Hansa: Abschiedsvorstellung in der 2. Liga : Wolf will eine neue Ära einläuten

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Zum Duell der sportlichen Gegensätze kommt es am Sonntag in der DKB-Arena am letzten Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga. Gastgeber Hansa Rostock muss den bitteren Gang in die Drittklassigkeit antreten, Fürth steigt auf.

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05. Mai 2012, 06:49 Uhr

Rostock | Zu einem Duell der sportlichen Gegensätze kommt es morgen ab 13.30 Uhr in der Rostocker DKB-Arena am 34. und letzten Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga. Gastgeber Hansa Rostock muss zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren den bitteren Gang in die Drittklassigkeit antreten. Die Gäste von der SpVgg Greuther Fürth schafften zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte den Aufstieg in die 1. Bundesliga. "Ich freue mich für den Verein, dass es endlich geklappt hat. Aus meiner Zeit in Nürnberg weiß ich, wie hart dort gearbeitet wird", sagte Hansa-Coach Wolfgang Wolf, der sich nach dem feststehenden Abstieg des FCH schon intensiv mit der Kaderzusammensetzung für die kommende Drittliga-Saison beschäftigt. "Es gibt bei uns drei Gruppen. Diejenigen, die einen Vertrag haben. Dann jene Spieler, mit denen wir verlängern wollen. Sie haben Fristen bekommen. Und dann noch die, die wir nicht mehr wollen, bei denen es keinen Wert mehr hat", erklärte der 54-Jährige.

Bislang haben die Rostocker zehn Kicker für die neue Saison unter Vertrag und zum aktuellen Zeitpunkt geht Wolf auch davon aus, dass keiner von diesen den Verein noch verlassen wird. Allerdings schränkt der Coach ein: "Ich habe mit Vorstandschef Bernd Hofmann und Manager Stefan Beinlich abgesprochen, wer gehen will, der soll gehen. Aber jeder hat seinen Preis. Es gibt für jeden ein Limit. Wir haben nichts zu verschenken."

Jetzt droht sogar ein Stadionverkauf

Morgen erwartet der Fußball-Lehrer eine knifflige Aufgabe. "Fürth will noch den Meistertitel holen und kommt mit einer Menge Euphorie hierher. Die spielen ,Hacke-Spitze-Eins-Zwei-Drei’. Wir dagegen sind am Boden, viele Spieler machen sich schon Gedanken, was in der nächsten Saison ist. Da ist es schwer, sich auf die Partie zu konzentrieren. Wir werden aber alles daran setzen, dass wir eine Mannschaft auf den Platz schicken, die zumindest die kämpferischen Ansprüche unserer Fans erfüllen wird", erklärt der gebürtige Pfälzer.

Neben der sportlich schwierigen Lage müssen die Rostocker derzeit auch mit den wirtschaftlichen Problemen zurechtkommen, die eine Planung der nächsten Serie äußerst schwierig machen. Voraussichtlich am Mittwoch, möglicherweise aber auch erst eine Woche später, entscheidet die Rostocker Bürgerschaft über ein Maßnahmenpaket zur Rettung des Vereins. Das von der Stadt zu stemmende Paket beinhaltet neben dem Teilerlass der Steuerschulden in Höhe von 680 000 Euro den Ankauf eines in Hansa-Besitz befindlichen Sportgeländes (Wert: 530 000 Euro) und einen Zuschuss an den Verein in Höhe von 750 000 Euro. Zudem muss Hansa zur dauerhaften Rettung des Vereins das eigene Stadion verkaufen. Zu dem Schluss kommt eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, die das Sanierungskonzept des Absteigers begutachtet hat. Derzeit sichere sich der letzte Meister der einstigen DDR-Oberliga seine Liquidität mit Krediten in Höhe von 2,6 Millionen Euro. Die Schulden des Vereins bezifferte der Bericht auf 8,5 Millionen Euro, die bis 2014 auf 5,7 Millionen gesenkt werden sollen. Das soll passieren durch Spielertransfers bzw. Mehreinnahmen beim Trikotsponsoring. In diesem Punkt äußerte der Bericht jedoch Zweifel.

Fällt das Votum der Stadt negativ aus, droht die Insolvenz. " Je länger es dauert, bis die Bürgerschaft entscheidet, um so mehr Absagen von Spielern handeln wir uns ein. Hansa ist ein geiler Verein, und ich merke gerade, wie hier alle näher zusammenrücken und an einem Strang ziehen. Das müssen wir jetzt fortführen und ausnutzen. Vielleicht können wir dann eine neue Ära einläuten", hofft Wolfgang Wolf.

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