DVV-Volleyball : „Das ist die Realität“

Schwerins Trainer Felix Koslowski. /Archiv
Schwerins Trainer Felix Koslowski. /Archiv

Die deutschen Volleyballerinnen schließen die erste Saison der Nations League auf Platz elf ab.

svz.de von
17. Juni 2018, 20:45 Uhr

Felix Koslowski wollte nichts beschönigen. „Das ist die Realität, das muss man so klar sagen“, sagte der Bundestrainer nach Abschluss der Nations League, die die deutschen Volleyballerinnen mit fünf Siegen aus 15 Spielen auf Rang elf des 16er-Feldes beendete. „Es gibt eine Gruppe von sechs, sieben Mannschaften, die spielen ein Niveau.

Und dann kommen Nummer acht, neun, zehn, elf: da ist überall was möglich und dann fällt es noch mal ab. Das ist mehr oder weniger eine Drei-Klassen-Gesellschaft. Und wir sind nun mal nicht in der ersten, wir sind in der zweiten Klasse“, sagte Koslowski. Seine Mannschaften habe die Erwartungen erfüllt, betonte der 34-Jährige. „Wir wissen jetzt, woran wir arbeiten müssen.“

Insgesamt bestritt das Team binnen fünf Wochen fünf Turniere und reiste dafür um die rund Welt. Neben einem Überraschungserfolg gegen Brasilien zum Auftakt gelangen Siege gegen Thailand, die Dominikanische Republik, Belgien und Argentinien.

Als eines von zwölf sogenannten Core-Teams ist Deutschland bis 2024 fester Starter der Nations League. Für das Final Six in Nanjing (27. Juni bis 1. Juli) qualifizierten sich neben dem gesetzten Gastgeber China noch Weltmeister USA, Brasilien, Serbien, die Niederlande und die Türkei. Für die Weiterentwicklung der Mannschaft ist die langfristige Perspektive ein entscheidender Baustein. „In diesem Wettbewerb anzutreten, ist der einzige Weg an die Weltspitze heranzukommen“, sagt Koslowski.

Doch der Weg ist weit. Physisch können die Deutschen derzeit nicht mit den Top-Teams mithalten. Deswegen hofft Koslowski, auch Trainer von Meister Schweriner SC, auf eine gute Nachwuchsarbeit. „Diese Mannschaft aus Holland, die hat schon 2013 bei der EM zusammengespielt. Da haben sie auch Scheiße fressen müssen. Stück für Stück sind sie dann gekommen. Wir brauchen auch diese Zeit, um uns zu entwickeln“, fordert Koslowski.

Für die Weltmeisterschaft in Japan (29. September bis 20. Oktober) setzt Koslowski seiner Mannschaft Platz zehn als Ziel. „Wir wissen jetzt, was uns bei der WM erwartet. Wir wissen wie dicht wir dran sind, wie weit wir weg sind - oder beides.“ Die Arbeit hat gerade erst begonnen.

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