Schweriner Box-Duo geht die EM mit großem Optimismus an : "Wir wollen in Minsk Gold gewinnen"

Mit Dampf in den Fäusten das angestaubte Schweriner Box-Image aufpolieren: Weltergewichtler Arayk Marutjan (l.) und Halbweltergewichtler Artem Harutyunyan. Klawitter
Mit Dampf in den Fäusten das angestaubte Schweriner Box-Image aufpolieren: Weltergewichtler Arayk Marutjan (l.) und Halbweltergewichtler Artem Harutyunyan. Klawitter

Die frühere Box-Hochburg Schwerin ist wieder auf dem Weg nach oben - und vielleicht sogar schon bald auch wieder obenauf. Das Duo Artem Harutyun yan und Arayk Marutjan haben bei der EM der Männer in Minsk Großes vor.

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12. Mai 2013, 07:30 Uhr

Schwerin | Die frühere Box-Hochburg Schwerin ist wieder auf dem Weg nach oben - und vielleicht sogar schon bald auch wieder obenauf. Jedenfalls, wenn es nach Halbwel tergewichtler Artem Harutyun yan (TV Eilbek) und Weltergewichtler Arayk Marutjan (BC Traktor Schwerin) geht. Das Duo mit armenischen Wurzeln, das im Bundesstützpunkt Schwerin sportlich sein Zuhause hat, steht nicht nur in der deutschen Staffel für die Europameisterschaften der Männer in Minsk (30. Mai bis 9. Juni), sondern es hat in der weißrussischen Hauptstadt auch Großes vor.

"Die Goldmedaille gewinnen", verkünden beide unabhängig voneinander und wie aus der Pistole geschossen auf die Frage nach ihrer EM-Zielstellung. "Das mag im ersten Moment vielleicht etwas überheblich klingen", schiebt Artem gleich nach, "aber ich will immer gewinnen. Sonst bräuchte ich da ja auch erst gar nicht hinzufahren und auch generell nicht in den Boxring zu steigen."

Der 22-jährige deutsche Meister von 2011, der 2012 in Oldenburg äußerst umstritten im DM-Viertelfinale an Lokalmatador Angelo Welp gescheitert war, ist zum ersten Mal überhaupt bei einer internationalen Meisterschaft dabei. "Auch in den Jugendklassen wurde ich nie nominiert. Umso stolzer bin ich, dass ich als erster Hamburger seit vielen, vielen Jahren bei einer EM boxen darf."

Hamburg, wo er aufwuchs, betrachtet er nach wie vor als seine Heimat. "Aber ohne die Übersiedlung nach Schwerin Anfang 2011 zusammen mit meinem Bruder Robert (als Leichtgewichtler ebenfalls auf dem Sprung in die internationale Spitze - d. A.) hätte ich es niemals zu einer EM geschafft", sagt Artem Harutyunyan und erläutert: "Bei Trainer Andy Schiemann bin ich erst wirklich zu einem Boxer geworden und Michael Timm hat mich seit vergangenem Sommer noch eine ganze Stufe höher geführt."

Dass der ehemalige Meistermacher des inzwischen insolventen Hamburger Universum-Profistalls sie auch nach Minsk begleiten wird, sehen beide Schweriner als ungeheuren Vorteil an. "Mit einem Trainer an deiner Seite, der schon Weltmeister herausgebracht hat, glaubst du daran, dass du selbst auch Weltmeister werden kannst", sagt Artem.

Und Arayk meint ganz praktisch: "Wenn dir bei internationalen Einsätzen ein Verbandstrainer in den Rundenpausen etwas sagt, weißt du nicht immer, was der eigentlich meint. Der eigene Trainer aber kennt dich ganz genau und du ihn auch. Da sitzt jeder kleine Hinweis."

Obwohl noch zwei Jahre jünger als Artem, bringt der 69-Kilo-Mann schon einiges an Erfahrung mit. Sowohl bei einer U17-EM als auch im Vorjahr bei der U22-EM hat er schon Bronze gewonnen. Vor zwei Jahren bei seinem EM-Einstand bei den Männern schied er zwar früh aus, das aber gegen keinen Geringeren als den späteren Europameister Fred Evans (Wales), der in London auch Olympiazweiter geworden war.

Dass er erneut auf Evans treffen kann, schreckt den zweifachen deutschen Meister nicht. "Ich bin seit damals nicht nur körperlich robuster geworden, sondern - so denke ich - auch boxerisch weiter gereift. Das will ich in Minsk beweisen."

Bis es aber soweit ist, steht den insgesamt zehn deutschen EM-Boxern ab morgen noch ein schweißtreibendes Trainingslager in Hennef bei Köln bevor. Dort wird in der Sparringsphase mit deutschen, aber auch internationalen Partnern der boxerische Feinschliff vorgenommen. Auch das natürlich mit dem Meistermacher, der von den Sportlern übrigens "Timmi" genannt, aber nicht geduzt wird.

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