Volleyball : SSC will beide deutsche Finals erreichen

Abwechslung: Die Volleyballerinnen des Schweriner SC und die Boxer vom Team Sauerland um Trainer Karsten Röwer (r.) hatten gestern viel Spaß beim gemeinsamen Training. „Hier holen wir uns die Durchschlagskraft für die kommende Saison“, schmunzelt SSC-Coach Felix Koslowski (2. v. r.).
Abwechslung: Die Volleyballerinnen des Schweriner SC und die Boxer vom Team Sauerland um Trainer Karsten Röwer (r.) hatten gestern viel Spaß beim gemeinsamen Training. „Hier holen wir uns die Durchschlagskraft für die kommende Saison“, schmunzelt SSC-Coach Felix Koslowski (2. v. r.).

Volleyballerinnen des Schweriner SC gehen mit ehrgeizigen Zielen in die neue Saison: Endspiele um Pokal und Meisterschaft im Visier

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22. August 2015, 16:00 Uhr

Vom Motto des Vorjahres „Wir greifen wieder an“ ist bei den Volleyballerinnen des Schweriner aktuell nicht mehr die Rede. Rein verbal. An der Angriffslust und am Selbstvertrauen des deutschen Rekordmeisters hat sich mit Blick auf die am 15. Oktober beginnende neue Bundesliga-Saison rein gar nichts geändert.

„In beide Finals in Deutschland möchten wir sehr gern rein. Und im Europapokal, diesmal im CEV-Cup (erster Gegner ist Ende Oktober der VK UP Olomouc aus Tschechien – d. A.), wollen wir auch wieder eine gute Rolle spielen“, sagte Johannes Wienecke, Präsident des Schweriner SC, am Donnerstagabend auf der Saison-Pressekonferenz , ausgerichtet von der Textil-Service Mecklenburg GmbH Parchim, die für ca. 2500 Kunden im Norden Deutschlands die Vermietung und Pflege von Berufsbekleidung betreibt und seit vier Jahren als Sponsor der SSC-Volleyballerinnen fungiert.

Beide Finals in Deutschland – das heißt im Klartext: Der Vorjahresdritte der Bundesliga 2014/15 will erneut im Kampf um den Meistertitel ein gewichtiges Wort mitreden und er will auch das erste Mal nach 2013 wieder in das Endspiel des DVV-Pokals einziehen. „Das findet bekanntlich erstmals in Mannheim statt. Bei der Premiere im März 2016 in der SAP-Arena dabeizusein, ist eine besondere Motivation“, so Wienecke.

Die Vorzeichen für diese hohen Zielstellungen erscheinen erst einmal nicht so günstig wie sich das Trainer Felix Koslowski noch zum Saisonschluss im vergangenen April erhofft hatte. Rund 80 Prozent der damaligen Mannschaft hatte der 30-Jährige zusammenhalten wollen, um mit eingespielter Truppe noch stärker zu sein. Doch das hat nicht ganz geklappt. Statt drei verließen gleich sieben der zuletzt 13 Spielerinnen den SSC.

Schmerzhafte Abgänge: Sloetjes und Belien

Schmerzhaft ist vor allem der Verlust der Holländerinnen Lonneke Sloetjes (Diagonal) und Yvon Belien (Mittelblock). „Besonders bei Lonneke haben wir gekämpft wie die Löwen, auch mithilfe unserer Sponsoren alles versucht“, bestätigte Felix Koslowski noch einmal. „Doch gegen so einen Club wie Vakifbank Istanbul haben wir als SSC finanziell keine Chance. Die nehmen unser Angebot und schreiben dann noch ’ne Eins davor oder ’ne Null dahinter.“

Zwar sei es eine Wertschätzung der Arbeit des SSC, wenn Spielerinnen wie Sloetjes oder Belien (ging nach Piacenza/Italien) von Spitzenclubs verpflichtet würden, „aber für uns ist es natürlich schade. Eine Mannschaft wächst erst mit den Jahren zusammen und wenn immer wieder viele gehen…“, bedauert der Coach, blickt aber sogleich wieder nach vorn: „Für den Außenangriff haben wir mit US-Spielerin Ariel Turner eine geholt, die in den vergangenen beiden Jahren in der französischen Liga die meisten Punkte machte. Unsere neue Diagonalspielerin Tabitha Love ist mit ihrer kanadischen Auswahl noch bis Anfang Oktober unterwegs, ehe wir sie – vorsichtig zunächst, da sie ja auch nicht gerade aus dem Urlaub kommt und wir sie nicht gleich kaputtspielen wollen – integrieren können. Auf Diagonal wird es für uns also zunächst etwas problematisch. Ansonsten wirkt sich für uns positiv aus, dass unsere Neuzugänge entweder schon früher einmal hier waren oder aber zumindest unser Spielsystem kennen.“

Stimmung noch besser als vor einem Jahr

Kapitän Lousi Souza Ziegler, die beim SSC schon so einige Mannschaften kommen und gehen sah, hat in den ersten beiden Trainingswochen ebenfalls einen guten Eindruck vom neuen Team gewonnen. Dass alle trotz aller Anstrengungen voll bei der Sache seien, verstehe sich von selbst, „und was die Stimmung in der Truppe angeht, die ist sogar noch besser als im vergangenen Jahr“.

Dass sich gleich in den ersten beiden Heimspielen mit Vizemeister Stuttgart (15. Oktober) und Meister Dresden (24. Oktober) die beiden Top-Konkurrenten im Kampf um den Meistertitel in der Arena vorstellen, ist für den Coach Fluch und Segen zugleich. „Damit spielen wir gleich gegen zwei attraktive Gegner zu Hause. Andererseits wären die Spiele zu einem späteren Zeitpunkt qualitativ noch besser, denn auch Dresden und erstmals auch Stuttgart müssen wie wir mit der Situation leben, dass sie eine Reihe ihrer Nationalspielerinnen erst nach der EM und damit erst ab Oktober zur Verfügung haben und sich erst einspielen müssen.“

Die Fans dürfen sich zu Anfang nicht nur auf die Top-Gegner freuen, sondern auch auf ein neues Outfit ihrer Mannschaft. Der SSC hat seinen Ausrüster gewechselt und wird künftig von „artiva“ ausgestattet. Die erst drei Jahre alte Firma aus Berlin hat sich zum Ziel gesetzt, innerhalb der nächsten fünf Jahre die deutsche Volleyball-Marke schlechthin zu werden – und mit dem Schweriner SC als Partner hat sie in der Richtung schon einmal Nägel mit Köpfen gemacht.

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