Hart arbeiten fürs Comeback

Autogrammstunde: Vor dem Heimspiel am vergangenen Mittwoch gegen Dresden stand Anja Brandt (l.) den Fans Rede und Antwort. Zum Play-off-Start am 29. März möchte sie möglichst wieder auf dem Feld stehen.
Autogrammstunde: Vor dem Heimspiel am vergangenen Mittwoch gegen Dresden stand Anja Brandt (l.) den Fans Rede und Antwort. Zum Play-off-Start am 29. März möchte sie möglichst wieder auf dem Feld stehen.

Nach über sechsmonatiger Pause absolviert SSC-Volleyballerin Anja Brandt hartes Training und will im Play-off wieder spielen

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11. März 2014, 18:00 Uhr

Wenn heute Abend um 19.30 Uhr in der Arena am Lambrechtsgrund der Anpfiff für die Partie der Schweriner Bundesliga-Volleyballerinnen gegen den USC Münster ertönt, wird eine Person mit besonders viel Wehmut auf der Tribüne sitzen: Wegen einer hartnäckigen Schulterverletzung ist Mittelblockerin Anja Brandt, eine von zwei übriggebliebenen Spielerinnen des Vorjahresmeister-Stammsechsers, zum Zuschauen verdammt.

Die Hiobsbotschaft für den SSC kam unmittelbar vor dem Bundesliga-Auftakt Mitte Oktober. Den ganzen Sommer über hatte sich die inzwischen 24-Jährige mit Schmerzen in der Schulter des rechten Schlagarms herumgeplagt. „Ich hatte die Beschwerden schon die gesamte vergangene Saison über“, erzählt Anja Brandt. „Während der Europameisterschaft im September wurde es dann so schlimm, dass gar nichts mehr ging.“ Mehrere Untersuchungen und Arzt-Konsultationen später entschied sich die gebürtige Hamburgerin dann schweren Herzens für den Eingriff. Der verlief einigermaßen glatt, und seitdem plagt sich die Studentin mit Reha-Übungen, im Kraftraum und neuerdings auch wieder wohl dosiert im „normalen“ Training für das Comeback.

Nach nunmehr fast neunmonatiger Leidenszeit ist deren Ende in Sicht. Am liebsten zum Play-off-Start am 29. März würde sie gerne wieder spielen – aber: „Ich weiß nicht, ob das schon etwas wird“, gibt sich Anja Brandt momentan noch skeptisch. „Ich bin zwar schon wieder ziemlich gut dabei, aber zum Beispiel die Schlaghärte ist noch nicht da. Mir fehlen auch noch die richtigen Bewegungsabläufe, weil ich mich doch noch etwas schone. In der Abwehr habe ich das Gefühl, schon wieder die Alte zu sein, aber beim Blockspiel fehlt noch einiges.“

So hofft der stets gutgelaunte Blondschopf darauf, dass er heute zum letzten Mal das „blöde Gefühl“ erleben muss, den Kameradinnen zuzuschauen. „Am Anfang war das echt schwer. Mit der Zeit gibt sich das ein wenig, vor allem wenn man weiß, das ist bald zu Ende.“ Bei Heimspielen und nicht allzu weiten Auswärtsfahrten wie Berlin oder Hamburg war Anja Brandt bei ihrer Mannschaft, und wenn die auf die weiten Touren ging, „hatte ich ja in Schwerin mein Reha- und Trainingsprogramm zu absolvieren. Und die meisten Auswärtsspiele konnte ich bei dvl-live.tv im Internet verfolgen.“ Ein kleiner Vorteil ergab sich durch die Zwangspause noch: „Ich habe jetzt die letzten Klausuren für mein BWL-Studium in Wismar geschrieben. Hätte ich spielen können, hätte ich das zwar auch geschafft, aber so hatte ich doch etwas mehr Zeit.“

Dass sie heute Abend ihrer Mannschaft kräftig die Daumen drückt, ist natürlich auch klar: „Ich hatte schon vor dem Spiel in Stuttgart ein gutes Gefühl, das habe ich für die Partie gegen Münster auch. Wir hatten zwar beim USC immer Probleme, aber zu Hause nicht.“

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