DFB-Ehrenspielführer : Vorbild Beckenbauer: Legende Lahm überrascht mit Laudatio

Ausgezeichnet: Philipp Lahm mit seiner Trophäe «Legende des Sports».
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Ausgezeichnet: Philipp Lahm mit seiner Trophäe «Legende des Sports».

Angelique Kerber und Philipp Lahm sind die prägenden Gesichter auf dem 37. SportpresseBall in Frankfurt. Die Wimbledonsiegerin und der Ex-Fußballer werden im feierlichen Rahmen für ihre Leistungen geehrt.

svz.de von
04. November 2018, 12:53 Uhr

Angelique Kerber nahm mit glänzenden Augen die Auszeichnung als «Sportlerin mit Herz» aus den Händen von Schmusebarde James Blunt entgegen, Philipp Lahm war die Ehrung als «Legende des Sports» dagegen fast schon ein wenig peinlich.

«Ich hoffe, dass ich noch nicht einmal die Hälfte meines Lebens hinter mir habe. Deshalb ist es ein komisches Gefühl», sagte der 34 Jahre alte Ex-Fußballstar auf dem Roten Teppich der Alten Oper in Frankfurt.

Der Kapitän der Weltmeistermannschaft von 2014 rückte in eine Reihe mit Stars wie Heiner Brand, Boris Becker, Katarina Witt, Michael Schumacher, Uwe Seeler oder Franz Beckenbauer - und den «Kaiser» in seiner Dankesrede in den Fokus. «Wenn mich jemand fragt, wer eine Legende ist, dann ist es Franz Beckenbauer», rief Lahm den Ballgästen zu. «Er verströmte immer etwas positives, etwas natürliches - so eine Art Aufbruchstimmung. Und wenn er etwas angepackt hat, wurde auch etwas daraus.»

Das gilt auch für Lahm. Der Sprung vom Fußballstar zum Privatmann ist dem früheren Bayern-Kapitän, der mit den Münchnern 2013 die Champions League sowie mehrmals den Meistertitel und DFB-Pokal gewann, bestens gelungen. Doch über seine eigenen Erfolge verlor er kein Wort.

Vielmehr geriet sein vierminütiger Vortrag zu einer Laudatio auf die Lichtgestalt des deutschen Fußballs, auf die durch die Sommermärchen-Affäre ein Schatten gefallen ist. «Ich blende die Misstöne nicht aus, sie harren ihrer Klärung», sagte Lahm über das immer noch ungelöste Rätsel der falsch deklarierten 6,7-Millionen-Euro-Zahlung im Zuge der Bewerbung um die WM 2006. «Aber ich möchte an das schöne Ereignis erinnern, das unser Land als großartigen, heiteren Gastgeber gezeigt und das Bild Deutschlands auf Jahre hinaus positiv geprägt hat.»

Für 2024 wünscht sich Lahm eine EURO, «die ähnlich positive und leidenschaftliche Gefühle erzeugt». Er selbst soll in exponierter Stellung dabei mithelfen, die Heim-EM in sechs Jahren zu einem vollen Erfolg zu machen. Ob als Ok-Chef, ist noch offen. Das genaue Stellenprofil werde momentan besprochen, sagte Lahm.

Schon bei der erfolgreichen Kandidatur im Duell mit dem Mitbewerber Türkei saß er als EM-Botschafter im Boot des Deutschen Fußball-Bundes, der ihn dafür fürstlich entlohnte. DFB-Chef Reinhard Grindel warb zuletzt sogar um eine aktive Rolle Lahms im Verbandspräsidium. «Die Auszeichnung gibt Rückenwind für die großen Aufgaben», bedankte sich Lahm für die Ehrung.

Auch Kerber hat noch Großes vor. Denn das überragende Comeback auf dem Court mit dem ersten deutschen Wimbledon-Triumph seit Steffi Graf vor 22 Jahren als Höhepunkt hat die «Sportlerin mit Herz» auf den Geschmack gebracht. «Es ist immer noch Gänsehaut pur, wenn ich die Bilder sehe. Dann fühle ich die Emotionen, die ich dort zwei Wochen erlebt habe», sagte die 30-Jährige rückblickend und kündigte an: «Ich habe nichts dagegen, im nächsten Jahr wieder nach Wimbledon zu fahren und noch einmal zu gewinnen.»

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