Schweriner SC : Fast sicheren Sieg noch verschenkt

Fassungslosigkeit: Die Mädels des SSC haben ein Spiel noch aus der Hand gegeben, das schon sicher gewonnen zu sein schien und sich damit selbst um die Chance gebracht, im Titelrennen weiter anzugreifen.   Fotos: Reinhard Klawitter
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Fassungslosigkeit: Die Mädels des SSC haben ein Spiel noch aus der Hand gegeben, das schon sicher gewonnen zu sein schien und sich damit selbst um die Chance gebracht, im Titelrennen weiter anzugreifen. Fotos: Reinhard Klawitter

SSC-Volleyballerinnen unterliegen in eigener Halle Stuttgart mit 2:3 (-20, 15, 14, -24, -12) und verpassen Playoff-Finale der Bundesliga

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06. April 2015, 21:00 Uhr

Am Ende waren da nur noch Fassungslosigkeit, versteinerte Gesichter, Tränen und als Krönung Medaillen, die fast schon wie Hohn wirkten: Mit 2:3 (-20, 15, 14, -24, -12) hatten die Volleyball-Damen des SSC da gerade vor 1835 Zuschauern in der Arena ihr Heimspiel im Playoff-Halbfinale der Bundesliga gegen Allianz MTV Stuttgart verloren. Und da sie mit eben diesem Resultat auch schon drei Tage zuvor in Stuttgart das Nachsehen gehabt hatten, bedeutete die neuerliche Niederlage vom Samstagabend dem Modus best of 3 gemäß: Stuttgart steht mit zwei Siegen im Meisterschaftsfinale gegen den Sieger des anderen Halbfinals, Dresdner SC oder VC Wiesbaden (Stand 1:1), dem SSC blieben nur besagte Bronzemedaillen, die den Mädels an diesem Abend sicherlich wie Blei um den Hals hingen.

Denn nach dem Halbfinal-Aus im Europacup in Bursa war es für die Mannschaft von Trainer Felix Koslowski nicht nur der zweite verpasste Finaleinzug innerhalb von sechs Tagen. Es bedeutet zugleich das Ende einer Saison, in der zehn Tage zuvor noch der Himmel voller Geigen hing und in der der deutsche Rekordmeister nun doch wie im Vorjahr wieder ohne Titel dasteht.

Was besonders bitter ist: Diese Niederlage war so unnötig. Das Spiel war schon so gut wie gewonnen. Nach einem verkrampften ersten Satz mit noch recht schmeichelhaftem 20:25-Ausgang aus Schweriner Sicht spielten sich die Gastgeberinnen in den beiden folgenden Durchgängen fast schon in einen Rausch und führten die Gäste mit 25:15 und 25:14 regelrecht vor.

Im vierten Satz leistete Stuttgart dann wieder mehr Gegenwehr, doch erneut konnte sich der SSC nach einem knappen 15:16-Rückstand in der zweiten technischen Auszeit des Satzes in der entscheidenden Phase des Satzes wieder befreien und auf 23:19 enteilen. Und spätestens als Lonneke Sloetjes ihren Angriffsschlag zum Schweriner 24:21 ins gegnerische Feld hämmerte, war der Sack (eigentlich) zugebunden, die Schwerinerinnen mussten lediglich noch ein Schleifchen dranpinnen – sprich: nur einen einzigen von drei möglichen Matchbällen nutzen. „Keine Ahnung, was dann passiert ist. Es gab nur noch Fehler, Fehler, Fehler“, resümierte ein arg mitgenommener SSC-Trainer Felix Koslowski.

Mit diesem einen noch fehlenden Punkt hätten sich seine Mädels das Recht auf ein drittes, entscheidendes Spiel gesichert. Und auch wenn dieses dem Spielmodus gemäß am Samstag dieser Woche wieder in Stuttgart stattgefunden hätte – der fünfte Vergleich beider Kontrahenten in dieser Saison wäre der erste gewesen, auf den der SSC Zeit zur Vorbereitung hätte, ohne durch Reisen und EC-Spiele beeinträchtigt zu sein. Das hätte ein sehr interessantes Spiel werden können. Aber: Hätte, hätte, Fahrradkette – wie der frühere SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück im wohl einzigen Satz seiner politischen Laufbahn, der ihn dereinst überleben wird, so treffend bemerkte.

Was für den SSC nach dieser denkwürdigen Partie bleibt, sind Frust und die bittere Erkenntnis seines Trainers: „Wir waren heute in allen Elementen die bessere Mannschaft, wir waren im Block klar besser und im Angriff auch. Trotzdem hat Stuttgart gewonnen. Und wir haben am Ende des Tages nichts in der Hand – keinen Europapokal und auch keine Meisterschaft.“

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