Erstrunden-Debakel in Wimbledon : "Was da los ist, ist abartig": Zverev nach Blamage mit Wut-Aussagen

Für Alexander Zverev lief nicht viel zusammen.
Für Alexander Zverev lief nicht viel zusammen.

Die Gründe für die bitte Erstrunden-Niederlage sieht Alexander Zverev offensichtlich neben dem Platz.

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02. Juli 2019, 06:10 Uhr

London | Im Frust über sein Erstrunden-Debakel in Wimbledon scheute Alexander Zverev an einem denkwürdigen deutschen Tennis-Tag nicht vor klaren Worten zurück. Unumwunden sprach der Weltranglisten-Fünfte von einem "Selbstbewusstsein unter Null", von Problemen abseits des Tennis-Platzes und – ohne den Namen zu nennen – vom Streit mit seinem Manager Patricio Apey. "Ein Mensch, von dem ich dachte, er sei mein Freund, mit dem ich über Jahre zusammengearbeitet habe, tut alles, um mir zu schaden", sagte der Weltranglisten-Fünfte am Montag in London. "Sie können sich nicht vorstellen, was gerade passiert. Was da los ist, ist abartig. Ich bin sehr wütend darüber."

Nach seinem überraschenden 6:4, 3:6, 2:6, 5:7 gegen den tschechischen Qualifikanten Jiri Vesely hatte es Zverev eilig und stellte sich schon etwa 20 Minuten später den Fragen. "Die letzten zwei Tage waren hart für mich, ich will nicht ins Detail gehen, aber das muss ich in Ordnung bringen", sagte der Hamburger, der sich mit seinem langjährigen Manager im Rechtsstreit befindet.

Bitterer Tag für den deutschen Tennis

Das Zverev-Aus war die bittere Krönung eines vollends gebrauchten Tages des deutschen Tennisbundes. Alle sieben deutschen Starter am Eröffnungstag des dritten Grand-Slam-Turniers der Saison schieden aus: Philipp Kohlschreiber, Mona Barthel, Anna-Lena Friedsam, Peter Gojowczyk, Cedrik-Marcel Stebe und Mischa Zverev konnten bereits nach Tag eins die Heimreise antreten.

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"Mein Selbstbewusstsein ist gerade unter Null. Ich habe nicht viel gewonnen in diesem Jahr", haderte Zverev: "Ich hätte dieses Match gewinnen können." Die Niederlage gegen Vesely fügte sich ein in das Auf und Ab in einer bislang durchwachsenen Saison der deutschen Nummer eins und passt so gar nicht in den stringenten Karriereplan des French-Open-Viertelfinalisten.

Davis-Cup-Teamchef Michael Kohlmann hatte ihm beim Rasenklassiker diesmal sogar den Halbfinaleinzug zugetraut. "Ich habe immer gesagt, dass die US Open in diesem Jahr das Grand Slam Turnier sind, wo ich meinen Durchbruch schaffen will", sagte Zverev und kündigte an, mit Tennis erst einmal nichts zu tun haben zu wollen: "Ich werde ein paar Tage frei nehmen – irgendwo, wo mich keiner finden kann."

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