Schweriner SC : Fünfsatz-Krimi ohne Happyend

Notgedrungen in der Zuschauerrolle: Ab Mitte des dritten Satzes konnte SSC-Zuspielerin Danica Radenkovic die Partie nur noch von der Bank aus verfolgen.
Notgedrungen in der Zuschauerrolle: Ab Mitte des dritten Satzes konnte SSC-Zuspielerin Danica Radenkovic die Partie nur noch von der Bank aus verfolgen.

Schweriner Bundesliga-Volleyballerinnen verlieren nach 139 Minuten gegen den Dresdner SC mit 2:3 / Radenkovic verletzt

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05. März 2014, 22:08 Uhr

Es passiert selten, dass die Fans des Schweriner SC nach einer Niederlage ihre Mannschaft feiern. Aber gestern Abend war es so: Die SSC-Volleyballerinnen wurden nach dem hart unkämpften 2:3 (-25, 17, -23, 21, -18) von ihren Anhängern mit viel Applaus und noch mehr Trost verabschiedet. Schwerin hätte es nach diesem 139-Minuten-Krimi durchaus verdient gehabt, mehr als nur einen Punkt auf der Habenseite zu verbuchen.

Dabei hatte die Partie trotz aller sportlichen Dramatik vor allem in den Sätzen eins, drei und fünf – Dresden verwandelte seinen vierten Matchball, nachdem zuvor die Gastgeberinnen zwei vergeben hatten – auch Höhepunkte, die man beim Sport nur sehr ungern sieht. Beim 23:16 für Schwerin im zweiten Durchgang verletzte sich Dresdens Katharina Schwabe bei einem Annahmeversuch am Daumen. „Das hatte sie schon einmal letzte Woche beim Europacup in Jekaterinburg, das ist jetzt wieder aufgebrochen“, berichtete Schwerins Mannschaftsarzt Dr. Peter Jokisch.

Beim 17:14 im dritten Satz – ebenfalls für Schwerin – erwischte es Danica Radenkovic. Die Schweriner Zuspielerin hatte zuvor drei Wochen wegen einer Wadenverhärtung pausiert und in dieser Partie ein durchaus verheißungsvolles Comeback gegeben. Aber nach diesem Ballwechsel blieb sie mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Feld stehen. „Muskelfasserriss“ war die erste Diagnose von Dr. Jokisch. Sollte er recht behalten, wäre für die Serbin die Saison wohl beendet.

Mit Abstand am Schlimmsten aber traf es Dresdens Rebecca Perry, die gerade erst vom Fachblatt „Volleyballmagazin“ als Spielerin des Monats Februar ausgezeichnet wurde. Sie blieb in Durchgang vier beim Stand von 7:6 für Schwerin während des Ballwechsels laut schreiend liegend. Es dauerte, bis die Schiedsrichter das bemerkten und die Partie unterbrachen. Die folgenden Szenen erinnerten an die Bilder vom SSC-Spiel in Köpenick, als sich Saskia Hippe ihren Kreuzbandriss zuzog. Ob sich auch bei Perry diese Befürchtung bestätigt, soll heute in Dresden bei einer MRT-Untersuchung geklärt werden.

Und noch eine Szene verdient besondere Erwähnung: Beim Stand von 8:9 in Durchgang vier gab der Linienrichter einen Schweriner Angriff „Aus“. Dresdens Trainer Alexander Waibl, bei den Schweriner Fans nicht wirklich beliebt, allerdings korrigierte ihn – 9:9 statt 10:8 für Dresden.

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