Dritter Platz beim Grand Prix von Japan reicht Vettel zur Titelverteidigung : Vettel-Festspiele in Suzuka

Feiern bis zum Abwinken: Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel (M.) inmitten seiner Mechaniker-Crew. Eugene Hoshiko, dapd
Feiern bis zum Abwinken: Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel (M.) inmitten seiner Mechaniker-Crew. Eugene Hoshiko, dapd

Sebastian Vettel ließ sich von den noch gut 10 000 Fans auf der Haupttribüne feiern, als Vater Norbert vor der Red-Bull-Box bereits zum wummernden Techno-Song "We did that move" tanzte.

von
09. Oktober 2011, 06:50 Uhr

Suzuka | Sebastian Vettel ließ sich von den noch gut 10 000 Fans auf der Haupttribüne feiern, als Vater Norbert vor der Red-Bull-Box bereits zum wummernden Techno-Song "We did that move" tanzte. Zuvor hatte sich sein Sohn bei jedem Teammitglied bedankt und dann mit dem neuerdings doppelten Vettel-Finger den Pokal präsentiert.

"Es ist schwer, die richtigen Worte zu finden. Ich bin ein wenig sprachlos. Das Jahr war unglaublich bis jetzt", sagte der alte und neue Formel-1-Weltmeister nach dem dritten Platz beim Großen Preis von Japan, der zur erfolgreichen Titelverteidigung reichte. Vor den Feierlichkeiten musste der jüngste Doppel-Weltmeister aller Zeiten einen wahren Interview-Marathon absolvieren. Nach mehr als einer Stunde ging es endlich vor die Red-Bull-Box, wo das Team, natürlich mit den neuen Weltmeister-Shirts ausgestattet, ungeduldig auf seinen Champion wartete. "Wir hatten eine fantastische Saison als Team, wir haben immer dann alles gegeben, wenn es nötig war. Jeder bei Red Bull kann stolz auf sich sein", sagte Vettel.

In der Box und abseits des ganzen Trubels war dann sein Vater der erste Gratulant. "Es ist gigantisch", sagte Norbert Vettel mit Tränen in den Augen: "Ich bin nicht Doppel-Weltmeister, ich bin nur Vater. Es ist extrem, das Ganze mitzuerleben. Ich war das ganze Rennen über sehr nervös". Doch Grund dazu bestand nicht.

Perfektionist Vettel verpasste zwar den angepeilten zehnten Saisonsieg. Ein souveräner dritter Platz hinter dem Sieger Jenson Button im McLaren und Fernando Alonso (Ferrari) war aber mehr als genug, um die WM-Party bereits in Suzuka und damit vier Rennen vor dem Ende der Saison steigen zu lassen. Natürlich habe er das Optimum rausholen wollen, "aber ich wollte nicht das Rennen gewinnen. Ich wollte den einen Punkt holen, das habe ich geschafft".

Für Vettel war der WM-Triumph auf seiner erklärten Lieblingsstrecke "etwas ganz Besonderes. Den Titel hier zu holen, ist auf der anderen Seite auch lustig. Auf einmal musst du es realisieren und es genießen", sagte Vettel. Bei seiner Ehrenrunde wurde Vettel zunächst von seinem einstigen Vorbild Michael Schumacher, der als zweitbester Deutscher Sechster wurde, eskortiert. Danach stieg Vettel aus seinem Auto und sprang den erstbesten Teammitgliedern in die Arme, die er finden konnte. Bei der Siegerehrung war er aber weit weniger emotional als noch in der vergangenen Saison bei seinem ersten WM-Triumph im Finale in Abu Dhabi. "Ich brauche sicher noch eine Weile, um zu verstehen, dass ich jetzt zweimaliger Weltmeister bin. Wenn ich ein paar ruhige Momente habe, werde ich das sicher irgendwann realisieren", sagte Vettel.

In seiner Heimatstadt Heppenheim ging seit den frühen Morgenstunden ebenfalls die Post ab. Rund 2000 Anhänger tanzten zu Klängen von "Highway to hell" , ließen Sektkorken knallen und starteten später einen Autokorso. Bei der WM-Sause im fernen Japan startete derweil die von Vettel angeführte Red-Bull-Familie in eine lange Party-Nacht und tanzte der aufgehenden Sonne entgegen.

>> Stimmen

Timo Boll (Tischtennis-Rekordeuropameister): "Das freut mich für ihn, weil er ein super Typ ist und sich das mit Sicherheit verdient hat."

Joachim Löw (Fußball-Bundestrainer): "Sebastian Vettel hat eine großartige Leistung vollbracht. Er hat die Formel-1-Saison dominiert und ist verdient erneut Weltmeister geworden. Er gehört schon in seinen jungen Jahren zu den deutschen Top-Athleten, die Sportgeschichte geschrieben haben."

Martin Heuberger (Handball-Bundestrainer): "Eine absolut beeindruckende Leistung von Sebastian Vettel und dem gesamten Team. Das war eine Riesensaison von ihm, das muss man erstmal so cool durchziehen, auch mit einem überlegenen Auto. Er ist noch jung, er hat sicher gute Chancen, alle Schumacher-Redkorde zu brechen."

Barbara Rittner (Fed-Cup-Teamchefin): "Teufelskerl. In dem jungen Alter der Konkurrenz so davonzufahren. Hut ab und Glückwunsch!"

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen