Volleyball : SSC: „So etwas darf uns nicht passieren“

Den Sieg hergeschenkt: Lousi Souza Ziegler, Alice Blom, Denise Hanke, Jennifer Geerties, Marie Schölzel und Tabitha Love (vl.) sind selbst fassungslos.
Den Sieg hergeschenkt: Lousi Souza Ziegler, Alice Blom, Denise Hanke, Jennifer Geerties, Marie Schölzel und Tabitha Love (vl.) sind selbst fassungslos.

2:3 (12, 14, -21, -13, -13) gegen Aurubis Hamburg – SSC-Volleyballerinnen verlieren mit erster Heimniederlage auch Bundesliga-Spitzenplatz

von
17. Januar 2016, 20:00 Uhr

Nun ist es also passiert: Die bislang makellose Heimserie des Schweriner SC ist gerissen. Und mit der 2:3-Niederlage (12, 14, -21, -13, -13) gegen den VT Aurubis Hamburg am Samstag vor 1950 Zuschauern in der Palmberg-Arena ging obendrein die Tabellenführung in der Volleyball-Bundesliga der Frauen an den deutschen Meister Dresdner SC verloren.

„Wir müssen gegen Hamburg irgendwie durchkommen – und das natürlich möglichst mit einem Sieg“, hatte SSC-Trainer Felix Koslowski schon am Donnerstagabend gesagt, unmittelbar nach dem doch etwas holprig zustandegekommenen 3:1-Heimerfolg über den VCO Berlin.

Nach den ersten beiden Sätzen des Sonnabends werden sich allerdings viele der 1950 Zuschauer in der Schweriner Palmberg-Arena gefragt haben, was der Trainer mit seiner Aussage wohl gemeint haben könnte. Der bisherige Bundesliga-Primus, der mit Neuzugang Alice Blom anstelle der etatmäßigen Libera Janine Völker (verletzt) und Stefanie Golla (krank) spielte (Alice: „Das habe ich in Hollands Auswahl drei-, viermal gespielt, als dort ebenfalls Not am Mann war.“), dominierte den Tabellen-Zehnten aus Hamburg nach Belieben. Mit präzisen Auf- und aggressiven Angriffsschlägen setzte der SSC die Gäste unter Druck und ließ sie kaum zur Entfaltung kommen. „Eine höchst einseitige Angelegenheit“ und: „Schnell noch ’ne Wurst holen, das dauert hier nicht mehr lange“, war von den Zuschauerrängen nach den mit 25:12 und 25:14 gewonnenen ersten beiden Sätzen zu hören.

Danach aber passte urplötzlich nichts mehr zusammen im Spiel des Schweriner SC und die Partie erinnerte in fataler Weise an den ersten Satz gegen den VCO. Der war mit 14:25 verloren gegangen – so hoch wie seit Jahren kein Satz in eigener Halle. Doch dieser Negativrekord wurde am Samstag gebrochen. Ließ sich das 21:25 in Satz drei noch mit verständlicher Konzentrationsschwäche nach zwei Gala-Sätzen abtun, so war das 13:25 im vierten Durchgang fast schon ein Offenbarungseid.

„Wir haben ab dem dritten Satz den Fuß vom Gas genommen, haben einfach aufgehört zu spielen und zwar in allen Bereichen: Annahme, Zuspiel, Angriff, Blockabwehr und auch die Abstimmung auf dem Feld – gar nichts hat mehr gepasst“, resümierte Koslowski nach der Partie stinksauer.

Da hatten er und die 1950 entgeisterten Zuschauer – abgesehen von den zwei, drei Dutzend aus Hamburg – gerade im Tiebreak die gesamte Partie sozusagen noch einmal im Schnelldurchlauf vor Augen geführt bekommen. Der SSC legte los wie die Feuerwehr und beim Zwischenstand von 12:7 deutete alles darauf hin, dass man doch noch mit einem blauen Auge davonkommen sollte. Doch „dank“ fünf eigener Fehler im Angriff und Aufschlag sowie dreier versenkter Schmetterbälle der am Ende überglücklichen und als beste Hamburgerin geehrten Ex-Schwerinerin Jana Franziska Poll – mit 28 (!) Punkten Top-Scorerin der Partie – wurde auch der Tiebreak tatsächlich noch hergeschenkt.

„Man kann sich nur entschuldigen bei den 1950 Zuschauern, die wir heute maßlos enttäuscht haben. Wir müssen uns hinterfragen, was wir hier heute fabriziert haben. So dürfen wir uns niemals präsentieren. Das war so unnötig, das war unverantwortlich. So etwas darf uns im Leben nicht passieren“, wetterte Trainer Koslowski.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen