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SSC : Medaille in der falschen Farbe

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

SSC-Volleyballerinnen blicken auf eine erfolgreiche Saison zurück, der aber das große Happyend fehlte

von
erstellt am 22.Apr.2016 | 12:00 Uhr

Angesprochen auf die für seine Bundesliga-Volleyballerinnen bereits abgelaufene Saison, fällt SSC-Trainer Felix Koslowski als Erstes ein: „Wir freuen uns über unsere Medaillen im Europacup und in der Bundesliga. Sie hätten diesmal aber gern in einer anderen Farbe sein dürfen als in der bronzenen.“

Dritte Plätze hatte der SSC auch im Vorjahr erkämpft – national wie international. Und ebenfalls wie in dieser Saison war der Traum vom Gewinn des DVV-Pokals im Viertelfinale ausgeträumt. Dennoch gibt es Unterschiede. Hatten sich die Schwerinerinnen vor Jahresfrist im europäischen Challenge Cup in die Runde der letzten vier gespielt, so gelang ihnen das nun im noch höherwertigen CEV-Pokal, wo erst mit Galatasaray Istanbul ein Club aus den Top drei der türkischen Liga, der aktuell stärksten in Europa, das Stoppzeichen setzte.

Überzeugende Hin- und Rückspielerfolge gegen den international renommierten ukrainischen Meister Khimik Yuzhny und gegen den als Gruppendritter aus der Königsklasse „abgestiegenen“ rumänischen Titelträger Volei Alba Blaj zeigten auf dem Weg ins Halbfinale die hohe Qualität des SSC-Spielvermögens.

Auch in der Liga ging es trotz gleicher Platzierung wie im Vorjahr voran. 2015 hatte der SSC nach der Punkterunde als Dritter noch acht Zähler Rückstand auf den erfolgreichen Titelverteidiger Dresden und zwei auf den späteren Vizemeister Stuttgart. Nun wurde man Zweiter – nur drei Punkte hinter Dresden und wie der Meister mit 20 Siegen auf der Habenseite, und sechs Zähler vor Stuttgart.

„Das zeigt, dass wir nach dem großen Schritt in der Saison 2014/15 einen weiteren Schritt nach vorn gemacht haben“, resümiert Koslowski, der 2013 als Trainer ein personell arg geschröpftes SSC-Meisterteam übernommen hatte, das prompt im Frühjahr 2014 im Bundesliga-Viertelfinale an Aachen scheiterte. Umgehend schränkt der 32-Jährige jedoch ein: „Leider aber war es diesmal kein so großer Schritt, wie wir ihn uns erhofft hatten. Denn trotz allem stehen wir wieder mit Bronze da. Und das ist enttäuschend.“

Zwar hätte der SSC im Bundesliga-Halbfinale im Modus „best of three“ die Stuttgarterinnen im Gegensatz zum Vorjahr, als man in zwei Spielen ausschied, diesmal in drei Partien gezwungen und das erste Duell sogar ganz klar dominiert, „aber wir schafften es in den letzten zwei Begegnungen nicht, nochmal das Maximum abzurufen. Wir hatten mehr Angst zu verlieren als Lust zu gewinnen. Bei Stuttgart war es umgekehrt. Und Spiele wie diese werden gewonnen zwischen den Ohren.“

Technisch und taktisch hätte seine Mannschaft das Zeug gehabt, ins Finale einzuziehen. Dass es im mentalen Bereich nicht reichte, sei auch typbedingt. Eine Mannschaft brauche eine gesunde Mischung aus Introvertierten, Extrovertierten und auch Verwaltern, die wie Beamte pünktlich und zuverlässig funktionieren.

„Wir haben eine leichte Tendenz zur Introvertiertheit. Hinsichtlich des Gefüges lässt sich zum Teil etwas entwickeln. Aber man braucht auch die entsprechenden Typen.“

Die zu finden und auch verpflichten zu können, wird immer schwieriger. Noch vor ein paar Jahren war der Schweriner SC mit Top-Spielerinnen wie der Kroatin Mira Topic, den Holländerinnen Anne Buijs und Quinta Steenbergen oder Patricia Thormann in Deutschland das Nonplusultra. „In den letzten drei Jahren aber sind an der Spitze drei Mannschaften eng zusammengerückt: Dresden als die Nummer eins auch vom Etat her, dahinter ziemlich gleichauf Stuttgart und wir“, schätzt Felix Koslowski ein. „Um wieder ganz nach vorn zu kommen, versuchen wir, Top-Spielerinnen wie die damaligen zu finden oder in unserer Talenteschmiede selbst zu bauen.“

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