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SSC-Volleyball : Duell der Großen als Fünfsatzkrimi

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Rekordmeister Schweriner SC schlägt in eigener Halle den deutschen Meister Dresdner SC nach hartem Kampf mit 3:2

von
erstellt am 25.Okt.2015 | 21:00 Uhr

Während das Oktoberfest vor der Halle versuchte, seine Gäste mit Karussells und Autoscooter schwindlig zu spielen, schafften das die SSC-Volleyballerinnen am Samstag in der Palmberg-Arena noch effektiver. Keiner der 2100 Fans, die in der wiederum ausverkauften Halle dabei waren, wird diesen Abend wohl so schnell vergessen: Mit 3:2 (-22, -22, 22, 17, 12) bezwangen die SSC-Damen in einer spannenden, hochklassigen Partie den deutschen Meister Dresdner SC. Die Mannschaft von Trainer Felix Koslowski sicherte sich damit nicht nur ihren vierten Sieg im vierten Spiel der gerade begonnenen Bundesliga-Saison, sondern brachte den Mädels aus Elbflorenz zugleich deren erste Niederlage der Spielzeit bei. Obendrein „putzte“ der DM-Dritte des Vorjahres nach Vizemeister Allianz MTV Stuttgart (3:1) nun auch den zweiten der beiden Bundesliga-Topfavoriten.

„Nach dem zweiten Satz war ich mir sicher, dass wir gewinnen“, gab Trainer Koslowski hinterher zu Protokoll. Zu dem Zeitpunkt vertrat er diesen Optimismus ziemlich exklusiv, denn bis dahin schien die Siegerstraße auf der SSC-Spur noch mit ganz groben Steinen gepflastert zu sein. Mit allein sieben (!) verschlagenen Aufgaben des SSC in Satz eins (am Ende des Spiels waren es 19) und dem vergeblichen Versuch, in Satz zwei einen 21:19-Vorsprung ins Ziel zu retten, war in diesen beiden Durchgängen für die Gastgeberinnen nichts zu holen.

Als auch im dritten Satz aus einer komfortablen 16:12-Führung in Windeseile ein 16:18 geworden war, schien Felix Koslowskis prophetische Gabe endgültig in Frage gestellt zu sein. Doch eine von ihm genommene Auszeit brachte den Umschwung. Jennifer Geerties, die am Samstag insgesamt 18 Punkte erzielte, Anja Brandt (15) und Kapitän Lousi Souza Ziegler, mit 23 Zählern Schwerins Punktbeste, brachten den SSC wieder mit 19:18 in Front. Das ließen sie sich nun nicht wieder nehmen – und holten mit 25:22 Schwung für den vierten Satz.

Der sah den SSC zwischendurch sogar mit 15:8 in Front. Als die Dresdnerinnen dann noch einmal auf 14:16 herankam, stoppte wiederum eine Koslowski-Auszeit deren Spielfluss und auch dieser Satz ging schließlich mit 25:20 an den Rekordmeister. Der glich damit nach Sätzen aus.

Die spektakuläre Schweriner Aufholjagd schien dann im Tiebreak jedoch ein jähes Ende zu finden, als sich die Gäste schnell auf 5:2 davonstahlen. Dass wiederum eine Auszeit von „Magier“ Koslowski den Umschwung brachte – wen wundert’s noch? Unter dem Jubel der Fans gaben die Gastgeberinnen bis zum 10:6 nur einen einzigen Punkt ab, ehe Gästetrainer Alexander Waibl sein Heil seinerseits in einer Auszeit suchte. Doch vergeblich. Am Ende blieb ihm nur, sportlich fair zu konstatieren: „Wir haben ein tolles Bundesligaspiel gesehen, bei dem wir gegen eine sehr starke Schweriner Mannschaft sehr knapp verloren haben.“

Die SSC-Fans werden dieses Spiel wie gesagt lange nicht vergessen. Dass sie lange davon zehren müssen, ist aber eher nicht zu befürchten. Schon am Mittwoch im CEV-Cup gegen VK UP Olomouc aus Tschechien und dann in der Bundesliga am 7. November (jeweils 19 Uhr) gegen den SC Potsdam könnte die Palmberg-Arena erneut zum kochenden Hexenkessel werden.

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