Volleyball : SSC glänzt nur in zwei Sätzen

Wie konnte das passieren? Traurige SSC-Spielerinnen nach der Niederlage gegen Wiesbaden.  Fotos: Dietmar Albrecht
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Wie konnte das passieren? Traurige SSC-Spielerinnen nach der Niederlage gegen Wiesbaden. Fotos: Dietmar Albrecht

Volleyball-Rekordmeister unterliegt in eigener Halle dem VC Wiesbaden mit 2:3 und kassiert damit dritte Niederlage in Folge

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14. Dezember 2014, 20:01 Uhr

Nun hat es die Volleyballerinnen des Schweriner SC also auch zu Hause erwischt. Nach dem mit 1:3 verlorenen Pokal-Viertelfinale vor 14 Tagen in Stuttgart und dem anschließenden 2:3 im Bundesligaspiel beim USC Münster vor einer Woche unterlag der deutsche Rekordmeister am Samstagabend in heimischer Halle dem VC Wiesbaden mit 2:3 (14, 22, -21, -23, -9). Völlig unnötig und darum umso ärgerlicher.

SSC-Manager Michael Evers war offenbar der Erste, dem Böses schwante. „Jetzt müssen sie den Sack aber auch zubinden“, hatte er nach dem ersten Satz gefordert – und das mit ernster Miene. Dabei schien zu dem Zeitpunkt der Himmel noch voller Geigen zu hängen. Gerade hatten seine Mädels in ihrem wohl besten Satz der bisherigen Saison den Gegner mit 25:14 förmlich an die Wand gespielt. Bereits nach rund acht Minuten und dem Zwischenstand von 3:11 aus seiner Sicht hatte Gästetrainer Andreas Vollmer seine zwei Auszeiten ausgeschöpft. An den SSC-Festspielen vermochte er damit nichts zu ändern. Insbesondere Saskia Hippe und Laura Weihenmaier versenkten einen Angriffsball nach dem anderen und auch Veronika Hroncekova auf der Mittelblockposition sammelte fleißig Punkte.

Dass es so einseitig weitergehen würde, war kaum zu erwarten, immerhin stellte sich hier der aktuelle Tabellenzweite der Bundesliga beim Dritten vor. Als aber die Gastgeberinnen im zweiten Durchgang beim Stande von 19:22 keinen Zähler mehr abgaben und auch diesen Satz mit 25:22 nach Hause brachten, schienen die Weichen endgültig auf Sieg gestellt zu sein.

Aber denkste! Nun passierte, was Trainer Felix Koslowski hinterher so zusammenfasste: „Wir haben zwei Sätze lang voll aufs Gas getreten und gezeigt, dass wir richtig gut spielen können. Das bis zum Ende durchzuziehen, müssen wir aber noch lernen. Diesmal konnten wir das Tempo nicht mehr gehen.“

Am ehesten war das bei Saskia Hippe zu sehen, nach ihrer langen Pause wegen des Kreuzbandrisses aber völlig verständlich. Doch auch Yvon Beliën, eigentlich der Kracher im SSC-Angriff, Jennifer Geerties und Einwechslerin Lonneke Slöetjes kamen nicht wie erhofft zum Zuge und im Mittelblock wurde Hroncekova nun ein ums andere Mal geblockt. Selbst Kraftpaket Laura Weihenmaier, vom VC Wiesbaden mehr und mehr in der Annahme beschäftigt, war der Kräfteverschleiß – wenn auch in Maßen – anzumerken.

Dennoch hatte der SSC durchaus die Möglichkeit, einen Haken hinter die Partie machen zu können. Weniger im dritten Satz, als es beim 15:15 letztmalig pari-pari stand. Doch in Satz vier hatte der SSC nach schwachem Beginn, einer tollen Aufholjagd vom 2:8-Rückstand hin zu einer 14:12-Führung eigentlich alle Trümpfe in der Hand…

„Wir haben heute zwei völlig unterschiedliche Spiele erlebt“, befand denn auch Wiesbadens Trainer Vollmer. „Zum Anfang wurden wir regelrecht überrollt. Aber schon da haben wir uns gesagt: Lasst sie sich mal austoben. Wir wussten, dass wir unsere Chance noch bekommen würden. Und mit einigen ungewöhnlichen Positionswechseln haben wir unseren Weg in dieses Spiel ja tatsächlich auch noch gefunden.“

Einer dieser ungewöhnlichen Wechsel betraf Pauliina Vilponen. Die im Vorjahr noch für den SSC spielende finnische Außenangreiferin kam im zweiten Satz für Diagonalspielerin Karine Muijlwijk, gab ihren Platz nicht wieder her und machte prompt ihr bestes Spiel überhaupt in der Arena am Lambrechtsgrund. Leider auf der falschen Seite…

Der SSC hat jetzt nicht viel Zeit, seine Wunden zu lecken. Schon am Samstag gilt es, beim Spiel in Aachen in die Erfolgsspur zurückfinden. „Wir werden uns das Spiel in der Woche ganz bestimmt noch einmal gründlich per Video zu Gemüte führen, werden analysieren, was wir gut gemacht haben und was wir nicht gut gemacht haben. Und dann geht es weiter. Von einer Krise kann jedenfalls keine Rede sein“, sagt Felix Koslowski.

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