Schweriner SC : Vom Gegenwind verweht

Zuverlässig: Lousi Souza Ziegler (l.) verbuchte am Sonnabend in Aachen wieder 20 Punkte.
Zuverlässig: Lousi Souza Ziegler (l.) verbuchte am Sonnabend in Aachen wieder 20 Punkte.

Schweriner Volleyballerinnen verlieren erstes Spiel im Play-off-Viertelfinale in Aachen mit 1:3 / Sonnabend Spiel 2 in der Arena

von
30. März 2014, 20:45 Uhr

Aachen spielt bergab, Schwerin spielt bergauf. Das wurde mehr als deutlich im Hinspiel des Viertelfinales um die deutsche Volleyball-Meisterschaft zwischen den Aachener Ladies in black und den Frauen des Schweriner SC. 1:3 (30, -20, -19, -30) haben die Schwerinerinnen im Westzipfel der Republik verloren.

Wie sehr der Emporkömmling aus Aachen gerade Rückenwind hat, der den SC-Frauen heftig ins Gesicht bläst, wurde beim letzten Ball des Spiels deutlich. Aachens Tatiana Crkonova schlägt auf, der Ball bleibt an der Netzkante kleben und tropft ins Schweriner Feld zum 32:30. So einfach und aus Schweriner Sicht bitter endete ein vierter Satz, in dem sich beide Teams eine halbe Stunde lang einen offenen Schlagabtausch geliefert hatten. Und in dem Felix Koslowskis Frauen dreimal Satzball hatten. Trotzdem ist es nicht gelungen, den Tiebreak zu erzwingen.

Der Matchball alleine erklärt allerdings nicht, warum der SSC so große Probleme mit den Aachenerinnen hat. Die Ladies haben sechs Jahre lang im Keller der Bundesligatabelle gelebt. Druck gibt es beim erstarkten Kellerkind nicht, im Gegensatz zu Schwerin, dem Meister und Pokalsieger der vergangenen zwei Spielzeiten. „Aachen hat ein starkes Team mit mehr Erfahrung als wir in unserer jetzigen Situation“, sagte Koslowski.


Aachen ohne Druck, SSC mit viel Pech


Aachen hat nicht nur keinen Druck, sondern auch nicht das eklatante Verletzungspech des SSC. Libero Janine Völker und Angreiferin Tatyana Mudritskaya haben in der Woche vor der Partie verletzungsbedingt nicht trainiert. Und das in einer Saison mit ohnehin außergewöhnlich hohem Verletzungspech. „Wir spielen deswegen einfach mit zu vielen Hochs und Tiefs“, sagte Koslowski. Im ersten und vierten Satz war Schwerin auf Augenhöhe. Durchgang eins ging an die SSC-Frauen, weil Spielmacherin Tanja Joachim zum 32:30 blockte. Am Ende des vierten Satzes passierte der Netzroller.

Dazwischen spielte Schwerin unterem anderem Aachens Yvon Belien warm. Neunmal packte die Niederländerin im Block zu, insgesamt erzielte Aachen so 24 Punkte. Beinahe im Alleingang holte Belien den Aachener 15:9-Vorsprung in Satz zwei mit ihrem Blockspiel heraus, weil es ihr gelang, das Schweriner Spiel über die Mitte zu unterbinden. Deswegen wählte Joachim oft den Weg über die Außenpositionen – worauf sich Aachen leicht einstellen konnte. Vor allem Jana Poll hatte die gesamte Partie über damit zu kämpfen, dass sie sich zu oft einem stabilen Doppelblock gegenübersah.

Gerade als der SSC sich nach einer starken Joachim-Abwehr und einem erfolgreichen Gegenangriff von Veronika Hroncekova auf 16:17 herangearbeitet hatte, schlug Belien wieder zu. Diesmal mit Aufschlägen, auf die Schwerin bis zum vorentscheidenden 16:20 keine Antwort hatte. Am Ende von Satz drei konnten sich die Gäste nicht auf die eingewechselte Aachener Angreiferin Romana Stankova einstellen. Erst blockte sie, dann hämmerte sie genau da hin, wo weder der Schweriner Block, noch die Abwehr zu finden waren. Solche Angriffe gelingen nur mit Rückenwind.

Felix Koslowski äußerte in Aachen eine Hoffnung. „Wir haben drei Wochen lang nicht mit der Aufstellung trainieren können, die hier auf dem Feld gestanden hat. Hoffentlich ist das vor dem Rückspiel möglich. Das würde uns helfen, etwas Sicherheit zu finden.“ Die braucht Schwerin, wenn die Mannschaft am kommenden Sonnabend das frühe Ende einer schwierigen Saison verhindern will. Verliert der SCC sein Heimspiel, dann ist Schluss. Der Druck vor heimischer Kulisse ist groß, der Gegenwind bleibt. Aachen dagegen kommt mit dem Rückenwind des Siegs im ersten Play-off-Spiel der Vereinsgeschichte nach Schwerin.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen