Unterstützung für den SSC : Sieben Mann und sechs Trommeln

Sieben auf einen Streich: die SSC-Fans von der „Gelben Wand“ einsatzbereit in Cremona vor der Halle…
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Sieben auf einen Streich: die SSC-Fans von der „Gelben Wand“ einsatzbereit in Cremona vor der Halle…

Fanclub „Gelbe Wand“ unterstützte die SSC-Volleyballerinnen bei deren EC-Gala bei Pomi Casalmaggiore in Italien

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23. Februar 2018, 20:30 Uhr

Als die SSC-Volleyballerinnen am späten Mittwochabend im altehrwürdigen Sportpalast „PaloRadi“ von Cremona im Viertelfinal-Hinspiel des europäischen CEV-Cups dem italienischen Gastgeber Pomi Casalmaggiore die klare 3:0-Niederlage beibrachten, da waren sie „nur“ auf dem Spielfeld auf sich allein gestellt. Von den Traversen hingegen schallten den Spielerinnen um Kapitän Jennifer Geerties neben dem ohrenbetäubendem italienischen Fan-Lärm auch heimatlich bekannte Klänge entgegen.

Der SSC-Fanclub „Gelbe Wand“ war mit sieben Mann in die 75 Kilometer südöstlich von Mailand gelegene Stadt gereist, um seine Mannschaft zu unterstützen. Und das nicht nur ein bisschen, sondern richtig lautstark – beinahe wie in der heimischen Palmberg-Arena. Dafür hatten die Fans sogar ihre Trommeln mitgebracht. Während vier Mitglieder um Club-Chefin Anna per Flugzeug angereist waren, hatten Bodo, der die Organisation der Fanclub-Reisen in seine Hände genommen hat, Obertrommler Ronny und Fotograf Ekki am Dienstag die 1200 Kilometer lange Reise auf der Straße auf sich genommen. In einem Kleinbus des SSC, den der Fanclub als Abteilung des Schweriner SC beantragen und nutzen kann, brauchten sie elf Stunden bis zum „Palace Hotel“ in Casalmaggiore, wo auch die Mannschaft logierte.

Zu Hause sowieso, aber auch bei jedem Auswärtsspiel ist der Fanclub zumindest mit einer Abordnung seiner 45 Mitglieder vor Ort. Ein solcher Trip wie der in dieser Woche nach Italien ist aber auch für die „Gelbe Wand“ nicht alltäglich. Das Spiel wäre ebenso schwer wie wichtig, da könnte die Mannschaft jegliche Unterstützung gebrauchen, begründeten die Fans, warum sie die ja auch nicht ganz billige Reise auf sich nahmen.

Stimmlich, das war schon vorher klar, wären sie beim Spiel mit ihrem Schlachtruf „SSC! SSC!“ alle sieben voll gefordert. In Sachen Trommeln hingegen durfte sich einer auf Unmusikalität herausreden, denn es waren „nur“ sechs Trommeln da. „Zu Hause haben wir unsere festen Trommler, auswärts müssen auch die Ungeübten ran“, sagte Ronny. „Aber das ist nicht schlimm. Ich gebe den Takt vor und die anderen fallen halt mit ein. Das klappt schon, wir werden sehr gut zu hören sein“, ergänzte er im Vorfeld der Partie.

Doch so einfach war das nicht. Auch wenn die 3000-Mann-Arena „PaloRadi“ letztlich nur mit rund 1400 Zuschauern gefüllt war, bekamen die SSC-Mädels (von denen die meisten das von Auswahlspielen aber längst kannten) und die Fans einen Eindruck davon vermittelt, was Volleyball-Fankultur in Italien heißt. Der seinerseits schon ohrenbetäubende Lärm bei SSC-Spielen in der Palmberg-Arena mutet gegen den in Italien wie ein Kindergeburtstag an.

Auch dort trommeln die Fans unentwegt. Viel lauter aber sind die via Megafon und Lautsprecherboxen verstärkten Lieder eines Sängers (oder auch mehrerer einander abwechselnder), die ganze Hitparaden zum Besten geben. Nicht wirklich schön, aber halt dermaßen laut, dass man sein eigenes Wort kaum versteht – oder eben die Trommeln der „Gelben Wand“ hört.

Keine Frage, die Fans bemühten sich nach Kräften. Aber gegen die italienische Übermacht hatten sie so lange keine Chance, bis die SSC-Mädels auf dem Spielfeld die Übermacht gewonnen hatten. Mit dem aus Casalmaggiore-Sicht immer frustrierenderen Spielstand kühlte auch die Sangeslust peu à peu ab. Und am Ende hatte neben dem SSC-Sechser auch die „Gelbe Wand“ die Halle gerockt. Ganz so, wie die Schweriner Fans es sich erträumt hatten.

Die Spielerinnen genießen die Unterstützung der Fans übrigens außerordentlich. „Zu Hause sind ja so gut wie alle für uns. Auswärts nicht. Wenn du dann aber den Fanclub trommeln und rufen hörst, fällst du nicht so in ein Loch, als wenn die komplette Halle gegen dich brüllt“, sagt Kapitän Jennifer Geerties. Und Zuspielerin Denise Hanke ergänzt kurz und knapp: „Natürlich pusht uns das.“

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