Zbik vor ungewisser Zukunft

<fettakgl>Sebastian Zbik hat nur eine Chance: </fettakgl>Heute Abend seinen Interims-Titel verteidigen und dann endlich den 'richtigen' WM-Kampf gegen Martinez bestreiten. <foto>dpa</foto>
Sebastian Zbik hat nur eine Chance: Heute Abend seinen Interims-Titel verteidigen und dann endlich den "richtigen" WM-Kampf gegen Martinez bestreiten. dpa

svz.de von
30. Juli 2010, 07:29 Uhr

Hamburg | Das Leben muss ja weitergehen nach dem 31. Juli. Der Job muss gemacht werden, das Brot verdient. Aber wie? Sebastian Zbik ist Berufsboxer, er kämpft, wo er bezahlt wird, und dafür ist es gut, einen Titel zu haben. Dass der Schweriner bei seinem Fight um die Interims-WM des Verbandes WBC im Mittelgewicht gegen den Argentinier Jorge Sebastian Heiland am Samstag (22.10 Uhr live) erstmals und zugleich letztmals als Hauptkämpfer im ZDF auftritt, ist sein persönliches Pech. Der Vertrag des Senders mit Zbiks Promoter Universum endet danach und wird nicht verlängert.

"Es stehen Existenzen auf dem Spiel", sagte Zbik der Welt: "Wir wurden zwar immer beruhigt, aber es verging Monat um Monat, ohne dass es Neuigkeiten gab." Promoter Klaus-Peter Kohl ist es noch nicht gelungen, einen Nachfolger für die Mainzelmänner zu finden, die acht Jahre jährlich etwa 20 Millionen Euro für die Faustkämpfe im Nachtprogramm überwiesen. "Wir arbeiten an der Zukunft und stecken mitten in Verhandlungen", sagt Kohl seit Monaten. Zbik und die weiteren Boxer sowie Trainer sind im Gegensatz zu zahlreichen bereits im Mai gekündigten Büro-Mitarbeitern des Box-Universums als freie Unternehmer selbstständig und könnten sich bei Ausbleiben ausreichender Kampfangebote auch an die Konkurrenz wenden. Der Berliner Wilfried Sauerland, dessen Kämpfee in der ARD laufen, winkt jedoch ab. Noch. Die Preise werden spätestens im September sinken, wenn Kohl dann immer noch keine Lösung präsentieren kann.

Umso wichtiger ist es für den in 29 Kämpfen ungeschlagenen Zbik, dass er erneut seinen Interimstitel verteidigt, der im Herbst endlich die Tür zu einem "richtigen" WM-Kampf gegen den Argentinier Sergio Martinez öffnen würde. "Ich muss gewinnen, um den Kampf gegen Martinez zu bekommen", sagt der 28-Jährige: "Ich träume von Martinez und Amerika, das ist mein Ziel."

Ohne die Sicherheit weiterer Veranstaltungen muss jeder Boxer an sich selbst denken. Das gilt noch mehr als für Zbik für Titelverteidiger Dimitri Sartison (Hamburg) und Khoren Gevor (Armenien), die am gleichen Abend um den WM-Titel der WBA im Super-Mittelgewicht kämpfen. Beide stehen bei Universum unter Vertrag. "Ich hoffe, dass Universum einen neuen TV-Vertrag bekommt", sagt Sartison. Er weiß: Der Verlierer ist sonst weg vom Fenster, und der Sieger muss hoffen, dass er im Ausland seinen Titel gegen gutes Geld verteidigen darf. Das Leben muss ja weitergehen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen