Schweriner SC : Fünfsatz-Krimi mit Happyend

Die wuchtigen Angriffe von Kapitän Lousi Souza Ziegler wurden am Samstag zum Trumpf-Ass des SSC.
Die wuchtigen Angriffe von Kapitän Lousi Souza Ziegler wurden am Samstag zum Trumpf-Ass des SSC.

SSC-Volleyballerinnen erkämpfen nach zwei klar verlorenen Sätzen Bundesliga-Heimspiel gegen Allianz MTV Stuttgart noch ein 3:2

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16. November 2014, 20:12 Uhr

Er ist noch jung, der Trainer der SSC-Volleyballerinnen, gerade mal 30. Spiele, die ihn um Tage oder sogar Wochen altern lassen, kann sich Felix Koslowski noch jede Menge leisten. Außerdem: Wenn dabei wie beim 3:2 (-18, -17, 18, 22, 12) im Fünfsatzkrimi am Samstagabend in heimischer Arena gegen Allianz MTV Stuttgart ein Sieg herausspringt, nimmt er das gern in Kauf. „So ist Volleyball“, brachte der Coach nach dem letzten Ballwechsel sichtlich erleichtert hervor und bekannte: „Ich hatte große Sorgen vor dem Spiel, denn Stuttgart zählt für mich zu den top vier der Bundesliga und zu den Geheimfavoriten im Titelkampf.“

So spielten sie auch. Nach den ersten zwei Sätzen musste Koslowski seine Zuversicht praktisch krümelweise aus den letzten Winkeln seines Innenlebens hervorkratzen, um noch auf Sieg zu setzen. Kaum einen Stich hatte seine Mannschaft bis dahin gegen ein MTV-Team gesehen, das couragiert aufschlug, kaum Fehler in der Annahme machte und sich mit variablem, schnellem Zuspiel deutlich mehr Angriffsoptionen erarbeitete als die in der Phase in allen diesen Punkten unterlegenen Gastgeberinnen. Nur ein einziges Mal ging der SSC in den ersten beiden Durchgängen überhaupt in Führung – mit 4:3 im zweiten Satz.

„Da spielten die Stuttgarterinnen unheimlich gut und homogen. Uns hingegen war anzumerken, dass wir in den drei Tagen zuvor 22 Stunden im Bus verbrachten“, sagte der SSC-Trainer und erläuterte: „Erstes Anzeichen dafür, ob ein Team müde ist, ist immer, ob es in der Annahme passsiv oder aktiv spielt. Wir spielten passiv und waren zwei Sätze lang quasi nicht auf dem Feld.“

Umso erstaunlicher, was danach geschah. Mit ein paar taktischen Umstellungen im Block und im Angriff, einer nun aktiveren Annahme und druckvolleren Aufschlägen fanden die Gastgeberinnen doch noch in die Partie. Und als sie im dritten Satz einen 5:10-Rückstand in eine 15:12-Führung ummünzten, wurde es für die SSC-Damen ebenso wie für ihre anfangs noch recht enttäuschten Fans doch noch ein richtig packendes Volleyball-Erlebnis.

Zünglein an der Waage war zweifellos Kapitän Lousi Souza Ziegler, vom spanischen MTV-Trainer Guillermo Hernandez am Ende nicht von ungefähr zur besten SSC-Spielerinnen gewählt. Von Zuspielerin Diana Nenova immer mehr gesucht und zu insgesamt 44 Angriffen in die Höhe geschickt, versenkte Lousi davon 23 direkt im gegnerischen Feld. Ein gutes halbes Dutzend waren sogar aus der zweiten Reihe geschlagen. „So viele und dazu noch erfolgreiche Hinterfeldangriffe habe ich noch nie gemacht“, staunte die Brasilianerin selbst.

Der Trainer wollte den Erfolg aber nicht nur an ihr festmachen. „Die Mannschaft hat unglaublich gut reagiert und mit einer Energieleistung das Spiel noch gedreht. Heute hat man gesehen, welch einen gutklassigen, breiten Kader wir haben. Den werden wir in der Saison auch noch brauchen.“

In Belgien, so der Coach, hätten „zwei, drei Leute die Sache gerichtet und heute waren es wieder andere“. Das sei ein gutes Gefühl mit Blick auf die nächste Bundesligaa-Aufgabe am kommenden Sonnabend beim SC Potsdam und für das Viertelfinale im DVV-Pokal, in dem am 3. Dezember – dann in Stuttgart – schon wieder Allianz MTV als Gegner wartet.

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