SSC Palmberg : „Diesmal war’s deutlich schwerer“

Die Volleyballdamen des SSC feiern den Meistertitel.

Die Volleyballdamen des SSC feiern den Meistertitel.

Titelverteidigung war für Volleyballmeister SSC Palmberg Schwerin kein Selbstläufer. „In den letzten Wochen vieles richtig gemacht“

svz.de von
07. Mai 2018, 20:45 Uhr

„Gemeinsam zum Ziel“ – unter dieses Motto hatte der SSC Palmberg Schwerin als deutscher Frauen-Volleyballmeister 2017 die Mission Titelverteidigung 2018 gesetzt. Das ging voll auf, wie wir inzwischen wissen und auch längst gebührend abgefeiert haben.

„Dieser Slogan passte super, weil er tatsächlich auf allen Ebenen gelebt wurde“, sagt Meistermacher Felix Koslowski und zählt auf: „Mannschaft, Trainer- und Betreuerstab, Geschäftsstelle, Teamleitung, Sponsoren, nicht zuletzt die noch einmal spürbar gewachsene Unterstützung der Fans – das alles waren wichtige Mosaiksteine, um uns dahin zu bringen, wo wir jetzt stehen.“

Erneut den Thron zu erobern, sei beileibe kein Selbstläufer gewesen. „Das war sogar deutlich schwerer“, stellt der Trainer klar: „Als Meister bist du in jedem Spiel der Favorit. Und was sollst du zu deiner Zielstellung schon sagen? Dass du mit dem Einzug ins Playoff-Finale – sprich Rang zwei – zufrieden wärst, nimmt dir doch eh niemand ab. Also musst du liefern. Immer. Denn jeder Gegner wächst förmlich über sich hinaus, um dir ein Bein zu stellen.“

Zudem waren auch die Meistermannschaften von 2017 und 2018 sehr verschieden. Im vorigen Jahr hatte der SSC ein kompaktes Team, das sich sehr gut kannte. Das Schweriner Sextett Jennifer Geerties, Denise Hanke, Louisa Lippmann, Marie Schölzel, Maren Brinker (heute Fromm) und Lenka Dürr gab und gibt es gleichermaßen auch in der Nationalmannschaft. Hinzu kam eine sechswöchige Vorbereitung inklusive eines wirkungsvollen Trainingslagers in Japan.

„Diesmal hatten wir erst drei Tage vor Saisonbeginn erstmals alle Spielerinnen im Training beisammen. Zuletzt kamen Gréta Szakmáry und Beta Dumancic, die bis dahin niemand in der Mannschaft kannte. Dann gleich 3:0 im Supercup gegen Stuttgart zu gewinnen, kam selbst für uns überraschend“, erinnert sich der Coach.

Dass der SSC nicht die ganze Saison über permanent auf der Erfolgswelle reiten könnte, war hingegen zu erwarten. Das hat noch nie geklappt, für kein Team in der Bundesliga. Und so nahm sich auch der SSC nach bis dato makelloser Bilanz zum Jahresende eine kleine „Auszeit“. Von den fünf Dezember-Pflichtspielen wurden drei (!) verloren: gleich zweimal 2:3 in Dresden (Liga und Pokal) sowie 1:3 im Punktspiel in Wiesbaden. Anfang Januar kam noch das 1:3 zu Hause gegen Vilsbiburg hinzu.

Damals musste der SSC immer wieder gesundheitlich angeschlagene Spielerinnen aufs Feld schicken. Mit Jenny Geerties fiel die Hauptannahmespielerin zeitweise ganz aus. „Das war eine Reibungsphase, in der unsere Saison sogar am Scheideweg stand. Denn so was kann so oder oder so ausgehen“, umreißt Felix Koslowski den Ernst der Situation.

Bekanntlich hat der SSC die Kurve schnell wieder gekriegt und nicht zuletzt mit Galaauftritten in den ungeschlagen überstandenen EC-Runden gegen Le Cannet (Fra), Yuzhny (Ukr) und Casalmaggiore (Ita) sowie – trotz der Niederlagen – gegen Istanbul jede Menge Selbstvertrauen getankt.

National wurden bis zum Saisonende alle nach der Vilsbiburg-Partie noch ausstehenden 16 Spiele gewonnen. Doch trotz der neun Punktspielsiege am Stück gelang die Rückkehr an die zum Jahresende verlorene Bundesliga-Tabellenspitze nicht mehr, weshalb der SSC ja dann auch quasi mit einem Handicap in die Playoffs musste. Denn sowohl im Halbfinale gegen den Tabellenzweiten Dresdner SC als auch im Finale gegen den Hauptrundensieger hätte der SSC bei Ausschöpfen der „best of three“- respective „best of five“-Serie ein Auswärtsspiel mehr bestreiten müssen als der Gegner.

„Im Gegensatz zum Vorjahr, als wir als Tabellenführer und Favorit in die Playoffs gingen und uns nur selbst hätten im Weg stehen können, mussten wir diesmal über uns hinauswachsen. Und tatsächlich hatten wir in jedem Playoff-Spiel mindestens eine Spielerin – und immer wieder eine andere – dabei, die 120, 130 Prozent abrief“, resümiert Felix Koslowski: „Deshalb bedeutet uns dieser Titel sehr viel. Denn er zeigt: Wir haben in den letzten Wochen vieles richtig gemacht.“

Das will man beim deutschen Meister auch künftig von sich sagen dürfen – und sich deshalb höheren Anforderungen stellen. „Wir wollen in der neuen Saison in der Champions League spielen. Wir standen zuletzt viermal in Folge im Halbfinale von Challenge- und CEV-Cup. Deshalb ist das jetzt der richtige Schritt“, so der Trainer.

Vereinsspitze und auch Sponsoren tragen diesen mit. Jetzt geht es darum, beim europäischen Verband eine Sondergenehmigung für die nicht königsklassentaugliche Arena zu erwirken.

Und dann braucht der SSC natürlich auch noch die dafür notwendige Mannschaft. Mit Denise Hanke, Gréta Szakmáry, Lauren Barfield und Marie Schölzel haben erst vier Spielerinnen Verträge für die neue Saison.

Koslowski: „Es werden Verträge verlängert, aber es werden auch neue Spielerinnen kommen. Dazu laufen gerade Gespräche. Ich bin sicher: Wir werden wieder eine sehr gute Mannschaft haben und dürfen eine spannende Saison erwarten. Ich freue mich schon drauf.“

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