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SSC-Volleyball : Der Meister verpasst das Halbfinale

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Ohne verletzte Mudritskaja kassieren SSC-Volleyballerinnen in Aachen 0:3-Niederlage und scheiden im Playoff-Viertelfinale aus

svz.de von
erstellt am 09.Apr.2014 | 21:25 Uhr

Endstation Aachen. Für Schwerins Volleyball-Frauen endete eine Saison voller Verletzungssorgen gestern im Viertelfinale. Mit 0:3 (-21, -13, -22) unterlag das Team von Trainer Felix Koslowski bei den Aachener Ladies in Black im dritten und entscheidenden Spiel um den Einzug ins Halbfinale.

Die vom Verletzungspech gebeutelten Schwerinnerinnen waren im Westzipfel der Republik chancenlos. Den neuerlichen Ausfall von Hauptangreiferin Tatjana Mudritskaja konnte der jetzt entthronte Titelverteidiger nicht verkraften. Aachen dagegen nutzte den Vorteil gnadenlos aus, dass die Mannschaft als vermeintlicher Außenseiter völlig befreit aufspielen konnte. Zu Beginn von Satz zwei und ab Mitte des dritten Satzes brach Schwerin ein und löste damit eine lautstarke Volleyball-Party aus. Aachen, erstmals überhaupt in der Vereinsgeschichte in den Playoffs, marschiert direkt weiter ins Halbfinale. Schwerin bleibt weit hinter den vor der Saison gesteckten Zielen zurück.

„Das ist bezeichnend für unsere ganze Saison“, sagte Koslowski nach der Partie. „Immer dann, wenn es einigermaßen läuft, fällt wieder eine wichtige Spielerin aus.“ Mudritskaja, am Samstag beim Heimsieg noch ein Eckpfeiler des SCC, war aufgrund einer im Abschlusstraining erlittenen Wirbelblockade gar nicht mit nach Aachen gefahren. Das hat ein Loch in den Schweriner Außenblock gerissen, das Aachen konsequent nutzte. „Wir haben die Ladies im Angriff nie in den Griff bekommen“, sagte Koslowski.

Das Resultat: Libera Janine Völker kämpfte mit den Tränen, der Rest der Mannschaft kauerte auf dem Hallenboden, während Aachens Fans das Lied vom Tag, der so schön ist, anstimmten und die Ladies in Black ausgelassen dazu tanzten.

Den besseren Start erwischten die Gäste. Ivana Isailovic blockierte einen Aachener Schnellangriff, dazu servierten die Ladies zunächst viele Fehler im Aufschlag. Sicherheit gewann der SSC deswegen nicht. Nach der 8:5-Führung kippte der Satz, weil Aachen die Fehler minimierte, stark verteidigte und die Chancen zu Gegenangriffen nutzte. Ein Block von Tatiana Crkonova gegen Lousiane Souza Ziegler und ein direkter Punkt nach einem Netzroller-Aufschlag kamen zum Unglück der Gäste dazu. Aachen machte acht Punkte in Folge, führte 13:8 und gab den Satz trotz einiger Wackler nicht mehr ab.

Der nächste Schreckmoment: Carina Aulenbrock musste in der Satzmitte aufgrund einer blutenden Platzwunde am Auge vom Feld. Die 19-Jährige, die Hauptangreiferin Mudritskaya vertrat, kam zwar später ins Spiel zurück. Sicherheit gewannen Koslowskis Frauen so aber nicht. Das Verletzungspech, es blieb auch gestern die größte Schweriner Konstante.

Satz zwei in der mit 1327 Zuschauern ausverkauften Aachener Halle war für Schwerin vorbei, als er gerade begonnen hatte. Ziegler wird zwei Mal vom Block gebremst, Aachens Zuspielerin Femke Stoltenborg und Angreiferin Laura Weihenmeier hämmern die Gegenangriffe ins SSC-Feld, Aulenbrocks Versuch endet im Aachener Block. Einen Annahmefehler später führt Aachen 6:0.

Bezeichnend war der Ball zum 16:5 für die Gastgeberinnen. Mehrfach hatte der SSC den Ball auf seiner Seite, jedes Mal lief der Spielaufbau nicht sauber ab, jedes Mal verteidigte Aachen stark. Und bei der ersten Möglichkeit zum Punkt schlugen die Ladies zu. Aachen spielte wie im Rausch, Schwerin hatte keinen Zugriff auf das Spiel.

Im dritten Satz war Schwerin bis zum 9:9 auf Augenhöhe. Dann versagten die Nerven erneut, drei Fehler in Folge brachten die Aachenerinnen auf die Siegerstraße. „Wenn eine Spielerin wie Tatjana fehlt, dann bist du für einen Moment ratlos, wenn nichts mehr klappt“, sagte Angreiferin Jana Franziska Poll. „Es ist einfach unglaublich schwer, gegen einen Gegner zu bestehen, der von seinem Publikum so gepusht wird, wenn du ohne so wichtige Persönlichkeiten auf dem Feld auskommen musst.“

 

 

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