Rückblick 2013 : Super-Bayern und Vettel-Rekorde

Jürgen Brähmer boxt sich zurück an die Weltspitze / Martina Strutz vor erneutem WM-Coup gestoppt / Hansa strapaziert Nerven der Fans

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31. Dezember 2013, 16:00 Uhr

Das Sportjahr 2013 wird immer mit dem Namen des FC Bayern München verbunden sein. Nie zuvor hat eine deutsche Fußball-Mannschaft in einem Jahr so viele Titel gesammelt und Rekorde aufgestellt. Die Krönung ist der 2:1-Triumph gegen Borussia Dortmund im deutschen Champions-League-Finale von London.

Den größten Einzelerfolg feiert auf internationaler Bühne jedoch kein Athlet, sondern ein Funktionär: Thomas Bach, Fecht-Olympiasieger von 1976, wird als erster Deutscher zum Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees gewählt. Der größte Moment für Thomas Bach kommt am 10. September bei der IOC-Session in Buenos Aires. An diesem Tag erreicht der Jurist aus Tauberbischofsheim nach jahrelangem Anlauf den Gipfel der sportpolitischen Macht: Als Nachfolger des Belgiers Jacques Rogge erhält Bach im zweiten Wahlgang mit 49 die absolute Stimmenmehrheit der 93 wahlberechtigten Olympier.

Die Leichtathletik-WM in Moskau sollte die große Bühne für die Schwerinerin Martina Strutz werden. Die Stabhochspringerin in Diensten des SC Neubrandenburg hatte Großes vor – wie 2011, als sie im südkoreanischen Daegu überraschend Vizeweltmeisterin wurde. Diesmal jedoch wird sie jäh gestoppt: Vier Wochen vor den Titelkämpfen zieht sie sich beim Training einen Mittelfußbruch zu – WM-Aus für die 31-Jährige.

Als Goldhamster an der Moskwa erweisen sich Diskus-Recke Robert Harting trotz starker Rückenschmerzen, Stabhochspringer Raphael Holzdeppe, Kugelstoßer David Storl und zu guter Letzt Speerwerferin Christina Obergföll.

Gleich drei Goldmedaillen vereint wieder einmal Sprint-Superstar Usain Bolt auf sich. Der Jamaikaner siegt über 100 und 200 Meter sowie mit der 4x100-Meter-Staffel. Der 27-Jährige triumphiert in Abwesenheit seiner größten Konkurrenten Tyson Gay (USA) und Asafa Powell (Jamaika), deren positive Dopingproben vor der WM für große Aufregung sorgen.

Sebastian Vettel wandelt auf den Spuren von Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher. Der Red-Bull-Pilot aus Heppenheim sichert sich zum vierten Mal hintereinander den WM-Titel. Am 27. Oktober gewinnt der 26-jährige Ausnahmepilot den Großen Preis von Indien und steht vorzeitig als Champion fest. Mit 13 Siegen in einer Saison stellt Vettel den Rekord von Schumacher von 2004 ein. Und beim Grand Prix der USA übertrumpft Vettel sein einstiges Jugendidol sogar: In Austin feiert der jüngste Formel-1-Champion den achten Saisonsieg in Folge – einen mehr als der frühere Ferrari-Star.

Mit Titelehren kann sich auch Jürgen Brähmer schmücken. Der Boxer aus Schwerin erobert zunächst am 2. Februar den EM-Gürtel und entthront in Berlin seinen Sauerland-Stallgefährten Eduard Gutknecht. Am 14. Dezember setzt er noch einen drauf, als er in Neubrandenburg mit einem klaren Punktsieg gegen den US-Amerikaner Marcus Oliveira den Weltmeistergürtel nach Version der WBA gewinnt.

Leidensfähigkeit und Geduld seiner Anhänger stellt der FC Hansa einmal mehr auf die Probe. Im Frühjahr dümpeln die Hanseaten ausnahmslos in der unteren Tabellenhälfte der 3. Liga herum und auch in der aktuellen Saison sieht es nach verheißungsvollem Start lange zum Fürchten aus. In den letzten Wochen des Jahres erreicht die Kogge aber endlich sicheres Fahrwasser: Nach acht Spielen ohne Niederlage überwintert Hansa auf Platz vier. Und weil außerdem die Liquiditätslücke von einer knappen Million Euro geschlossen werden kann, ist nun hoffentlich auch der drohende Punktabzug vom Tisch.

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