Volleyball SSC : Nervenschlacht mit Happyend

Mit Aufschlägen der Potsdamerinnen förmlich eingedeckt: Schwerins Nationalspielerin Jennifer Geerties, aufmerksam beobachtet von Lousi Souza Zigler (r.) und Janine Völker (Nr. 13)
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Mit Aufschlägen der Potsdamerinnen förmlich eingedeckt: Schwerins Nationalspielerin Jennifer Geerties, aufmerksam beobachtet von Lousi Souza Zigler (r.) und Janine Völker (Nr. 13)

Schweriner Volleyballerinnen legen im ersten Play-off-Viertelfinalspiel zu Hause gegen den SC Potsdam mit 3:1-Sieg (-19, 24, 15, 20) vor

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20. März 2016, 21:00 Uhr

Als am Samstag vor 1680 Zuschauern in der heimischen Palmberg-Arena der 3:1 (-19, 24, 15, 20)-Auftaktsieg im Play-off-Viertelfinale der Bundesliga über den SC Potsdam endlich unter Dach und Fach war, wussten Schwerins Volleyballerinnen genau, bei wem sie sich zu bedanken hatten: Ariel Turner.

Im zweiten Satz erst kurz zuvor für Jennifer Geerties aufs Feld gekommen, brachte die US-Außenangreiferin mit drei Super-Aufgaben den SCP arg in Bedrängnis und den SSC von 20:23 auf 23:23 heran. „Sie hat uns zurück ins Spiel gebracht“, sagte Schwerins Kapitän Lousi Souza Ziegler. Trainer Felix Koslowski ging noch weiter: „Ariel hat uns heute den Arsch gerettet, das muss man so deutlich sagen.“

Das ist wohl nicht übertrieben, denn schon den ersten Satz hatten seine Mädels klar abgegeben. Und wenn dann auch noch der zweite in die Erdbeeren gegangen wäre…

„Dann wäre es schwerer geworden, aber gewonnen hätten wir trotzdem, da war ich mir heute ganz sicher“, sagte Anja Brandt. Als Vollblutsportlerin kann die am Samstag zur besten Schwerinerin gekürte Mittelblockerin, die 17 Punkte zum Erfolg beisteuerte, gar keine andere Meinung haben. Allerdings hätten Mitte des zweiten Satzes in der Arena außer ihr wohl nur wenige auf einen Heimsieg gewettet.

Denn während der SSC zunächst ob des Gewinnenmüssens mit den Nerven parterre war, gab Potsdam den frechen Außenseiter nach dem Motto: Draufhauen, was das Zeug hält. Wenn‘s klappt – umso besser. Wenn nicht – was soll‘s? In Schwerin zu verlieren, ist das Normalste der Welt.

Mit der Einstellung gesegnet, spielten die Gäste eineinhalb Sätze lang solide und nahezu fehlerfrei. Mit aggressiven Aufschlägen schossen sie sich auf die eigentlich als Annahmespezialistin bekannte Jennifer Geerties ein (Jenny: „Das war schon überraschend.“) und meldeten so die zunächst hypernervöse Nationalspielerin (Jenny: „Mir ging anfangs voll die Düse.“) für eine Weile aus dem Angriffsspiel des SSC ab. Und bei den eigenen Angriffen setzten sie auf die Ex-Schwerinerin Saskia Hippe (22 Punkte) und Regina Mapeli Burchardt (16).

Dass das am Ende zum Glück nicht reichte, lag an dem von Ariel Turner initiierten Zwischenspurt und dem daraus resultierenden Nervenbalsam – auch Jennifer Geerties wurde zusehends sicherer. „Es war überaus wichtig, dass wir es in dieser kritischen Phase schafften, ein 19:23 noch in ein 26:24 umzumünzen. Dabei hatten wir auch Glück, vor allem aber war es gut gemacht. Wie der Rest der Partie dann auch. Denn danach legten wir die Nervosität ab, spielten besser in Block und Abwehr“, schätzte Trainer Koslowski ein: „Der Sieg hatte heute nichts mit Volleyball zu tun, sondern war reine Kopfsache – typisch für Play-off-Spiele. Aber warum wir da zu Anfang solche Defizite hatten, das müssen wir schleunigst analysieren.“

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