinem Auftritt gegen Peter Nagy.
Alexander Zverev überzeugte bei seinem Auftritt gegen Peter Nagy.

Dass Philipp Kohlschreiber im Auftakteinzel des Davis-Cup-Duells mit Ungarn viel Mühe hat, hatte kaum jemand erwartet.

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01. Februar 2019, 20:57 Uhr

Frankfurt | Philipp Kohlschreiber wendete knapp eine blamable Niederlage ab, Alexander Zverev siegte sicher in zwei klaren Sätzen: Trotz des Zitterns des Routiniers führen die deutschen Tennis-Herren im Davis-Cup-Heimspiel gegen Ungarn mit 2:0 und sind nur noch einen Sieg vom Erreichen der Finalrunden-Premiere entfernt. Am Eröffnungstag der zweitägigen Begegnung in Frankfurt am Main rang Kohlschreiber den Weltranglisten-371. Zsombor Piros mit 6:7 (6:8), 7:5, 6:4 nieder. Anschließend gewann die deutsche Nummer eins Zverev ungefährdet mit 6:2, 6:2 gegen Peter Nagy.

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Das Doppel am Samstag (12 Uhr/DAZN) kann das Weiterkommen bereits perfekt machen. Das nominierte Duo Jan-Lennard Struff und Tim Pütz ist in drei gemeinsamen Davis-Cup-Doppeln noch unbesiegt.

Kohlschreiber "unglaublich nervös"

Kohlschreiber pustete nach seinem Nervenspiel über 2:39 Stunden kräftig durch, klatschte mit Boris Becker ab und umarmte den Herren-Chef im deutschen Tennis ebenso wie Teamchef Michael Kohlmann. "Einen Alptraum war es auf keinen Fall", sagte der Weltranglisten-32. nach seinem enttäuschenden Auftritt und gab zu, "unglaublich nervös" gewesen zu sein: "Man muss nicht darüber reden, dass ich nicht meinen besten Tag hatte, aber ich habe ein großes Kämpferherz gezeigt."

Dass anders als bisher nur über zwei Gewinnsätze gespielt wurde, sei für ihn "komisch" gewesen, sagte Kohlschreiber. Die neue Regelung ist ein Ergebnis der umfangreichen Reform des Nationen-Wettbewerbs. Als Folge dessen zieht der Sieger dieser Auftaktrunde auch nicht wie bislang ins Viertelfinale ein, sondern erreicht die neu geschaffene Endrunde vom 18. bis 24. November in Madrid.

Deutschland in der Favoritenrolle

Die Favoritenrolle war in diesem Duell der deutschen Topbesetzung gegen die ersatzgeschwächten Ungarn klar vergeben. An dem Gesamterfolg der Gastgeber hatte eigentlich schon nach der Nominierung keine Zweifel mehr bestanden. Doch Kohlschreiber erwischte vor 5000 Zuschauern in der Frankfurter Fraport Arena einen schlechten Start und zeigte eine enttäuschende Leistung. Im zweiten Satz musste er ein 1:3 wettmachen und war bei 4:5 nur zwei Punkte vor einer völlig unerwarteten Pleite entfernt.

Piros überraschte den Augsburger mit seiner Spielweise insbesondere zu Beginn. Der Junioren-Sieger der Australian Open von 2017 spielte frei auf, agierte mutig und rückte mehrfach erfolgreich ans Netz vor. Kohlschreiber fehlte die Länge in den Grundschlägen.

Große Emotionen im Davis Cup

Es sei nicht die Angst vor der Blamage gewesen, sagte der erfahrenste Spieler des deutschen Teams. "Es sind einfach die Emotionen, die man im Davis Cup entwickelt. Dann kommt die Nationalhymne, Gänsehaut, und auf einmal steckt ein kleiner Schweinehund in dir, der dich zurückhalt, nicht so klar denken lässt."

Der Weltranglisten-Dritte Zverev war in seinem ersten Auftritt nach seinem Achtelfinal-Aus bei den Australian Open wenig gefordert. Der Hamburger beherrschte den 26-jährigen Nagy von Beginn an - wie es erwartet worden war: Nagy wird momentan nicht in der ATP-Weltrangliste geführt. Wenigstens diese Partie lief wie geplant.

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