SSC-Volleyball : Traum von Halle ist ausgeträumt

Wer braucht mehr Trost? Pauliina Vilponen, Geburtstagskind Denise Imoudu und Janine Völker (v. l.)  sind nach dem Spiel tief traurig.
Wer braucht mehr Trost? Pauliina Vilponen, Geburtstagskind Denise Imoudu und Janine Völker (v. l.) sind nach dem Spiel tief traurig.

Schweriner Volleyballerinnen verlieren Pokal-Halbfinale bei den VolleyStars Thüringen mit 1:3

svz.de von
15. Dezember 2013, 18:29 Uhr

Für Felix Koslowski muss es eine eigenartige Niederlage gewesen sein. Minutenlang saß er nach dem letzten Ballwechsel auf seinem Stuhl hinter der Seitenlinie und studierte gedankenversunken die Spielstatistik. Beinahe verpasste er sogar die Ehrung der wertvollsten Spielerinnen, hatte die Aufforderung des Hallensprechers wohl nicht gehört.

Vielleicht wollte er sich auch nicht die Jubel-Arien seines Ex-Vereins ansehen, der am 2. März 2014 bereits zum vierten Mal innerhalb von sechs Jahren im Pokalfinale spielen wird. Ausgerechnet die VolleyStars Thüringen, mit dessen Vorgänger-Mannschaft VfB Suhl Koslowski im Jahr 2011 ebenfalls in Halle/Westfalen gespielt hatte, werden nun die Stelle seiner Schwerinerinnen einnehmen. Mit dem Suhler Trainer Sebastian Leipold – wie sein einstiger Mannschaftskamerad und Co-Trainer-Kollege Koslowski auch ein gebürtiger Schweriner – werden die Norddeutschen aber irgendwie doch vertreten sein. Jetzt stand Felix Koslowski auf der anderen Seite, trug die nicht wegzudiskutierende Bürde, den Pokalsieg erneut nach Schwerin holen zu müssen, auf seinen Schultern.

Das hatte sich zunächst auch gut angelassen, gewann seine Mannschaft doch den ersten Satz recht deutlich, wenngleich die Suhlerinnen gegen Ende hin bereits andeuteten, dass sie sich nach der 1:3-Niederlage im Bundesliga-Spiel vor drei Wochen an gleicher Stelle diesmal nicht die Butter vom Brot nehmen lassen würden. Nachdem die Gäste aus Schwerin bei der zweiten technischen Auszeit schon mit 16:11 führten, zogen die Suhlerinnen danach das Tempo an, holten spürbar Schwung für Satz Nummer zwei.

„Schade. Wir haben im ersten Satz eigentlich gut angefangen und präzise gearbeitet“, sagte Koslowski. Dann aber musste er mit ansehen, wie die Gastgeberinnen ihre bis dahin sehr hohe Fehlerquote Stück für Stück reduzierten, sein eigenes Team dafür aber immer mehr Fehler im Angriff fabrizierte. Zudem war die überragende Suhlerin Natalia Cukseeva – von Koslowski nach dem Match zur wertvollsten Spielerin gewählt – nicht mehr zu stoppen, schwang sich zu geradezu überragender Form auf und steuerte 15 Punkte zum Sieg der VolleyStars bei.

Alles, was im ersten Durchgang gut funktionierte, wollte nun einfach nicht mehr gelingen. Das schnelle Spiel über die Mitte kam nur noch selten durch. Ab Satz Nummer zwei hatten sich die Suhlerinnen perfekt auf den SSC eingestellt. „Die Trainer haben uns einen perfekten Matchplan erstellt, auf den wir uns in allen Situationen verlassen konnten“, sagte Suhls Mittelblockerin Bianca Rowland. Auch sie trug maßgeblich dazu bei, dass Schwerin den zweiten Satz sehr deutlich verlor. Zwar war dieser Durchgang bis zur zweiten technischen Auszeit (16:15 aus Suhler Sicht) noch ausgeglichen, dann aber setzte besagte Hochphase der VolleyStars ein, der die Mannschaft von Koslowski plötzlich kaum noch etwas entgegen zu setzen hatte. Ein 17:23-Rückstand war schließlich nicht mehr aufzuholen. Satzausgleich.

Von nun an sahen die 1300 Zuschauer in der Suhler „Wolfsgrube“ eine ausgeglichene Partie, jedoch stets mit leichten Vorteilen für die Suhlerinnen. Einfach weil sie seit dem Bundesliga-Match gegen Schwerin ein mehr und mehr gefestigtes Mannschaftsgefüge zeigten und jede Spielerin weiß, was sie zu tun hat. Für Schwerin dagegen hat sich die Maßnahme, den Stammsechser für das Champions-League-Spiel in Istanbul zu schonen und dafür mehr aufs Pokal-Halbfinale zu setzen, nicht gelohnt. Entsprechend geknickt war Felix Koslowski nach dem Spiel.

Noch einmal müssen sich die Volleyballerinnen zusammenreißen: Morgen Abend steht um 19 Uhr in der heimischen Arena gegen Cannes das letzte Pflichtspiel des Jahres an.




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