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Jürgen Brähmer kehrt nach Hamburg zurück : Zurück zu den Wurzeln

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Boxprofi Jürgen Brähmer wird am 27. April an den Ort zurückkehren, wo er seinen ersten Profikampf hatte - In die Hamburger Alsterdorf-Sporthalle. Auch für Jack Culcay wird der Boxabend ein besonderer werden.

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erstellt am 02.Apr.2013 | 11:10 Uhr

Hamburg | "Zurück zu den Wurzeln". Unter dieses Motto ließe sich - zumindest in Bezug auf die Haupthelden Jürgen Brähmer und Jack Culcay - der Profi-Boxabend des Sauerland-Stalls am 27. April in der Hamburger Alsterdorf-Sporthalle stellen. Der eine der beiden Protagonisten wird dann dort wieder in den Ring steigen, wo für ihn alles begann. Der andere darf erstmals auf Augenhöhe zusammen mit jenem Mann auftreten, in dessen Rahmenprogramm er einst sein Profi-Debüt gab.

"Ich freue mich auf den Abend", sagt Halbschwergewichts-Europameister Jürgen Brähmer (39 Siege/30 K.o.; 2 Niederlagen): "An die Alsterdorfer Sporthalle habe ich beste Erinnerungen. Hier hatte ich meinen ersten Profikampf. Ich glaube, damals war Vitali Klitschko der Hauptkämpfer (Stimmt: erfolgreiche WBO-WM-Titelverteidigung gegen Obed Sullivan/USA - d. A.). Und auch meinen letzten WM-Kampf im April 2010 gegen den Argentinier Plotinsky bestritt ich in dieser Halle - noch für Universum. Jetzt freue ich mich, dass wir - nun mit Sauerland - wieder hier boxen. Und wir werden den Zuschauern etwas zu bieten haben."

Brähmer-Gegner: trotz Handbruchs durchgeboxt

Gegen den Franzosen Tony Averlant wird der Schützling von Trainer Karsten Röwer den Anfang Februar seinem Sauerland-Kollegen Eduard Gutknecht entrissenen EM-Titel zum ersten Mal verteidigen. Das hört sich angesichts von Averlants Kampfrekord (18 Siege/4 K.o.; 7 Niederlagen/1 K.o.; 2 Remis) wenig spektakulär an. Zudem unterlag der 29-Jährige zuletzt dem Kölner Mounir Toumi mit 1:2 Richterstimmen. Das aber mit einem Handbruch gleich in der ersten von zehn Runden…

Ein harter Hund also, der obendrein weiß, wie es sich anfühlt, als Europameister gekürt zu werden. Gegen Artur Hein, ebenfalls von Karsten Röwer trainiert, hatte er sich den seinerzeit vakanten Titel 2011 nach einem Remis im ersten Duell durch einen t.K.o. im zweiten Aufeinandertreffen gesichert. Ende März 2012 musste der Linksausleger ihn dann allerdings umstritten an Gutknecht weiterreichen. Das damalige 1:2-Punktrichterurteil ist Promoter Kalle Sauerland noch heute peinlich. "Ich wäre schon mit einem Remis zufrieden gewesen."

Auch wenn Trainer Röwer einerseits meint: "Wir können Artur Hein und Jürgen nicht auf eine Stufe stellen", ist man andererseits im Brähmer-Lager gewarnt. Bekanntlich tat sich der 34 Jahre alte Schweriner jüngst gegen Gutknecht schwer, was - den Quervergleich zu Rate gezogen - ein interessantes Duell mit Averlant erwarten lassen dürfte.

"Er ist ein unbequemer Gegner. Gegen ihn zu boxen, ist auf jeden Fall eine reizvolle Aufgabe", sagt Brähmer und stellt klar: "Ich will diesen Kampf, das ist ein guter Weg zu weiteren Titelkämpfen."

Dass er sich besser verkaufen wird als gegen Gutknecht, steht für Brähmer außer Frage. "Das war der erste richtige Kampf seit fast drei Jahren. Da war nach oben noch viel Luft, ich hatte vor dem Kampf ja auch ewig nicht richtig trainiert. Jetzt stehe ich voll im Training und bin auf jeden Fall besser drauf."

Den Feinschliff wird er sich übrigens ab kommender Woche wieder in der Sportschule des LSB in Güstrow holen.

Culcay in Schwerin im Brähmer-Vorprogramm

Auf eine dritte erfolgreiche Titelverteidigung als WBA-Interkontinentalmeister hofft am 27. April Halbmittelgewichtler Jack Culcay (14 Siege/ 10 K.o.). Deutschlands bislang letzter Amateur-Weltmeister (2009 im Weltergewicht), in seiner Anfangszeit als Profi bei der inzwischen insolventen Universum Box-Promotion wie Brähmer vom Schweriner Michael Timm trainiert, trifft in Hamburg auf Herausforderer Guido Nicolas Pitto aus Argentinien (17 Siege/7 K.o.; 1 Niederlage).

Bei Brähmers wohl spektakulärster WM-Schlacht im Dezember 2009 in Schwerin gegen den Russen Dimitry Suchotsky gab Culcay, Sohn eines equadorianischen Vaters und einer deutschen Mutter, sein Profidebüt. "Und nun bestreite ich neben ihm den Hauptkampf. Das macht mich schon stolz", sagt der sympathische 27-Jährige, der vor drei Jahren von Darmstadt nach Hamburg gezogen war.

Auch Brähmer freut sich für seinen alten und neuen Stallkollegen. "Wir waren damals ja sogar in einer Trainingsgruppe und verstehen uns gut. Jack ist ein guter Boxer, von dem wir noch viel erwarten dürfen."

Sicherlich schon in Hamburg gegen Pitto, der dort seinen ersten Angriff auf einen großen Titel wagt. "Pitto boxt sehr unsauber. Der schafft es sogar, bei geraden Schlägen mit dem Ellbogen auszuteilen", weiß Culcay um die Schwere der Aufgabe. "Aber ich bin sicher, dass ich gewinne. Eventuell sogar vorzeitig."

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