SSC Palmberg : Schweriner Nationalspielerin Louisa Lippmann geht nach Italien

Beim Medientag im Olympiastützpunkt Rhein-Neckar lächelt Nationalspielerin Louisa Lippmann in die Kamera. /Archiv
Beim Medientag im Olympiastützpunkt Rhein-Neckar lächelt Nationalspielerin Louisa Lippmann in die Kamera. /Archiv

Volleyball-Meister SSC Palmberg Schwerin verliert eine wichtige Spielerin

svz.de von
03. Mai 2018, 13:29 Uhr

Am Mittwochabend wollte Geschäftsführer Andreas Burkard einen Verbleib Louisa Lippmanns beim deutschen Volleyballmeister SSC Palmberg Schwerin nicht ausschließen und sprach von „guten Gesprächen mit guten Argumenten unsererseits“. 24 Stunden später wurde aber doch zur Gewissheit, was seit Wochen befürchtet worden war: Deutschlands Volleyballerin des Jahres schlägt in der neuen Saison in Italien für Il Bisonte Firenze auf. Eine Ausstiegsklausel im bis 2019 datierten SSC-Vertrag der 23-jährigen Diagonalangreiferin macht den Wechsel zum Achten der Serie A möglich, beschert dem SSC aber zumindest eine Ablösesumme im volleyballüblichen, wohl guten fünfstelligen Bereich.

„Ich freue mich riesig auf die neue sportliche Herausforderung in einer sehr starken Liga. Ich habe mit der Entscheidung aber lange, lange gezögert. Denn zugleich bin ich supertraurig zu gehen. Besonders die Tage seit dem Titelgewinn waren sehr tränenreich. Schwerin wird immer einen großen Platz in meinem Herzen haben, denn ohne den SSC hätte ich gar nicht die Möglichkeit gehabt, mich international zu zeigen.“

Nach Florenz war 2017 vom SSC schon Hannah Tapp gewechselt. Beide werden sich dort jedoch verfehlen, denn die US-Mittelblockerin zieht es ein paar Kilometer weiter nach Bergamo. Dafür trifft Louisa die holländische Zuspielerin Laura Dijkema, ihre Mitspielerin aus Dresdner Tagen wieder. Und auch Nika Daalderop vom Playoff-Finalgegner Stuttgart wird ihre Teamkollegin.

„Ich bin über Louisas Wechsel natürlich einerseits traurig, andererseits kann ich sie voll verstehen“, bekannte gestern SSC-Trainer Felix Koslowski. „Dieser Wechsel in eine der stärksten Ligen ist ein logischer und richtiger Schritt. Und wenn man sieht, wie sie sich in den zwei Jahren bei uns entwickelt hat, dann muss man sagen: Es ist genau der richtige Zeitpunkt – auch wenn wir sie natürlich gern bei uns behalten hätten.“

Zudem sei Louisas Entscheidung für Florenz und gegen finanziell höher dotierte Offerten aus Italien, aber auch aus der Türkei „sehr klug. Sie trifft dort in Giovanni Caprara (seit Januar Chefcoach – d. A.) auf einen Trainer, der Russland 2006 zum WM-Titel und Eczacibasi Istanbul 2015 zur Klub-WM führte, der aber auch über viel Einfühlungsvermögen verfügt. Genau das braucht Louisa als sensible Spielerin“, sagt Felix Koslowski, der die MVP (Most valuable Player – wertvollste Spielerin) der Bundesliga 2017 und 2018 als Nationaltrainer weiter unter seinen Fittichen haben wird.

Beim SSC, der mit den Mittelblockerinnen Lauren Barfield, die am Donnerstag für ein weiteres Jahr unterschrieb, und Marie Schölzel sowie Außenangreiferin Gréta Szakmáry für die neue Saison erst drei Spielerinnen fest gebunden hat, entsteht auf der Diagonalposition nun Handlungsbedarf. Vielleicht bietet sich dadurch ja erneut einer jungen Spielerin die Chance, beim Meister zur Weltklasse zu reifen. Allein in der Bundesliga gäbe es da mit Aisha Skinner (VCO Berlin), die schon zuletzt mit Zweitspielrecht zum SSC gehörte, Dresdens Piia Korhonen sowie Lina Alsmeier und Luisa Keller (bd. Münster) oder den Wiesbadenerinnen Kimberly Drewniok und Annalena Mach interessante Kandidatinnen.

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