Schweriner SC : Ende der Reise durch Europa

Eine erfolgreiche Annahme – wie hier im Hinspiel von Lousi Souza Ziegler demonstriert und von Janine Völker (l.) und Jennifer Geerties (r.) beobachtet – gelang dem SSC gestern zu selten.
Eine erfolgreiche Annahme – wie hier im Hinspiel von Lousi Souza Ziegler demonstriert und von Janine Völker (l.) und Jennifer Geerties (r.) beobachtet – gelang dem SSC gestern zu selten.

Challenge Cup: SSC-Volleyballerinnen verpassen in Bursa Finaleinzug – nach 0:3 auch Golden Set verloren

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29. März 2015, 21:15 Uhr

In Asien ging gestern die diesjährige Reise des Schweriner SC durch Europa zu Ende. Vor 2200 Zuschauern in Bursa – jenseits des Bosporus gelegen, der Europa von Asien trennt – unterlag der deutsche Volleyball-Rekordmeister beim Liga-Fünften der Türkei, Bursa BBSK, zunächst mit 0:3 (-21, -18, - 22). Auch den mit dem 3:1 im Hinspiel erstrittenen Entscheidungssatz konnte der SSC nicht nutzen. Und nach dem 10:15 im „Golden Set“ steht statt des Schweriner SC Bursa im Finale des europäischen Challenge Cups. Gegner ist dort Uralotschka Jekaterinburg (Rus), das nach dem 3:0 daheim Chimik Juschni (Ukr) gestern auch im Rückspiel 3:0 (22, 23, 17) bezwang.

Zurück nach Bursa: Dort hatten türkische Fans den SSC mit einem deutschen Spruchband begrüßt: „Willkommen in der Hölle!“ Einen Teufel hatten die Fans noch dazu – und für die Gäste gleichsam an die Wand gemalt.

Denn ehe die SSC-Damen gedanklich auf dem Spielfeld standen, lagen sie bereits mit 0:6 zurück. Erst dann konnte Kapitän Lousi Souza Ziegler aus dem Hinterfeld den ersten eigenen Punkt markieren. Danach kämpften sich die Gäste heran, kämpften sich vorbei und schürten beim 13:10 Hoffnungen auf eine ähnlich erfolgreiche Partie wie vier Tage zuvor in der Schweriner Arena.

Aber denkste! Dieser 13. Punkt sollte sich im ersten und erst recht im zweiten Satz als wahrhaft höllisch erweisen – ganz, wie es das teuflische Spruchband verhieß. Auf einmal lief nicht mehr viel. Aus dem Vorsprung wurde ein 15:19-Rückstand und schließlich ein 21:25. In Satz zwei führte das Team von Trainer Felix Koslowski sogar 13:8, um dann über 15:20 mit 18:25 fast überrollt zu werden. Man fand kaum Mittel gegen Bursas Aufschläge und bekam die Hauptangreiferinnen Meryem Boz und Priscilla Rivera nicht in den Griff.

Im dritten Satz erfolgte der Knick im Schweriner Punktesammeln noch etwas früher, dafür nicht so drastisch, aber dennoch mit dem gleichen Ausgang. Bis zum 11:8 lag der Bundesligist ständig vorn. Ab dem 12:13 ging es aber wieder andersherum und auch wenn der Schweriner Sechser nach 16:19 beim 22:23 noch einmal Morgenluft witterte, war auch dieser Durchgang nach einem Hinterfeldhammer von Rivera mit 22:25 verloren.

Im „Golden Set“, mit dessen Gewinn der SSC die Partie quasi auf den Kopf und den Finaleinzug noch hätte sicherstellen können, war nur noch Bursa am Drücker. Und die Türkinnen besiegelten mit 15:10 das Ende der Schweriner Träume, nach Rang zwei im EC der Pokalsieger 1989 (hinter ADK Alma Ata) wieder einmal einen Europapokal in Griffweite zu bekommen oder ihn – wie 1975 den EC der Pokalsieger und 1978 den Meistercup – sogar zu gewinnen.

„Natürlich sind wir super enttäuscht“, meldete sich am Abend Trainer Koslowski per Handy. „Aber wir müssen akzeptieren, dass Bursa heute einfach besser war! Sie haben sehr aggressiv gespielt und ihre lautstarke Kulisse genutzt. Wir hatten zuviele Probleme im Spielaufbau und konnten nicht nicht konstant genug Druck aufbauen.“

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