Schweriner SC : Weiße Weste hält gegen Rote Raben

Abklatschen mit den Fans, v.l.: Lousi Souza Ziegler, Janine Völker und Diana Nenova. Fotos: Dietmar Albrecht
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Abklatschen mit den Fans, v.l.: Lousi Souza Ziegler, Janine Völker und Diana Nenova. Fotos: Dietmar Albrecht

Schweriner SC gewinnt sein Heimspiel gegen Pokalsieger Vilsbiburg klar mit 3:0 (23, 13, 23) und bleibt in der Bundesliga ungeschlagen

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30. November 2014, 20:45 Uhr

„Wir greifen wieder an!“ So lautet der Saisonslogan des im Vorjahr in Sachen Titelgewinn leer ausgegangenen deutschen Rekordmeisters im Frauen-Volleyball, Schweriner SC. Dass das alles andere als eine leere Drohung ist, bekamen am Samstagabend die Roten Raben aus Vilsbiburg zu spüren. Die Mannschaft des amtierenden DVV-Pokalsiegers und Vizemeisters 2013/14 machte jedenfalls recht schnell einen ziemlich angegriffenen Eindruck.

Ganze vier Minuten und 20 Sekunden war die Bundesliga-Partie vor 1641 Zuschauern in der Schweriner Arena alt, als Gästetrainer Jan de Brandt beim Stand von 3:6 im ersten Satz offenbar schon großes Unheil witterte und er mittels Auszeit versuchte, dem Geschehen auf dem Feld eine andere Richtung zu geben. Vergebens. Die Bälle flogen seinen Mädels weiterhin nur so um die Ohren. Am Ende stand ein 3:0 (23, 15, 23)-Erfolg des SSC zu Buche, dessen Deutlichkeit die nackten Zahlen nicht annähernd widerspiegeln.

Danach war es ausgerechnet der glückstrahlende SSC-Trainer Felix Koslowski, der davor warnte, den siebten Sieg seines Sechsers im siebten Bundesligaspiel und zehnten Erfolg inclusive Europa- und DVV-Pokal überzubewerten. „Vilsbiburg kam geradewegs vom EC-Spiel aus Baku. Dass man nach so einer Tour ziemlich müde sein kann, haben wir selbst beim 3:2 gegen Stuttgart nach unserem Belgien-Trip ja auch gerade erst erlebt.“

Im Gegensatz zu jenem Kraftakt gegen das Schwaben-Team vor zwei Wochen war seine Mannschaft diesmal sofort zu hundert Prozent präsent und blieb es bis zum Ende. „Wir haben uns heute keine wesentlichen Aussetzer geleistet, von Anfang an sehr konzentriert und sehr gut gespielt. Wir haben sehr gut aufgeschlagen, standen stabil in der Annahme und sehr solide im Block und in der Feldabwehr. Kurz gesagt: Wir waren heute in allen Belangen besser“, analysierte der Coach und sagte grinsend: „Gegen Vilsbiburg 3:0 zu gewinnen macht immer Spaß, besonders da wir im Vorjahr hier noch 3:0 verhauen worden waren.“

Dass die Roten Raben diesmal spielerisch blass und die Weste des SSC weiß blieben, führte der Trainer darauf zurück, „dass wir die gegnerischen Außenangreiferinnen von Anfang an aus dem Spiel nehmen konnten. Dann kann eine Ausnahmekönnerin wie die Kubanerin Mesa Punkte machen, wie sie will, allein kann selbst sie so ein Spiel nicht nach Hause bringen.“

Doch selbst Vilsbiburgs Hauptangreiferin wurde immer wieder erfolgreich geblockt, wobei sich diesmal besonders Veronika Hroncekova sowie das Holländer-Duo Yvon Beliën und Lonneke Sloetjes hervortaten. Letztere wurde vom Gästetrainer auch zur wertvollsten Spielerin auf Seiten des SSC gewählt. „Wir haben in der Blockabwehr nichts zugelassen. Das war perfekt“, freute sich die 24-Jährige, die nach einem Blitztransfer von ihrem pleitegegangenen italienischen Verein erst seit rund vier Wochen das SSC-Trikot trägt.

Erst zum zweiten Satz hatte Koslowski sie übrigens für Saskia Hippe eingewechselt. „Sassi hat gegen Oudegem und in Potsdam gut gespielt. Jetzt brauchte sie mal eine Pause.“

Wie mit Sloetjes war der Coach auch mit seinen anderen Einwechslern zufrieden. „Jeder sollte nochmal Spielpraxis sammeln. Das haben sie allesamt genutzt und das freut mich ungemein. Denn das weitaus wichtigere Spiel haben wir am Mittwoch im Pokal-Viertelfinale in Stuttgart zu bestehen“, sagte der Trainer. „Und das wird eine ganz heiße Schlacht.“

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