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SSC : Ein Satz fürs Kuriositätenkabinett

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schweriner SC gewinnt auch das achte Spiel des Monats Januar und fertigt ersatzgeschwächten USC Münster mit einem klaren 3:0 ab

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erstellt am 01.Feb.2015 | 21:01 Uhr

Am Ende wollte Felix Koslowski einfach auch einmal fünfe gerade sein lassen. „Ich bin zufrieden mit den drei Punkten, zufrieden mit dem 3:0. Und hey, das war das achte Spiel in diesem Monat…“, kommentierte der SSC-Trainer am Samstagabend nach dem glatten 3:0 (14, 16, 25)-Heimerfolg des Volleyball-Rekordmeisters der Damen über den einstigen Erzrivalen USC Münster einen denkwürdigen dritten Satz.

Denkwürdig nicht allein, weil die Schwerinerinnen, die die Gäste in den ersten beiden Sätzen phasenweise an die Wand gespielt und sich in beiden Sätzen um jeweils zehn und mehr Punkte abgesetzt hatten, auf einmal Schwierigkeiten bekamen. Denkwürdig vor allem, weil sie diese gegen einen USC-Sechser bekamen, der berechtigte Ansprüche auf einen Platz im Kuriositätenkabinett des Volleyballs geltend machen kann. Ohnehin nur mit einem achtköpfigen Notaufgebot angereist, in dem beide Diagonalspielerinnen fehlten, darunter die beim 3:2-Hinspielsieg des USC überragende Julia Schäfer, knickte im zweiten Satz auch noch US-Mittelblockerin Ashley Benson um und fiel aus. Kurzerhand funktionierte USC-Trainerfuchs Axel Büring die bis dahin als Zuspielerin agierende Irina Kemmsies zur Mittelblockerin um. Die 18-Jährige machte ihre Sache dabei so gut, dass SSC-Coach Koslowski sie am Ende sogar zur besten Münsteranerin erkor.

Doch auch der SSC musste gehandicapt durch den Satz, nachdem Kapitän Lousi Souza Ziegler und Libero Janine Völker bei einer Abwehraktion mit den Köpfen zusammenstießen und Letztere anschließend mit einem Eisbeutel am Kopf auf der Bank saß.

„Das war ja dann kein Volleyballspiel mehr. Dann hast du einfach keine Lust weiterzuspielen und dann kann auch schon mal etwas der Rhythmus verlorengehen“, befand Koslowski.

Das mit der Lust sah USC-Libero Linda Dörendahl, einst selbst im SSC-Dress aktiv und von den diesmal 1667 Fans herzlich begrüßt, naturgemäß anders. „Uns hat das schon Spaß gemacht, denn da waren wir endlich mal auf Augenhöhe“, sagte die 30-Jährige und ergänzte lachend: „Vielleicht hätten wir gleich in der Formation anfangen sollen.“

Beinahe hätte es ja auch mit einem Satzgewinn geklappt. Es zeigt aber den Reifeprozess des SSC, der noch zu Saisonbeginn solche Sätze gern mal abgegeben hatte, dass trotz 17:21- und 21:23-Rückstandes auch dieser Durchgang ein positives Ende fand. „Das war sehr wichtig. Denn wenn wir den Satz verloren hätten, hätten wir womöglich nochmal richtig zittern müssen“, sagte SSC-Diagonalspielerin Lonneke Sloetjes, die mit zwei ihrer gefürchteten Angriffsschläge zum 26:25 und schließlich zum 27:25 dem Treiben ein Ende setzte.

Nach dem Motto: Mund abputzen und abhaken, wollte sich Felix Koslowski denn auch gar nicht weiter bei diesem Satz aufhalten und freute sich statt dessen, „dass wir in den ersten beiden Sätzen aus einer sehr stabilen Annahme heraus sehr gute Angriffe starteten und auch im Block gut standen“.

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