SSC in Wiesbaden : „Volle Kanne reingehauen“

Erlösender Jubel (v. l.): Alice Blom, Sabrina Krause und Michaela Wessely feiern den Sieg in Wiesbaden.
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Erlösender Jubel (v. l.): Alice Blom, Sabrina Krause und Michaela Wessely feiern den Sieg in Wiesbaden.

Die „Küken“ im Kader der Schweriner Bundesliga-Volleyballerinnen drehen die Partie in Wiesbaden zum 3:2-Sieg

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06. März 2016, 20:45 Uhr

Die „Küken“ überraschten selbst ihren Trainer. „Das war unglaublich“, frohlockte Felix Koslowski. „Ich bin vollkommen begeistert und erstaunt, wie unsere junge Garde das Spiel noch gerockt hat. Wir hatten in der Schlussphase teils eine Mannschaft auf dem Feld, in der niemand älter als 20 war.“

Der Schweriner SC lag beim VC Wiesbaden mit 1:2 Sätzen hinten, da beschloss Koslowski, nahezu alle seine Leistungsträgerinnen zu schonen. Stattdessen spielten die Mittelblockerinnen Marie Schölzel (18) und Sabrina Krause (17), Diagonalspielerin Marie Holstein (18), Libero Elisa Lohmann (17) sowie Zuspielerin Michaela Wessely (20). Und siehe da: Die zweite Garnitur drehte die verloren geglaubte Begegnung. Verwandelte im vierten Durchgang ein 17:21 noch in ein 26:24 und setzte sich schließlich auch im Tiebreak klar mit 15:11 durch. Am Ende hieß es also 3:2 (22, -17, -14, 24, 11) für die Gäste, die schon zuvor als Tabellenzweite festgestanden hatten.

„Für uns ging es um nichts mehr. Vielleicht waren wir deswegen etwas unkonzentriert“, meinte SSC-Kapitän Lousi Souza Ziegler bei der Rückkehr an ihre alte Wirkungsstätte. Und lobte dafür umso mehr die starken Nachwuchskräfte: „Sie haben das super gemacht. Haben überhaupt keine Nerven gezeigt. Und das nicht gegen irgendwen, sondern gegen Wiesbaden.“

Koslowski hatte Mittelblockerin Anja Brandt und Libero Stefanie Golla (beide krank) gleich zu Hause gelassen und mit Veronika Hroncekova (Knieprobleme) blieb die zweite etatmäßige Mittelblockerin auf der Bank. Dennoch rang Schwerin den letztjährigen DM-Dritten im ersten Satz mit 25:22 nieder. Zwischendrin gelangen der gut aufgelegten Schölzel fünf Zähler hintereinander zum 21:16. Die SSC-Profis erzielten auch in der Endphase vier Punkte in Folge, die finalen zwei markierte die erst kurz zuvor eingewechselte Ariel Turner.

Im zweiten und dritten Satz sollte nicht allzuviel klappen. „Wir produzierten viel zu viele Eigenfehler“, bedauerte Koslowski, dessen Team zu oft ins Netz griff, an die Antenne schlug oder sich Zuspielfehler leistete. Der Coach war phasenweise sichtlich bedient. Sein Frust entlud sich bei einer Fehlentscheidung der Referees, die einen Wiesbaden-Angriff im Feld sahen. Koslowski moserte, sah die Rote Karte und der VCW erhielt einen zusätzlichen Punkt zum 19:12. „Ich bin eben ein emotionaler Mensch“, sagte der 31-Jährige.

Der Fokus gilt nun dem Halbfinal-Hinspiel im europäischen CEV-Cup gegen Galatasaray Istanbul morgen Abend ab 19 Uhr in der noch nicht ganz ausverkauften heimischen Palmberg-Arena. „Da werden wir ganz anders auftreten. Viel fokussierter“, ist Ziegler überzeugt.

Auf der Heimfahrt wurden die „Küken“ gefeiert. „Es war ein tolles Gefühl, so viel zu spielen und dann auch noch zu gewinnen“, strahlte Wessely, die als „wertvollste Spielerin der Partie“ ausgezeichnet wurde. Und kurz und knapp das Erfolgsrezept für die fulminante Endphase beschrieb: „Wir haben gar nicht lange geredet, sondern einfach volle Kanne alles reingehauen.“


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