SSC : Ein Aufgalopp mit Stotterstart

Anja Brandt (M.) war  der Turm in der Schlacht. Die Nationalspielerin  wurde als beste SSC-Spielerin ausgezeichnet und war mit 18 Punkten Topscorerin der Partie. Dietmar Albrecht

Anja Brandt (M.) war der Turm in der Schlacht. Die Nationalspielerin  wurde als beste SSC-Spielerin ausgezeichnet und war mit 18 Punkten Topscorerin der Partie. Dietmar Albrecht

Schweriner SC gewinnt erwartungsgemäß erstes Bundesliga-Heimspiel des Jahres gegen VCO Berlin – aber nur mit 3:1 (-14, 6, 13, 18)

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14. Januar 2016, 21:32 Uhr

Bei  8:1 die erste technische Auszeit, dann über 17:2 und 23:4 innerhalb von 17 Minuten zum überaus deutlichen 25:6-Satzgewinn – für den Bundesliga-Spitzenreiter Schweriner SC lief am Donnerstagabend in der heimischen Palmberg-Arena gegen Tabellenschlusslicht VCO Berlin alles wie am Schnürchen.

Alles? Nun, nicht alles. Denn das Geschilderte skizziert den zweiten Satz. An dem gab es wirklich nichts zu mäkeln. Davor aber hatten die 1300 Zuschauer einen Satz erlebt, in dem nichts, aber auch gar nichts wie am Schnürchen lief für den Favoriten. Da häuften sich Fehler in Annahme und Angriff, da funktionierte ein ums andere Mal die Abstimmung nicht und der Block ließ häufig riesige Lücken.

Die Quittung war mit 14:25 ein Satzverlust in einer Höhe, wie es sie seit Jahren in Schwerin nicht mehr gegeben hatte. Und das gegen eine Mannschaft, die zuvor in dieser Saison ganze drei Sätze hatte für sich entscheiden können und  ein 25:20 (beim 2:3 in Vilsbiburg) ihr Top-Ergebnis nannte. Allerdings wuchs der VCO, bestehend aus Spielerinnen der deutschen Junioren-Auswahl, in diesem gestrigen ersten Satz auch über sich hinaus.

Äußerlich ruhig hatte SSC-Trainer Felix Koslowski dieses Debakel an der Seitenauslinie verfolgt, „doch die Mädels haben schon mitgekriegt, dass ich stinksauer war“, sagte er. „So darf man sich als Spitzenreiter nicht präsentieren.“

Allerdings ging seine Mannschaft auch personell gehandicapt in die erste Partie nach dreieinhalb Wochen. Mit Jennifer Geerties (Infekt), Veronika Hroncekova sowie Janine Völker (beide muskuläre Probleme) fehlten drei aus dem bisherigen Stamm. Und Anja Brandt hatte nach der Rückkehr von der Olympia-Quali in Ankara vor der Partie ebensowenig trainieren können wie Tabitha Love, die erst in der Nacht zu gestern von Kanadas Auswahl zurück war.

„So etwas steckt dann auch eine Mannschaft wie die unsere nicht einfach so weg“, nahm Koslowski seine Mädels dann doch ein wenig in Schutz. Sicherlich auch, weil er ab Satz zwei, in dem Tabitha Love für Youngster Marie Holstein kam (Koslowski: „Der erste Satz ist nicht Marie anzulasten, da hat die Mannschaft nicht funktioniert.“), seinen SSC wiedererkannte. „Da haben wir es dann endlich geschafft, den Rhythmus aufzunehmen. Und dann lief es ja auch“, sagte der Coach.

Gänzlich versöhnt war der 31-Jährige aber trotz der nun klaren Satzerfolge von 25:6, 25:13 und 25:18 nicht. „Ich wollte heute noch anderen Spielerinnen Einsatzzeiten geben. Doch das war nach dem Satzverlust zu gefährlich.“

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