SSC Volleyball : Ein Sieg mit Kampf und Krampf

An alter Wirkungsstätte lässt sich die Ex-Aachenerin Laura Weihenmaier bei dieser Einladung nicht zweimal bitten, einen Punkt für ihren SSC-Sechser zu erzielen.
An alter Wirkungsstätte lässt sich die Ex-Aachenerin Laura Weihenmaier bei dieser Einladung nicht zweimal bitten, einen Punkt für ihren SSC-Sechser zu erzielen.

SSC schafft nach einem harten Stück Arbeit mit 3:2-Erfolg in Aachen schon im zweiten Spiel den Einzug ins Playoff-Halbfinale der Bundesliga

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18. März 2015, 22:32 Uhr

Die Aachener Hoffnung aufs Halbfinale lebte vor dem Spiel. „Halbfinale 1. April in Aachen“, war auf einem Plakat zu lesen, genau da, wo auch die Schwerinerinnen auf dem Weg in die Kabinen die kleine Heimspielhalle der Ladies in Black betreten mussten. Die SSC-Frauen haben die Botschaft offenbar einfach überlesen und die Hoffnung der Ladies sterben lassen. Mit 3:2 (22, -24, -15, 18, 9 ) ist der zehnfache deutsche Meister gestern Abend mit dem zweiten Sieg im Viertelfinale über Aachen ins Halbfinale um die deutsche Meisterschaft eingezogen. Das Team von Trainer Felix Koslowski trifft dann auf den Sieger des Viertelfinales Stuttgart gegen Münster. In dieser Serie steht Spiel zwei erst am Sonntag an.

Bis das Geburtstagskind Koslowski gestern jubeln konnte, waren 145 Minuten vergangen. Beim 11:7 im fünften Satz, einem erfolgreichen Gegenangriff von Yvon Beliën, ballte der Trainer die Faust und schrie den Frust und die Anspannung der vergangenen Stunden und Minuten heraus. Erst da war klar, dass sein Team als Sieger aus einer Berg- und Talfahrt hervorgehen würde. „Wir haben heute nicht gut gespielt. Unser Aufschlag war eine Katastrophe“, sagte er. „Und wenn dein Aufschlag nicht kommt, dann wackelst du irgendwann in der Annahme. Das ist uns auch passiert.“

Und zwar schon direkt zu Beginn, da klappte der Spielaufbau nicht, zwei Angriffsfehler von Laura Weihenmaier waren die Folge, die Aachen 11:7 führen ließen. Nach einem technischen Fehler wuchs der Rückstand auf 13:18, Koslowski wechselte, brachte Jana-Franziska Poll für Ziegler. Und der SSC kam zurück. Den größten Anteil daran hatte eine Aufschlagserie von Anja Brandt, die zwar keinen direkten Punkt erzielte, aber die Ladies zu Fehlern zwang. Bis zur 23:21-Führung reichte der Lauf, zum Satzball war die Abwehr hellwach und Beliën nutzte die Chance zum Gegenangriff.

Als Warnung hatten die SSC-Frauen den ersten Satz offenbar nicht verstanden, denn der Folge-Durchgang glich dem vorherigen genau. Schwerin produzierte in jedem Element zu viele Fehler. Nur Lonneke Sloetjes konnte zuverlässig punkten. Darauf stellten sich die Ladies besser ein. Zwar verspielten sie erneut eine 17:12-Führung, Schwerin führte wieder 22:20. In diesem Moment, als Koslowskis Mädels den Satz und vermutlich auch das Spiel hätten frühzeitig zumachen können, spielte der SSC zu ausrechenbar. Aachen, wenige Momente zuvor noch ratlos, nutzte das, verteidigte mehrmals gegen Sloetjes und war im Gegenangriff plötzlich mutig. Der Mut wurde belohnt, die Ladies drehten den Satz, überrollten Schwerin dann in Durchgang drei, die Halle tobte. Der SC wankte.

Ein Neustart in Satz vier musste her. Das Besinnen darauf, die einfachen Dinge zuerst richtig zu machen, gelang. Die Fehlerquote sank beim SSC so deutlich, wie sie bei Aachen zunahm. Schwerin machte wesentliche Dinge auf einmal richtig, Aachen verlor den Faden.

Den Rückenwind nahm der SSC mit in den Tiebreak. Nenova blockte Ladies-Hauptangreiferin Burazer, Geerties servierte ein Ass, dann hatte Beliën gegen Burazer ihre Hände an der richtigen Stelle – 4:1. Wenig später stieß Koslowski den besagten Jubelschrei aus. „Aachen hat sehr stark gekämpft. Genau deswegen muss ich meiner Mannschaft auch ein Kompliment machen. Obwohl wir nicht gut gespielt haben, haben wir es trotzdem geschafft, zu gewinnen“, freute sich der SSC-Coach über das erhoffte „coole Geschenk“ seiner Mädels zu seinem 31. Geburtstag.

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