Zeit, Verantwortung zu übernehmen

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05. Juli 2010, 08:33 Uhr

Schwerin/Kienbaum | In der Nacht zum Montag flog die deutsche Nationalmannschaft der Volleyballerinnen nach Jekaterinburg ab. Dort nimmt die DVV-Auswahl ab heute bis zum Sonntag am Yeltsin-Cup teil. Mit Gastgeber Russland, China, Italien, den Niederlanden und Weißrussland trifft das junge deutsche Team auf die Weltspitze. Und auf dem Sessel des Chefcoaches sitzt nicht Bundestrainer Giovanni Guidetti. Er bereitet eine weitere Gruppe mit routinierten Nationalspielerinnen in einem Lehrgang in Kienbaum auf die nächsten anstehenden Aufgaben wie zum Beispiel den Grand Prix vor.

Den Part des Italieners übernimmt in Russland sein Co Felix Koslowski. "Ich bin lange genug dabei, um dieser Aufgabe gewachsen zu sein", sagt der gebürtige Schweriner: "Wir wollen jungen Spielerinnen eine Möglichkeit geben, auf höchstem Niveau zu spielen. Sie sollen internationale Erfahrung sammeln." Sara Petrausch, Janine Völker, Anja Brandt, Imke Wedekind, Tatjana Zautys oder Lina Meyer weisen zusammen wenige Einsätze im DVV-Trikot bei den Damen auf. "Ich denke, wir haben für das Turnier einen guten Mix. Wichtige Rollen kommen natürlich den etablierten Spielerinnen zu", so Felix, der damit Kathleen Weiß, Maren Brinker oder Corina Ssuschke meint.

"Flix", so sein Spitzname, fungiert seit 2006 als Guidettis Co. Bis zur WM vom 29. Oktober bis 14. November in Japan ist der ehemalige Zweitliga-Spieler aus Ludwigslust und Neustadt-Glewe beim DVV eingespannt. Aber nicht nur in der Auswahl machte er sich einen Namen als zweiter Mann. Von 2003 bis 2008 saß er neben Tore Aleksandersen, Chefcoach der SSC-Volleyballerinnen, auf der Bank. Ein Meistertitel, zwei DVV-Pokalsiege und der dritte Platz im europäischen Top Teams Cup stehen damit auch bei ihm zu Buche. Danach suchte Felix das Abenteuer Italien. Seine erste Saison in einer der weltbesten Ligen verbrachte er in Chieri. Vergangene Spielzeit war er bei keinem geringerem Klub als dem Champions-League-Sieger Atalanta Bergamo.

Eine jahrelange Erfahrung, die ihm jetzt zu Gute kommt. Denn der Schweriner suchte eine neue Herausforderung und hat sie auch gefunden. Ab der neuen Saison, die am 24. November startet, hat die Bundesliga ihn wieder. Er tritt beim VfB Suhl die Nachfolge des Belgiers Jean-Pierre Staelens als Chefcoach an. "Es wird Zeit, Verantwortung zu übernehmen. Ich bin jahrelang guten Leuten hinterhergerannt. Auf Liganiveau habe ich als Co alles erreicht", begründete Felix seinen Entschluss und fügte an: "Die Bundesliga ist für mich als Einstieg sehr gut. Ich kenne sie in- und auswendig. Ich freue mich auf Suhl, ich möchte da etwas weiter aufbauen." Erst einmal unterschrieb er einen Einjahresvertrag, der sich am 28. Februar automatisch um zwei Jahre verlängert, wenn alles nach Plan läuft. Denn auch der Verein will neue Wege gehen, junge deutsche Spielerinnen holen. Wer könnte da besser an der Quelle sitzen als der neue Trainer. Der aber wird auch weiterhin mit der DVV-Auswahl unterwegs sein. "International ist das gang und gäbe, das kann man vereinbaren", weiß er. Ende Juli fährt er nach Suhl, um die Ende August/Anfang September beginnende Saisonvorbereitung abzustimmen. Auch Guidetti ist zusätzlich Trainer in Istanbul und SSC-Chefcoach Aleksandersen trainiert über den Sommer die finnische Auswahl.

Der DVV-Kader für Russland: Kathleen Weiß (Perugia/Its), Lena Möllers, Sara Petrausch (bd. Vilsbiburg), Janine Völker, Anja Brandt (bd. Schwerin), Imke Wedekind (Hamburg), Corina Ssuschke (Prostejov/CZ), Saskia Hippe (Dresden), Tatjana Zautys, Maren Brinker (bd. Stuttgart), Lina Meyer (Sonthofen), Anne Matthes (Forli/Ita).

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