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Volleyball SSC : Trauma Scharrena ist bezwungen

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Volleyballerinnen des Schweriner SC gehen mit einem 3:1-Erfolg beim Angstgegner Allianz MTV Stuttgart in die Winterpause

svz.de von
erstellt am 20.Dez.2015 | 21:00 Uhr

Wenn es läuft, dann läuft es eben: Die Revanche für das erneute schmachvolle Aus im Viertelfinale des DVV-Pokals ist geglückt, der Schweriner SC unterstreicht seine Topform und schlägt Allianz MTV Stuttgart mit 3:1 (-19, 22, 18, 20). Das Trauma Scharrena ist bezwungen.

Am Ende der 99-minütigen Partie konnte Schwerins Trainer Felix Koslowski erleichtert aufatmen.„Wir haben es geschafft, Stuttgart zu Hause zu schlagen. Zum ersten Mal in diesem Jahr. Jetzt können wir in aller Ruhe in die Pause gehen“, sagte der Interims-Bundestrainer. Zuletzt wurde sein Team zweimal in der Scharrena aus dem Pokal gekickt und auch im Play-off-Halbfinale der vergangenen Saison gab es in der Stuttgarter Volleyball-Halle unter der Untertürkheimer Kurve der Mercedes-Benz-Arena keinen Sieg für den Rekordmeister.

Doch jetzt stimmt die Bilanz: Mit nur einer Niederlage in der Hinrunde thront der Schweriner SC an der Tabellenspitze und steht im europäischen CEV-Pokal im Viertelfinale. Es läuft eben derzeit beim zehnfachen deutschen Meister und fünffachen Pokalsieger.

Dabei sah es anfangs gar nicht danach aus. Da lief es nämlich beim Gastgeber Allianz MTV Stuttgart wie am Schnürchen. Angeführt von Kapitän Kim Renkema, die alleine acht Punkte im ersten Satz beisteuerte, fegte der Vizemeister vor 1600 Zuschauern über die Gäste aus dem hohen Norden hinweg wie ein Wintersturm. 5:0, 8:2, 13:5 lauteten die Stationen. „Da haben wir den perfekten Satz gespielt“, sagte Trainer Guillermo Naranjo Hernández. Die Zahnräder griffen ineinander wie schon zuletzt beim Überraschungserfolg über Lok Baku in der Champions League.

Doch plötzlich lief es gar nicht mehr. „Schwerin stellte um, es wurde schwierig. Wir lagen immer hinten, kämpften uns zwar immer wieder ran, aber es reichte nicht“, sagte Hernández. Selbst im vierten Satz, als es nach aufgrund einer längeren Stuttgarter Führung nach Tiebreak roch in der Scharrena, legten die Gäste nach. „Ich bin in der Auszeit laut geworden und das Team hat eine gute Reaktion gezeigt. Mit einem 7:1-Lauf haben wir uns den Satz dann doch noch geholt“, freute sich Felix Koslowski über die Teamleistung.

Der SSC verdankt seinen Sieg auch der Lufthoheit von Tabitha Love. Die kanadische Diagonalangreiferin (1,96 Meter groß) im Schweriner Trikot kam auf 23 Punkte und war kaum zu bändigen, während Lousiane Penha Souza Ziegler (14) und Nationalspielerin Jennifer Geertjes (12) weitere Punkte zum lang ersehnten Erfolg in Stuttgart beisteuerten. „Wir haben jetzt achtmal innerhalb eines Jahres gegen Stuttgart gespielt, davon fünfmal auswärts, und fast immer verloren“, rechnete Koslowski vor. Auch an die langen deprimierenden Busheimfahrten nach einer Niederlage erinnerte er sich noch zu gut.

Dieses Mal war alles anders. Nur der überraschende Auftritt von Mitarbeitern der nationalen Doping-Behörde NADA stoppte den Schweriner SC noch vor der Heimfahrt. Manchmal läuft es eben nicht, selbst, wenn‘s läuft.

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